"Black Panther": So ist der neueste Superheldenfilm aus dem Hause Marvel

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Selten bekam eine Comic-Verfilmung so viele Vorschusslorbeeren wie "Black Panther", der neueste Streich aus dem Hause Marvel. Wir sagen, ob sich der Weg ins Kino lohnt.

Im wahren Leben heißt Black Panther T’Challa (Chadwick Boseman) und ist der Thronfolger des geheimnisvollen Königreichs Wakanda. Dort verfügt er nicht nur über das heißbegehrte Metall Vibranium, sondern schlägt sich auch mit ganz realen Problemen rum, wie zum Beispiel ...
... einer coolen, aber auch ziemlich frechen Schwester namens Shuri. Sie ist ein technisches Genie und entwickelt die Kampfanzüge des schwarzen Panters - kennt aber gleichzeitig alle Schwachstellen ihres Bruders und treibt ihn gerne zur Weißglut. Letitia Wright brilliert in der Rolle und hat ohne Frage das Zeug zum Zuschauerliebling.
Vor allem die Frauenrollen sind stark besetzt. Danai Gurira - bekannt als Michonne aus "The Walking Dead" - kann als Elte-Kämpferin Okoye ihre physische Stärke voll ausspielen. Auch Agentin Nakia (Lupita Nyong’o) sorgt sich um das Schicksal von Wakanda - und das Herz von T'Challa.
Und auch T’Challas Mutter ist nicht ohne: Angela Bassett spielt Ramonda, die als Beraterin ihres Sohnes großen Einfluss hat. Doch sie weiß auch um ein düsteres Geheimnis, das direkten Einfluss auf die Machtkämpfe im Königreich hat.
Kein Held ohne einen besten Freund: W'Kabi (Daniel Kaluuya) steht seinem König zur Seite - verfolgt aber durchaus auch eigene Interessen. Er ist außerdem der Freund von Okoye und führt mit ihr eine Beziehung, in der nicht er die Hosen anhat ...
Supercharismatisch kommt T'Challas Gegenspieler daher: Michael B. Jordan überzeugt als Killmonger, der Anspruch auf den Thron von Wakanda erhebt. Um sein Ziel zu erreichen, ist ihm jedes Mittel recht und er verbündet sich sogar mit ...
... Ulysses Klaue, einem Waffenhändler und Schmuggler, der es auf Wakandas Vibranium abgesehen hat. Kommt er ihnen bekannt vor? Andy Serkis steckt meist hinter animierten Wesen wie Gollum aus "Herr der Ringe", doch hier darf er mit eigenem Antlitz sein ganzes Können zeigen.
Auch wieder dabei: CIA-Agent Everett K. Ross, der von Martin Freeman gespielt wird. Dass für den Agenten das Königreich Wakanda voller Überraschungen steckt, passt zum ständig verdutzt schauenden Freeman. In der Riege der durchweg starken Besetzung des Film ist er leider der schwächste Part.
Wakanda ist ein geheimnisvolles Königreich im Herzen Afrikas, das für Außenstehende unsichtbar ist. Die Frage, ob man sich der Welt öffnen und mit ihr die technischen Errungenschaften teilen sollte oder lieber unter sich bleibt, zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Angesichts ...
... weltweiter Flüchtlingsströme und Bestrebungen, Grenzen zu schließen, ist diese Frage natürlich hochaktuell. Sagen wir es gleich: Eine Comic-Verfilmung kann keine Lösungen präsentieren. Einen Denkanstoß kann aber auch klassisches Popcorn-Kino liefern.
Ebenso topaktuell und konfliktreich: Die Rolle des M'Baku (Winston Duke), Führer eines abtrünnigen Stammes. Auf den aus den Comics bekannten Beinamen "Man-Ape" wurde ebenso verzichtet wie auf das Gorilla-Kostüm. Angesichts aktueller Diskussionen wenig verwunderlich.
Der Spagat zwischen moderner Technik und afrikanischen Wurzeln scheint für den europäischen Zuschauer bisweilen nicht ganz gelungen. Zu sehr wird auf jedes Afrika-Klischee gesetzt: Vom "König der Löwen"-artigen Soundtrack bis ...
... zu bunten Gewändern und Körperschmuck wird jede Erwartung erfüllt. Kann man einen ganzen Kontinent tatsächlich so schablonenhaft zeigen?
Doch "Black Panther" soll ja unterhalten, und das tut der Film ohne Abstriche. Und bei US-Kritikern afro-amerikanischer Abstammung bekam der Film durchaus ein positives Zeugnis und wird als emanzipatorisches Werk gelobt.
In der Masse der Comic-Verfilmungen aus dem Hause Marvel belegt "Black Panther" ohne Zweifel einen der vorderen Plätze und macht auf ganzer Linie Spaß.
"Black Panther" startet am 15. Februar in den Kinos.
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