Riesenerfolg für das deutsche Kino in Hollywood: Fatih Akin hat mit dem NSU-Drama "Aus dem Nichts" den Golden Globe für den besten Auslandsfilm abgeräumt. Im Mittelpunkt der Preisverleihung in Beverly Hills stand jedoch der geschlossene Protest gegen Sexismus.

Das deutsche NSU-Drama "Aus dem Nichts" von Regisseur Fatih Akin hat den Golden Globe als bester nicht-englischsprachiger Film gewonnen.

Das gab der Verband der Auslandspresse am Sonntagabend bei der 75. Golden-Globe-Gala in Beverly Hills bekannt. "Aus dem Nichts" mit Hauptdarstellerin Diane Kruger ist in diesem Jahr auch der deutsche Oscar-Kandidat.

Akin dankte auf der Bühne unter anderem seiner Hauptdarstellerin. "Das ist deine, das ist unsere", sagte er zu Kruger, mit der Trophäe in der Hand.

Konkurrenz von Angelina Jolie

Bei der Globe-Verleihung konkurrierte Akins Thriller unter anderem mit dem Gewinner des Europäischen Filmpreises, der schwedischen Satire "The Square" von Ruben Östlund.

Weitere Nominierungen in der Sparte waren der kambodschanische Film "First They Killed My Father" von Angelina Jolie, "Fantastic Woman" aus Chile und "Loveless" aus Russland.

Thriller um Anschlag in Hamburg

Akins Thriller erzählt von einem Anschlag in Hamburg, bei dem ein Kurde und dessen Sohn ums Leben kommen. Für ihre Rolle als verzweifelte Ehefrau, die die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen will, hatte Kruger im vorigen Jahr den Darstellerpreis der Filmfestspiele von Cannes gewonnen.

Es war die erste Golden-Globe-Nominierung für den 44-jährigen Fatih Akin, Sohn türkischer Einwanderer. Vor einem Jahr war "Toni Erdmann" im Rennen um die Goldene Weltkugel - die Tragikomödie von Maren Ade ging bei der Verleihung in Beverly Hills aber leer aus.

Der letzte Film vor "Aus dem Nichts", der den Auslands-Globe nach Deutschland holte, war 2010 das Schwarz-Weiß-Drama "Das weiße Band" von Regisseur Michael Haneke.

Die anderen Abräumer bei den Globes

Der Independent-Film "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" unter der Regie des Iren Martin McDonagh gewann den Golden Globe als bestes Filmdrama. Der Kriminalfilm holte drei weitere Trophäen, unter anderem für Hauptdarstellerin Frances McDormand.

In der Sparte beste Filmkomödie siegte die Tragikomödie "Lady Bird" von Regisseurin Greta Gerwig.

Der britische Schauspieler Gary Oldman konnte sich über die erste Golden-Globe-Trophäe in seiner Laufbahn freuen. Für seine Rolle als der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill in dem Politdrama "Churchill - Die dunkelste Stunde" nahm er den Preis als Drama-Darsteller entgegen.

Rampenlicht zum Protest gegen Sexismus genutzt

Viele Stars nutzen das Rampenlicht zum Protest gegen Sexismus und die Benachteiligung von Frauen im Showbusiness und anderen Branchen. Aus Solidarität mit Opfern sexueller Belästigung in Zeiten der #MeToo-Bewegung kleideten sich die meisten ganz in Schwarz.

Auf der Bühne forderten sie zum Kampf für die Gleichstellung von Frauen auf.

Auch Star-Moderatorin Oprah Winfrey, die einen Preis für ihr Lebenswerk erhielt, rief in einer beeindruckenden Rede zu mehr Engagment für Frauen- und Bürgerrechte auf.  © dpa