Eine Szene in Quentin Tarantinos neuem Film "Once Upon a Time in Hollywood" gefiel Shannon Lee gar nicht. Darin verprügelt Brad Pitt ihren Vater, den legendären Kampfsportler Bruce Lee.

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Shannon Lee, Tochter von Schauspieler und Kampfsportler Bruce Lee, hat sich über die Darstellung ihres Vaters in Quentin Tarantinos neuem Film "Once Upon a Time in Hollywood" beschwert. Der Regisseur zeige ihren Vater als "arrogantes Arschloch", wie die 50-Jährige in einem Interview der Nachrichtenseite "The Wrap" sagte.

Bruce Lee, gespielt von Mike Moh, stolziert in einer Szene am Filmset von "Green Hornet" herum und redet herablassend über Boxer Muhammad Ali. Dann prügelt er sich mit Brad Pitt, der den fiktiven Charakter Cliff Booth spielt - einen Stuntman, der in den Sechzigerjahren versucht, große Filmaufträge an Land zu ziehen.

Bei einer Pressekonferenz in Moskau verteidigte Tarantino seine Darstellung Lees. Er halte sie für fair und sehr treffend. "Bruce Lee war ein leicht arroganter Typ", sagte Tarantino. "Die Art, wie er geredet hat, ich habe den Großteil ja nicht einfach erfunden. Ich habe ihn solche Dinge schon sagen hören." Tarantino schrieb das Drehbuch für den Film und führte Regie.

In einem Interview der Zeitschrift "Variety" wurde Shannon Lee gefragt, wie Tarantino den Streit beenden könnte. Lees Antwort lautete: "Er könnte die Klappe halten." Eine Entschuldigung sei in ihren Augen angebracht. Tarantino solle zugeben, Bruce Lee gar nicht richtig gekannt und die Art seiner Darstellung an den Film angepasst zu haben.

Lee vs. Pitt

Ein weiterer Kritikpunkt an der Szene, für die Tarantino sich bei der Pressekonferenz rechtfertigen musste: Die von Brad Pitt gespielte Figur Cliff Booth könne einen ausgebildeten Kampfsportler wie Bruce Lee nicht so leicht besiegen.

"Brad wäre nicht in der Lage, Bruce Lee zu verprügeln. Aber Cliff könnte es vielleicht", sagte Tarantino. "Er ist ein fiktiver Charakter. Wenn ich sage, Cliff ist Bruce Lee im Kampf gewachsen, dann ist er ihm auch im Kampf gewachsen."

Bruce Lee gilt als Ikone des Martial-Arts-Films. Das sind Actionfilme, in denen Choreographien aus Kampfsportarten wie Karate, Judo, Kung-Fu und Taekwondo im Mittelpunkt stehen.

Im Mai 1973 war Lee im Alter von nur 32 Jahren verstorben, vermutlich an den Folgen einer Hirnschwellung. Seine Tochter Shannon ist Vorsitzende der Bruce-Lee-Stiftung, die Schüler und Familien in den USA finanziell unterstützt.  © SPIEGEL ONLINE

Teaserbild: © action press