Goldene Palme von Cannes: Das sind die Gewinnerfilme vergangener Jahre

Am Samstagabend wird die Jury des Filmfestivals in Cannes den diesjährigen Gewinner der Goldenen Palme prämieren. Genres, Herkunftsländer, Regisseure: Die bisherige Gewinner-Liste hält eine bunte Mischung an Filmen bereit - da ist sicher Inspiration für den nächsten Filmabend dabei. © spot on news

2000 wurde "Dancer in the Dark" ausgezeichnet. In Lars von Triers Werk spielt Sängerin Björk (l.) eine langsam erblindende Einwanderin in den USA, die als Fabrikarbeiterin versucht, ihrem Sohn ein besseres Leben zu ermöglichen. Björk war anfangs nur für den Soundtrack des Films zuständig, kurzerhand bot von Trier der isländischen Musikerin auch die Hauptrolle an.
Die Goldene Palme 2001 ging an "Das Zimmer meines Sohnes". Giovanni (Nanni Moretti, l.) und Paola (Laura Morante, r.) führen mit ihren beiden heranwachsenden Kindern ein harmonisches Leben an der Adria – bis der Sohn von einem Tauchgang nicht mehr zurückkehrt.
Roman Polanski holte sich mit "Der Pianist" 2002 die Goldene Palme. In dem Holocaust-Drama verkörpert Adrien Brody den Klavierspieler Władysław Szpilman, der sich als polnischer Jude vor den deutschen Truppen verstecken muss. Brody gewann 2003 den Oscar als Bester Hauptdarsteller.
2003 gewann der US-Filmemacher Gus Van Sant (2.v.r.) die Trophäe für "Elephant". Die Handlung orientiert sich sehr frei am Amoklauf an der Columbine High School in Colorado.
2004 gewann mit "Fahrenheit 9/11" ein investigativer Dokumentarfilm die höchste Auszeichnung des Filmfestivals. Michael Moore beleuchtet die Hintergründe des Anschlags auf das World Trade Center. Mit Archivmaterial und Interviews will er unter anderem Verbindungen zwischen amerikanischen Politikern und saudi-arabischen Ölscheichs aufzeigen.
Ein Vater, der zur Vernunft kommt, steht im Mittelpunkt von "Das Kind". Der 2005 prämierte Film aus Belgien erzählt die Geschichte des Kleinkriminellen Bruno (Jérémie Renier, r.), der seinen Sohn an Kinderhändler verkauft. Als ihm die Abscheulichkeit seiner Tat bewusst wird, will er sein Kind zurückholen.
2006 wurde "The Wind That Shakes the Barley" prämiert. Der Kriegsfilm mit Cilian Murphy (l.) in der Hauptrolle handelt von irischen Widerstandskämpfern, die sich gegen die Briten stellen, die die irische Unabhängigkeit verhindern wollen.
Der rumänische Beitrag "4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage" von Cristian Mungiu gewann im Jahr 2007. Studentin Otilia (Anamaria Marinca) wird ungewollt schwanger und will ihr Kind abtreiben – im kommunistischen Rumänien ist das allerdings verboten. Sie holt sich Hilfe bei Freundin Gabita (Laura Vasiliu).
Der Gewinner von 2008: "Die Klasse". Das französische Drama nimmt den Zuschauer mit in den Alltag eines Lehrers, der Schüler aus den Pariser Banlieues unterrichtet. Die Jugendlichen müssen sich mit Problemen in Sprache, Kultur und Lebensumfeld auseinandersetzen.
2009 wurde das hochgelobte Psychodrama "Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte" von Michael Haneke ausgezeichnet. Es spielt am Vorabend des Ersten Weltkriegs in einem Dorf, in dem klare Hierarchien herrschen – bis mysteriöse Unfälle und Überfälle geschehen. Das Oscar-nominierte Werk soll zeigen, wie zu Beginn des Jahrhunderts eine Generation heranwuchs, die Jahrzehnte später Deutschland in den Faschismus gefolgt ist.
2010 machte der thailändische Film "Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben" das Rennen. Sterbenskrank hat sich Uncle Boonmee (Thanapat Saisaymar) in eine ländliche Gegend im Nordosten Thailands zurückgezogen. Dort erscheinen ihm viele Familienmitglieder als nicht-menschliche Wesen, unter anderem der Geist seiner verstorbenen Ehefrau Huay.
Brad Pitt (r.), Sean Penn und Jessica Chastain (l.): Die Besetzung von "The Tree of Life" war bereits vielversprechend. Das mehrfach Oscar-nominerte Werk von Terrence Malick, in dem eine Familie den Verlust ihres Sohnes verkraften muss, durfte sich 2011 mit der Goldenen Palme schmücken.
Der Österreicher Michael Haneke (l.) holte sich nach 2009 auch drei Jahre später den Preis für "Liebe" ab. Das Drama handelt von dem Paar Georg (Jean-Louis Trintignant, r.) und Anne (Emmanuelle Riva, M.), die nach Annes Schlaganfall ihren Alltag bewältigen müssen.
Der französische Coming-of-Age-Film "Blau ist eine warme Farbe" holte sich 2013 die Trophäe von Cannes. Das Werk erzählt die leidenschaftliche lesbische Liebesgeschichte zwischen der Teenagerin Adèle (Adèle Exarchopoulos, l.) und der Kunststudentin Emma (Léa Seydoux, r.).
"Winterschlaf" wurde 2014 von der Jury mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Das Drama des türkischen Regisseurs Nuri Bilge handelt von Aydin, einem ehemaligen Schauspieler, der in Zentralanatolien ein Hotel leitet und mit seiner Familie aneinandergerät.
2015 gewann "Dämonen und Wunder - Dheepan" aus Frankreich. Der Cannes-Gewinner von Jacques Audiard (Mitte) erzählt von einem Flüchtling aus Sri Lanka, der in Frankreich einen Neuanfang wagen will und dafür die Identität eines ehemaligen tamilischen Soldaten namens Dheepan annimmt.
2016 machte das Sozialdrama "Ich, Daniel Blake" das Rennen. Der Film von Ken Loach spielt in der britischen Stadt Newcastle. Tischler Daniel (Dave Johns, Foto) und die alleinerziehende Katie (Hayley Squires) müssen sich durch die bürokratischen Prozesse und Formulare des Sozialstaates kämpfen, um über die Runden zu kommen.
2017 bekam Ruben Östland für sein satirisches Drama "The Square" die Auszeichnung. Claes Bang (r.) spielt darin Christian, einen alleinerziehenden Museumskurator, dessen neuestes Ausstellungsprojekt "The Square" ihn in eine existenzielle Krise stürzt.
2018 holte sich Hirokazu Koreeda mit seinem anrührenden Drama "Shoplifters"(Japanisch: "Manbiki Kazoku") die Goldene Palme ab. In dem Werk des Japaners geht es um die Familie Shibata, die sich in Tokio mit Gelegenheitsjobs, Gaunereien und Diebstählen über Wasser hält.