Aus alt mach neu: Alle Live-Action-Remakes von Disney im Überblick

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"Maleficent" und "Aladdin" sind nur zwei der diesjährigen Live-Action-Remakes von Disney. Doch wie viele Disney-Remakes gab es bereits? Und welche klassischen Zeichentrickfilme sollen noch als Live-Action-Movies verfilmt werden? Ein Überblick. © spot on news

Der Disney-Klassiker "Das Dschungelbuch" von 1968 ist ein Juwel der Comicfilmgeschichte. Kein Wunder, dass der Zeichentrickfilm über Mogli mit den Jahren mehrfach verfilmt wurde. Als Erster versuchte sich Stephen Sommers 1994 an dem kultigen Material und wählte Jason Scott Lee (li.) als seine Hauptfigur. Bis auf die Schlange Kaa war damals keines der Tiere computeranimiert.
Dank des Dschungelbuchs war der Startschuss für viele weitere Disney-Verfilmungen frei. 1997 folgte das Live-Action-Abenteuer von "101 Dalmatiner" mit Glenn Close (Foto) als verrückte Cruella De Vil. Doch Disney hatte noch etwas Startschwierigkeiten mit seinen Remakes und so wurde sowohl "101 Dalmatiner" als auch sein direkter Nachfolger "102 Dalmatiner" aus dem Jahr 2000 von den Kritikern zerrissen. Es sollte knapp zehn Jahre dauern, bis sich Disney wieder an Original-Material wagte...
Die Geschichte von "Alice im Wunderland" mit einem hochkarätigen Cast rund um Mia Wasikowska (Foto), Helena Bonham Carter, Anne Hathaway und Johnny Depp brach schließlich den scheinbaren Bann der Disney-Remakes. Tim Burton verfilmte die Geschichte nach Motiven aus dem Roman von Lewis Carroll und der Disney-Vorlage von 1951. Für die Golden Globe Awards war der Film in drei Kategorien nominiert: "Bester Film", "Bester Hauptdarsteller" für Johnny Depp und "Beste Filmmusik".
Vier Jahre nach "Alice im Wunderland" wagte sich Robert Stromberg an die Neuinterpretation des Disney-Klassikers "Dornröschen" von 1959 - doch die Sichtweise ist eine andere: "Maleficent" von 2014 erzählt die Geschichte aus der Perspektive der bösen Fee. Angelina Jolie (Foto) verkörperte die Hauptrolle mit Erfolg: Im Jahr der Veröffentlichung war "Maleficent" der einzige Nicht-Superheldenfilm des Jahres, der weltweit die Umsatzmarke von 600 Millionen US-Dollar geknackt hat. Bereits kurz nach der Veröffentlichung wurde eine Fortsetzung in Aussicht gestellt, die noch 2019 erscheinen wird.
Es bleibt zauberhaft und klassisch im Disney-Remake-Kosmos: 2015 legte die Britin Lily James (Foto) den gläsernen Schuh in Kenneth Branaghs Version von Disneys Aschenputtel-Märchenfilm "Cinderella" an. Die Neuverfilmung behielt viele Handlungsstränge und Elemente aus dem Original von 1950. Jedoch enthält der Film im Unterschied zum Original keine Gesangseinlagen - nur das berühmte Lied "Bibbidi-Bobbidi-Boo" der Guten Fee ist im Abspann zu hören.
27 Millionen Kinozuschauer in knapp 50 Jahren, erfolgreichster Disney-Film aller Zeiten in Deutschland und Nostalgie-Ikone für ganze Generationen - wer den Vergleich mit dem Zeichentrickfilm-Klassiker "Das Dschungelbuch" aus dem Jahr 1968 sucht, kann eigentlich nur verlieren. "Iron Man“-Regisseur Jon Favreau versuchte die Neuverfilmung 2016 trotzdem. Dank der technischen Wunderwerke gelangen dabei Animationen, wie man sie in dieser Realitätsnähe und Detailtreue bis auf das letzte Haar im Fell noch nicht gesehen hat. Der Film wurde mit einem Oscar in der Kategorie "Beste visuelle Effekte" veredelt.
Im zweiten Teil "Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln" von 2016 holte Regisseur James Bodin sämtliche Charaktere aus dem ersten Teil zurück ins Land der Träume. Sein Vorgänger war 2010 der erste familientaugliche Blockbuster, der die im Vorjahr mit "Avatar“ mainstreamtauglich gewordene 3D-Technik nutzte. Auch "Alice 2" kann an den Kassen als erneutes Disney-Live-Action-Remake überzeugen.
Auch wenn das Remake von "Elliot, der Drache" von 2016 kein typisches Remake ist, taucht der Film dennoch in der Liste auf, weil auch seine Disney-Vorlage "Elliot, das Schmunzelmonster" (1977) Zeichentrickelemente enthält. Doch mit seinem Original kann der Film nicht mithalten und so versinkt der Drache ziemlich bald wieder in der Versenkung.
"Die Schöne und das Biest" mit Emma Watson als Belle und Dan Stevens als Biest war bis 2017 die bisherige Krönung von Disneys Bemühungen, seine Zeichentrickfilme als Realfilm ins Kino zu bringen. Bereits am ersten Wochenende brachte das Remake 170 Millionen Dollar in Nordamerika ein und löste damit den bis dato erfolgreichsten Film ohne Altersfreigabe ("Findet Dorie") ab.
"Christopher Robin" (2018) von Marc Forster ist zwar kein direktes Remake im klassischen Sinn. Der Film mit Ewan McGregor in der Hauptrolle knüpft aber direkt an die Figuren aus "Winnie Puuh" an. Fun Fact: In China soll der Film unter anderem deshalb verboten worden sein, weil Winnie Pooh dem Präsidenten Xi Junping zu ähnlich sehe.
Dieses Kindermädchen ist ohnehin unsterblich: 2018 bekommt auch "Mary Poppins" sein Disney-Revival. Doch um ein simples Remake handelt es sich bei "Mary Poppins' Rückkehr" nicht. Der Streifen spielt rund 20 Jahre nach der Geschichte des Originalfilms mit Oscarpreisträgerin Julie Andrews. Das berühmte Kindermädchen (Emily Blunt), muss sich nun um die Kinder ihrer einstigen Zöglinge Jane und Michael Banks kümmern. Und Poppins kommt gut an: Die weltweiten Einnahmen des Films aus Kinovorführungen belaufen sich auf rund 349 Millionen US-Dollar.
Der fliegende Elefant bekommt ebenfalls eine neue Chance: 2019 verfilmt Tim Burton den Disney-Klassiker "Dumbo" mit Colin Farrell und Eva Green neu. Fun Fact: Nachdem Burton als Regisseur bestätigt wurde, richtete die Tierschutzorganisation PETA einen Aufruf an den Filmemacher. PETA bat um die Änderung des Endes der neuen Dumbo-Verfilmung. Denn während im ursprünglichen Film aus dem Jahr 1941 Dumbo und seine Mutter zum Schluss beim Zirkus verbleiben, forderten die Tierschützer in der neuen Version die Freiheit für den Protagonisten, vorzugsweise durch eine Auswilderung in ein Schutzgebiet. Der Aufruf war erfolgreich: Im neuen Film werden Dumbo und seine Mutter zurück in die Wildnis gebracht.
"Sherlock Holmes"-Regisseur Guy Ritchie wagte sich an die Realfilmung von "Aladdin". Er verpasste dem Disney-Klassiker 2019 eine gehörige Frischzellenkur, bleibt jedoch im Gegensatz zu einigen anderen Remakes im Musical-Format. "Aladdin" gilt bereits jetzt als Will Smiths - der die Rolle des Dschinni spielt - zweiterfolgreichster Film und ist auch sonst an den Kinokassen erfolgreich: Die weltweiten Einnahmen aus Kinovorführungen belaufen sich auf 615,5 Millionen US-Dollar. Damit befindet er sich auf Platz 4 der erfolgreichsten, im Jahr 2019 gestarteten Filme.
Der Kreis des Lebens dreht sich wieder: Disney bringt 2019 nicht nur "Aladdin" und "Dumbo" zurück auf die große Leinwand. Auch "Der König der Löwen" von 1994 verspricht mit seinem Remake Nostalgiefeeling. Wie im Original spricht übrigens Hollywood-Star James Earl Jones den Löwenkönig Mufasa und greift dabei auf einige seiner berühmtesten Zitate von damals zurück.
Vier Zeichentrick-Remakes in einem Jahr: So viele gab es bei Disney noch nie. Trotzdem wird Angelina Jolie ab dem 17. Oktober erneut als verbannte Fee "Maleficent" auf die Reise durch die Kinosäle gehen. Dem ersten Trailer von "Maleficent: Mächte der Finsternis" von Juli 2019 zufolge will Aurora (Elle Fanning) heiraten, was großen Zwist in das einst so liebevolle Bündnis mit der mächtigen Fee bringt. Neu mit an Bord ist Schauspielerin Michelle Pfeiffer, die als Königin Ingrith zu sehen sein wird.
Einige Disney-Live-Action-Remakes nehmen bereits konkretere Formen an. Mit Disney+ startet das Mäuse-Studio bald seinen eigenen Streaming-Dienst und bringt als ersten großen Film ein Remake von "Susi und Strolch" (1955) heraus. Anders als bei den Adaptionen von "Der König der Löwen" und "Das Dschungelbuch" werden in "Lady and the Tramp" allerdings echte Hunde und keine CGI-Wesen zu sehen sein. Gesprochen werden die Vierbeiner im Original von Tessa Thompson und Justin Theroux. Mal sehen, ob die berühmte "Spaghetti-Szene" (Foto) mit echten Vierbeinern seine Romantik behält...
Eine weitere Real-Adaption nimmt außerdem konkretere Formen an: Im Juli 2019 veröffentlichte Disney den ersten Trailer der Realverfilmung von "Mulan". Doch ein Detail sorgt in der Fangemeinde bereits jetzt für Aufruhr: Der Drache Mushu, der als absoluter Fanliebling aus dem Original von 1998 gilt, ist in den ersten Sequenzen bisher nicht zu sehen. Außerdem verzichtet dieses Remake aus der Feder von Niki Caro wie einige seiner Vorgänger ebenfalls auf Musical-Sequenzen. Die Hauptrolle von "Mulan" sicherte sich die in Deutschland bislang noch unbekannte Liu Yifei (Foto).
In den nächsten Jahren soll ein weiterer Disney-Klassiker als Realfilm in die Kinos kommen: "Cruella", eine Art Spin-off des Zeichentrick-Films "101 Dalmatiner", in dem die fiese Pelzfanatikerin Cruella de Vil im Zentrum stehen wird. Bisher ist nur bekannt, dass Oscar-Preisträgerin Emma Stone ("La La Land") die Titelrolle übernimmt. Weitere Details, wie Darsteller oder gar die Story, lassen noch auf sich warten.
Ab ins Nimmerland: Drei Realverfilmungen über die Geschichte des Jungen, der nicht erwachsen werden wollte, gab es bereits. Steven Spielberg veröffentlichte 1991 "Hook", der Robin Williams als Peter Pan rückwirkend eine Art filmisches Denkmal setzte. 2003 folgte "Peter Pan" mit Jeremy Sumpter und 2016 erschien der Live-Action-Film "Pan" mit Hugh Jackman. Viel ist zur Disney-Neuauflage noch nicht bekannt, einzig der Regisseur wurde bereits verkündet: David Lowery nimmt sich des Materials von 1953 an.
Auch die berühmte Geschichte über die hölzerne Marionette mit ganz viel Herz darf in Neuverfilmungen nicht fehlen: Dass "Pinocchio" von 1940 als Disney-Remake veröffentlicht wird, hat der Drehbuchautor Peter Hedges ("About a Boy") bestätigt. Gerüchten zufolge soll außerdem Hollywood-Star Tom Hanks für die Rolle des Handwerkers Gepetto im Gespräch sein.