In "Lady Bird" liefern sich Saoirse Ronan und Laurie Metcalf bissige Dialoge. Regisseurin Greta Gerwig beschert uns mit ihrer "Coming of Age"-Komödie einen der besten Filme des Jahres.

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Christine, die sich selbst Lady Bird nennt, lebt mit ihren Eltern in Sacramento im US-Bundesstaat Kalifornien. Sie hasst ihre Heimatstadt, die Oberflächlichkeit, die intellektuelle Unterforderung.

Die 17-Jährige mit den rot gefärbten Haaren und dem eigenwilligen Kleidungsstil will ihrer Realität entkommen. Sie erwartet mehr vom Leben als ein Studium am nächstgelegenen katholischen College.

Sie träumt von einem Leben in den Luxusvillen der reichen Nachbarschaft und von einem freien Leben in der Großstadt. "Ich will einmal erleben, dass der Song "New York Groove" läuft, und wie‘n Soundtrack zu meinem Leben passt", so der Wunsch der freigeistigen Jugendlichen.

Perfektionierte Mutter-Tochter-Kämpfe

Was macht es mit einer Mutter, wenn das gut behütete Kind bereit ist, die große Welt zu entdecken? Und was, wenn das Kind dann auch noch eine sehr eigenwillige und starke Persönlichkeit ist, wie Lady Bird?

Mutter Marion hält es für vollkommen verantwortungslos, ihre Tochter auf ein Collage an der Ostküste zu schicken, in eine vom Terror gefährdete Stadt wie New York. Sie reagiert mit Unverständnis und Trotz auf den Wunsch ihrer Tochter.

Sie bezeichnet sie als Snob und ist der Meinung, dass Lady Bird bei ihrer Arbeitseinstellung ohnehin niemals auf ein College im Osten kommen würde.

"Du schaffst ja nicht mal die Fahrprüfung. So wie du tickst, bist du nicht einmal die Studiengebühr wert, Christine. [...] Du solltest auf's City College gehen, City College und dann in den Knast und dann wieder auf's City College."

Diese Anfangsszene des Films ist nur ein Vorgeschmack auf die grandios inszenierten Auseinandersetzungen zwischen Mutter und Tochter, die sich durch die ganze Handlung des Films zieht.

"Lady Bird": Der Trailer zum Film

Die 17-Jährige mit den rot gefärbten Haaren und dem eigenwilligen Kleidungsstil will ihrer Realität entkommen. Sie erwartet mehr vom Leben als ein Studium am nächstgelegenen katholischen Collage.

Starke Schauspieler und starke Figuren

Die Geschichte, die Regisseurin Greta Gerwig in "Lady Bird" erzählt, ist eine über die tiefe Verbundenheit von Mutter und Tochter. Und die Momente im Leben, die die Liebe der Menschen auf die Probe stellen.

Detailreich und gefühlvoll zeigt die "Coming of Age"-Komödie, wie aus Sorgen Vorwürfe werden und wie die Pläne, die Eltern für ihre Kinder gemacht haben, Enttäuschung hervorrufen.

Saoirse Ronan (Lady Bird, "Abbitte") und Laurie Metcalf (Mutter Marion, "The Big Bang Theory") erwecken ihre Charaktere so liebevoll zum Leben, dass der Zuschauer sich für keine der beiden Seiten entscheiden muss.

Genau das ist das Bezaubernde an diesem Film. Die besorgte Mutter wird nicht dargestellt als Frau, die ihrer Tochter aus Selbstsucht die Zukunft verbaut. Sie liebt Lady Bird und will für ihre Tochter nur das Beste. Und das spürt der Zuschauer auch bei den heftigsten Auseinandersetzungen, die sich Mutter und Tochter liefern.

Lady Bird ist als charakterstarke Teenagerin gezeichnet, die sich nach einem anderen Leben sehnt, ihr altes dabei aber letzten Endes nicht verleugnet.

Ein großes Kinoerlebnis

Die Tiefe dieses Films ist es, die ihn so sehenswert macht. Hier stimmt einfach alles: das Drehbuch, die Charaktere, die Dialoge. Bis hin zur Filmmusik und den Nebendarstellern ist "Lady Bird" perfekt gelungen.

Zauberhaft verwirklicht, beschert uns Regisseurin Greta Gerwig einen der besten Streifen des Jahres.

Ab dem 19. April dürfen die Kinozuschauer sich über den charmantesten und einfallsreichen Film freuen.

Teaserbild: © imago/Cinema Publishers Collection