Selbst die peinlichste Oscar-Panne aller Zeiten kann ihn nicht davon abhalten, wieder als Gastgeber zu den Academy Awards zurückzukehren. Wie schon im Vorjahr wird auch 2018 Jimmy Kimmel die Moderation von Hollywoods wichtigster Filmpreisverleihung übernehmen. Wer ist der Mann, der nun schon zum zweiten Mal durch die Oscars führt?

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"Ich gebe mir selbst die Schuld", sagte Jimmy Kimmel am Ende der Oscars 2017, nachdem fälschlicherweise "La La Land" statt des wahren Gewinners "Moonlight" zum besten Film gekürt wurde. "Ich verspreche, ich komme nie wieder."

Dieses Versprechen hat der 50-Jährige aber gebrochen. Auch bei der 90. Jubiläums-Show der Academy Awards wird er wieder die Rolle des Gastgebers übernehmen, wie er in einem selbstironischen Video Ende Januar bekanntgab.

Selbst Obama macht sich für Kimmel zum Affen

Lustige Videos gibt es viele von und mit Jimmy Kimmel. Zum Beispiel eines, in dem George Clooney mit betretener Miene in die Kamera schaut und von seinem Smartphone vorliest: "Wenn dieser schäbige ekelhafte alte Mann George Clooney eine Frau finden kann, dann müsst ihr normalen Typen da draußen im Twitter-Universum in Pussys ertrinken."

Das Video soll hier stellvertretend für eine ganze Reihe von Clips stehen, in denen Kimmel Prominente nötigt, fiese Kommentare über sich in Sozialen Netzwerken vorzulesen. Mit der dazugehörigen Rubrik "Mean Tweets" hat es der Late-Night-Talker geschafft, über die Grenzen des US-Fernsehens hinaus berühmt zu werden.

Seit 2003 produziert und moderiert er die Late-Night-Sendung "Jimmy Kimmel Live!" auf dem US-Sender ABC. Wie beliebt und erfolgreich diese Show, zeigt diese kleine Auswahl der Prominenten, die sich in "Mean Tweets" schon zum Affen gemacht haben: Britney Spears, Lionel Richie, Kevin Costner, Cate Blanchett, Sean Penn. Selbst der frühere US-Präsident Barack Obama trat während seiner Amtszeit für die "Mean Tweets" schon vor die Kamera. Zweimal!

Karrierehöhepunkt trotz Oscar-Panne

Mit der Moderation der Oscars 2017 war Kimmel auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere angekommen. Ein weltweites Millionenpublikum sah ihm dabei zu, wie er am 26. Februar durch die Show führte – und wie eine der peinlichsten Pannen der Oscar-Geschichte unter seiner Gastgeberschaft passierte.

Doch Jimmy Kimmels Popularität tat dieser Zwischenfall keinen Abbruch – eher im Gegenteil.

Die Karriere des 1967 in Brooklyn geborenen Kimmel begann beim College-Radiosender KUNV, bevor er 1989 als Co-Moderator die Morgenshow bei KZOK-FM in Seattle übernahm. Ende der 1990er-Jahre landete er dann beim Fernsehen.

Für Comedy Central moderierte er zunächst die Game-Show "Win Ben Stein's Money", dann "The Man Show". Deren Erfolg erlaubte es ihm, eigene Formate zu erfinden und zu produzieren.

Seine legendäre "Feindschaft" mit Matt Damon

Seinen Durchbruch schaffte Kimmel aber erst mit seiner eigenen Late Night Show, in der er seinem Vorbild David Letterman nacheifert. In ihren Grundzügen ist die Show eine klassische Late Night mit Stand-up-Monolog und Gästen.

Alleinstellungsmerkmal seiner Show ist ein Running Gag, der sich seit mehr als zehn Jahren durch die Sendung zieht: In der dritten Staffel von "Jimmy Kimmel Live!" verabschiedete sich der Moderator nach einer Show mit den Worten "Das war wirklich eine miese Sendung. Die Gäste waren schlecht, und ich war auch nicht sonderlich gut."

Als Abschluss-Gag fügte er hinzu: "Ich muss mich noch bei Matt Damon entschuldigen. Wir haben leider keine Zeit mehr für ihn." Damon war zu diesem Zeitpunkt dank der "Bourne"-Filme einer der größten Filmstars der Branche. Und überhaupt nicht als Gast vorgesehen.

Über Monate hinweg beendete Kimmel mit diesen Worten seine Show. Als Damon dann 2006 tatsächlich bei Jimmy Kimmel zu Gast war, war die Sendezeit in dem Moment abgelaufen, als Damon auf dem Sessel Platz genommen hatte. Der Nachspann ging in den zensierten Flüchen des Schauspielers unter.

Im Laufe der Jahre begegneten sich die beiden in immer absurderen Szenen. Kimmels damalige Freundin Sarah Silverman erklärte 2009 in einem Video-Song: "I'm F*@#ing Matt Damon". Der Moderator antwortete mit dem noch durchgeknallteren "I'm F*@#ing Ben Affleck".

Natürlich ist die Feindschaft von Kimmel und Damon nur gespielt, doch vor allem dem Moderator hat sie geholfen, über seine Show hinaus berühmt zu werden.

Für einen Oscar ist Matt Damon in diesem Jahr nicht nominiert. Gut möglich aber, dass er trotzdem irgendwann auf der Bühne steht. Denn wo immer Jimmy Kimmel auftritt besteht eine gute Chance, dass ihn Matt Damon unterbricht.

Bei den Emmys 2016 zum Beispiel, die ebenfalls Kimmel moderierte, schlenderte Damon einen Apfel essend auf die Bühne und machte sich genüsslich darüber lustig, dass sein "Intimfeind" nicht in der Kategorie "Beste Talkshow" gewonnen hatte.

Die 90. Academy Awards findet am 4. März 2018 im Dolby Theatre in Los Angeles statt. (fr / jwo)