Am Donnerstag läuft der neue Spider-Man-Film "Far from Home" an. Es ist der zehnte Kinofilm mit dem Spinnenmann in den vergangenen 17 Jahren, drei unterschiedliche Schauspieler übernahmen die Rolle des Superhelden. Wir helfen, den Überblick zu behalten.

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Er schwingt sich durch Häuser-Schluchten, klettert Wände hinauf und bekämpft das Böse: Spider-Man ist einer der beliebtesten und bekanntesten Comic-Helden.

Am 4. Juli startet in den deutschen Kinos der neue Film "Spider-Man: Far from Home". Es ist seit 2002 bereits der zehnte Kinofilm mit dem Superhelden, dazu kommt noch der Animationsfilm "Spider-Man: A new Universe" von 2018.

Angesichts der vielen Veröffentlichungen ist es gar nicht so leicht, den Durchblick zu behalten. Denn die Filme unterscheiden sich stark und teilen sich in drei unterschiedliche Franchises auf, in denen mit Tobey Maguire, Andrew Garfield und Tom Holland verschiedene Hauptdarsteller ins Spinnenkostüm schlüpften.

Zum Start des neuen Films helfen wir Ihnen, den Überblick zu behalten und beantworten einige der wichtigsten Fragen.

Warum gibt es drei unterschiedliche Spider-Man-Reihen?

Von 2002 bis 2007 erschien die Trilogie mit Tobey Maguire in der Hauptrolle, schlicht betitelt als "Spider-Man", "Spider-Man 2" und "Spider-Man 3". Kult-Regisseur Sam Raimi brachte die Filme auf die Leinwand.

Auch die Besetzung konnte sich sehen lassen. James Franco und Willem Defoe übernahmen Rollen, genauso wie Kirsten Dunst. Ihr Kuss mit dem kopfüber am Spinnenfaden hängenden Spider-Man im strömenden Regen ist längst ein Stück Filmgeschichte.

Die Raimi-Maguire-Trilogie war äußerst erfolgreich und lockte die Zuschauer in die Kinos. Der kommerzielle Erfolg legte den Grundstein für zahlreiche Comic-Verfilmungen in den kommenden Jahren. Dementsprechend sollte es eigentlich mit "Spider-Man 4" weitergehen, mit dem eingespielten Team um Maguire, Dunst und Raimi.

Doch wie der Regisseur 2013 in einem Interview mit "Vulture" erklärte, schaffte er es nicht, bis zur Deadline ein für ihn und die Produktionsfirma Sony zufriedenstellendes Drehbuch zu schreiben. Deswegen einigte man sich darauf, die Zusammenarbeit zu beenden.

Wie Raimi weiter in dem Interview verriet, plante Sony zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon ein Spider-Man-Reboot. Grund dafür: Das Studio ist gezwungen, in gewissen zeitlichen Abständen Spider-Man-Filme zu veröffentlichen. Ansonsten fallen die Rechte an dem Superhelden zurück an Marvel, die diese in den 1980er-Jahren aus Geldnot verkauft hatten und 1999 ihren Weg zu Sony fanden.

Die neue Franchise wurde mit Andrew Garfield in der Hauptrolle angegangen, Marc Webb führte Regie. Der erste Teil der neuen Reihe "The Amazing Spider-Man" war 2012 ein kommerzieller Erfolg, wenn auch nicht so erfolgreich wie die Filme der Raimi-Trilogie.

Zwei Jahre später durfte Garfield erneut den "Spidey" geben, in "The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro". Der Film erhielt durchwachsene Kritiken und spielte im Vergleich zu seinem Vorgänger auch weniger ein. Dennoch gab es bereits Pläne für zwei weitere Fortsetzungen. Doch dazu sollte es nie kommen.

Marvel hatte zwischenzeitlich mit Filmen wie "Iron Man" das "Marvel Cinematic Universe" (MCU) begründet. Um den Spinnenmann in das MCU integrieren zu können, ging der Comic-Verlag eine Partnerschaft mit Sony ein. Diese räumte Marvel das Recht ein, Spider-Man in insgesamt fünf seiner Filme auftreten zu lassen und zwei eigenständige Filme um ihn zu produzieren. Für die Finanzierung und den Vertrieb der Solo-Abenteuer des Wandkrabblers ist hingegen Rechteinhaber Sony zuständig, die dafür aber auch alle Einnahmen des Films erhalten.

Der 23 Jahre alte Tom Holland übernahm daraufhin die Hauptrolle und in "The First Avenger: Civil War" hatte er seinen ersten Gastauftritt im Spinnenkostüm. Mit "Spider-Man: Homecoming" bekam der Superheld 2017 seinen ersten eigenen Film im MCU, der nun mit "Spider-Man: Far from Home" fortgesetzt wird. Zwischenzeitlich war der neue Spider-Man auch in "Avengers: Infinity War" und "Avengers: End Game" zu sehen.

Mit "Far from Home" läuft deshalb auch der Deal zwischen den Marvel Studios und Sony aus. Theoretisch könnte Sony Spider-Man nun wieder aus dem MCU abziehen. Ob Spider-Man im MCU bleibt oder es erneut ein Reboot des Charakters geben wird, ist derzeit völlig ungewiss.

Gibt es inhaltliche Verbindungen zwischen den drei Spider-Man-Reihen?

Abgesehen von den immer gleichen Motiven, also dem Doppelleben von Peter Parker/Spider-Man, dem rot-blauen Anzug, der Entstehungsgeschichte des Superhelden durch den Spinnenbiss und den aus den Comic-Vorlagen bekannten Schurken haben die drei Reihen keine Gemeinsamkeiten. Alle drei können unabhängig voneinander geschaut werden.

Was sind die größten Unterschiede zwischen den verschiedenen Spider-Man-Reihen?

Jeder der drei Schauspieler verleiht seinem Spider-Man natürlich eine besondere, eigene Note. Im Internet diskutieren Fans leidenschaftlich, wer der Drei denn nun der beste Spider-Man war. Maguire gab einen eher schüchternen Superhelden, der versuchte, seinen Alltag mit dem Leben als Spider-Man unter einen Hut zu bringen. Die Romanze mit Mary Jane Watson (Kirsten Dunst) zog sich über alle drei Teile hin. Kritiker bemängeln allerdings, dass ihm die Schlagfertigkeit fehlte, die Spider-Man in den Comics auszeichnet.

Die Fans der Comics konnten sich deshalb gut mit Garfield anfreunden, der die Rolle etwas humorvoller interpretierte und für Gwen Stacy (Emma Stone) schwärmte. Von der Kritik wurde er, unter anderem, für seinen Charme, den er der Rolle verlieh, gelobt. Ein großer Unterschied zu den Raimi-Filmen ist, dass Garfield wie in der Comic-Vorlage spezielle Düsen nutzt, um die Spinnenfäden zu produzieren. Maguires Spider-Man gelang dies ohne Hilfsmittel.

Noch technisierter ist Tom Hollands Spider-Man. Er kämpft im MCU Seite an Seite mit den "Guardians of the Galaxy" und den "Avengers", Von seinem Mentor Tony Stark/Iron Man (Robert Downey jr.) erhält er einen Hightech-Anzug, der ihm ganz neue Möglichkeiten bietet. Auch im Trailer für "Spider-Man: Far from Home" trägt er, unter andrem, die "Iron Spider"-Rüstung.

Wo schließt der neue Spider-Man-Film an?

Wie der Titel "Spider-Man: Far from Home" schon vermuten lässt, verlässt der Superheld diesmal die USA und geht auf Klassenfahrt nach Europa. Die Handlung schließt direkt an die Geschehnisse von "Avengers: Endgame" an, Peter Parker kämpft damit, den Tod seines Freundes Tony Stark zu verarbeiten und will in Europa ein wenig Abstand zum Superhelden-Dasein gewinnen.

Daraus wird aber nichts, denn Europa wird von geheimnisvollen Elementarwesen überfallen, Spider-Mans Fähigkeiten sind im Kampf gegen diese Bedrohung gefragt. Dabei bekommt der Spinnenmann Unterstützung von S.H.I.EL.D.-Boss Nick Fury (Samuel L. Jackson). Zudem macht auch der aus einem Paralleluniversum stammende Quentin Back, alias Mysterio, (Jake Gyllenhaal) bei der Jagd auf das Elementarwesen gemeinsame Sache mit Peter Parker. Doch ist er wirklich ein Verbündeter?

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Von "The Avengers" bis "Endgame": So haben sich die Figuren verändert

"Endgame" bildet den Abschluss der "Avengers"-Filmreihe. Höchste Zeit, um auf die Entwicklung der Superhelden zurückzublicken. Aber Vorsicht, Spoiler: Wer den Abschluss der Reihe noch nicht gesehen hat, sollte aufpassen.

Verwendete Quellen:

  • eu.usatoday.com: "How to tell the three movie Spider-Men apart (including Tom Holland)"
  • qz.com: "Spider-Man is back in the Marvel universe—but the film studio won’t get a penny of the profits"
  • marvel-filme.fandom.com: "Marvel Filme-Wiki: Spider-Man"
  • Vulture.com: Sam Raimi on Oz, The Avengers, and two huge movies he never made
  • Collider.com: The ´Spider Man 4` that never was
  • Polygon.com: Avengers IP, Assabmle: the wild, circuitous path to Marvel getting its own brands back
  • The Hollywood Reporter: Sony sets release dates for third and fourth ´Amazing Spider-Man` films
  • WIPO Magazine: Marvel´s superhero licensing
  • Time.com: This is the definitive ranking of every single Spider-Man Movie