Zum 90. Geburtstag: Stanley Kubricks Leben in Bildern

Am 26. Juli vor 90. Jahren wurde Stanley Kubrick geboren. Der 1999 verstorbene Regisseur gilt als Genie unter den Filmemachern. Aber auch als fanatischer Perfektionist. Wir blicken zurück auf das Leben der Regie-Legende.

Wenigen Regisseuren wird solch ein Einfluss auf die Kinogeschichte zugeschrieben wie Stanley Kubrick. Einige seiner insgesamt 13 Spielfilme zählen zu den Meilensteinen der Filmkunst. Kubricks Werk gilt zudem als maßgeblicher Einfluss für zahlreiche andere Regisseure.
Am 26. Juli wäre die 1999 verstorbene Regie-Legende 90 Jahre alt geworden. Wir blicken zurück auf Kubricks Leben.
Kubrick kam am 26. Juli 1928 in New York als erstes Kind von Jacob Leonard Kubrick und dessen Frau Sadie Gertrude zur Welt. Bereits vor seiner Karriere als Regisseur verdiente Kubrick sein Geld mithilfe einer Kamera. Allerdings mit Fotos, anstatt mit bewegten Bildern.
Seinen ersten Fotoapparat schenkte ihm sein Vater. Ab 1945 arbeitete Stanley Kubrick als freier Fotograf für das US-Magazin "Look". Ein Jahr später wurde er fest angestellt. Bis 1950 blieb er dort. In einem Interview 1972 sagte Kubrick, er habe in den vier Jahren bei "Look" gesehen, wie die Welt funktioniere, und dass er wohl nie Regisseur geworden wäre, wenn er stattdessen auf ein College gegangen wäre.
Kubricks Laufbahn als Regisseur begann 1950 mit dem Kurzfilm "Day of the Fight". Darin begleitet er den im Bild zu sehenden Boxer Walter Cartier durch die Vorbereitung auf einen Kampf. Das Handwerkszeug des Filmemachers brachte Kubrick sich selber bei.
Sein erster Spielfilm "Fear and Desire" wurde 1953 veröffentlicht. Kommerziell gesehen war der Anti-Kriegsfilm ein Misserfolg. Auch von Seiten der Kritiker wurde sein Erstlingswerk eher gemischt aufgenommen. Dennoch sprach man ihm Talent als Filmemacher zu.
Kubrick selbst äußerte sich später nur ungern und, wenn überhaupt, sehr kritisch zu dem Film. Gerüchten zufolge soll er sogar versucht haben, alle Kopien von "Fear and Desire" aus dem Umlauf zu ziehen.
1957 kam Kubricks vierter Spielfilm "Wege zum Ruhm" in die Kinos. Der Anti-Kriegsfilm mit Kirk Douglas in der Hauptrolle wurde vollständig in München gedreht. Trotz einer Kontroverse um das Thema des Films gilt er als erster finanziell erfolgreicher Film des Regisseurs. Auch die Kritiker zeigten sich wohlwollend. "Wege zum Ruhm" wird deshalb auch oftmals als Kubricks Durchbruch bezeichnet.
Während der Dreharbeiten lernte Kubrick seine dritte und letzte Ehefrau kennen: Christiane Kubrick, die Nichte des berüchtigten Regisseurs Veit Harlan. Der inszenierte während des Dritten Reichs unter anderem den antisemitischen Propagandafilm "Jud Süss".
Anfang der 1960er zog das Paar nach England. Bis zu seinem Tod führte Kubrick dort ein sehr zurückgezogenes Leben, mit seiner Frau, den beiden gemeinsamen Töchtern und seiner Stieftochter, die seine Frau aus ihrer ersten Ehe mit in die Beziehung brachte.
Kubricks nächstes Filmprojekt war das Historien-Epos "Spartacus". Die Hauptrolle übernahm erneut Kirk Douglas. Kubrick stieß erst nach Beginn der Dreharbeiten als Regisseur zum Film. "Spartacus" wurde zum weltweiten Hit. Der Film erhielt sechs Oscar-Nominierungen und gewann bei der Preisverleihung in vier Kategorien.
Ungeachtet des Erfolgs zeigte sich Kubrick von der Arbeit an dem Film enttäuscht. Schuld daran war vor allem, dass der Regisseur bei "Spartacus" keine absolute künstlerische Freiheit genoss. Bei den vorhergehenden wie auch bei allen darauffolgenden Produktionen ließ man Kubrick freie Hand - ein seltenes Privileg in der Filmbranche.
Vier Jahre nach "Spartacus" folgte 1964 "Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben". Die Satire auf den Kalten Krieg und die Bedrohung durch Atomwaffen wurde vom Publikum und den Kritikern gefeiert. Auch heute genießt der Film Kultstatus.
Zum 50. Jubiläum kam "2001: Odyssee im Weltraum" erst dieses Jahr noch einmal in die Lichtspielhäuser. Kubricks Science-Fiction-Film von 1968 setzte nicht nur neue Maßstäbe im Bereich Spezialeffekte. Der mitunter psychedelisch anmutende Trip durch das All gilt auch als Revolution für das gesamte Genre.
Besonders zu den letzten 26 Minuten des Films gibt es zahlreiche verschiedene Interpretationen. Darin durchläuft ein Astronaut einen rasend schnellen Alterungsprozess, bevor er sich in einen in Licht getauchten Fötus verwandelt. Genau wie im 22-minütigen Prolog wird während diesem Teil des Films kein einziges Wort gesprochen.
Auch der nächste Film des gebürtigen New Yorkers gilt unter Cineasten als Meisterwerk. In "Uhrwerk Orange" erzählt Kubrick die Geschichte des kriminellen und besonders brutalen Bandenchefs Alex. Im Gefängnis wird Alex mittels einer extremen Therapie darauf konditioniert, Gewalt nicht mehr ertragen zu können.
Wegen der expliziten Darstellung von Gewalt und Sex wurde "Uhrwerk Orange" bei seinem Erscheinen 1971 kontrovers diskutiert. Kritiker warfen Kubrick vor, die Gewalt zu ästhetisieren und dadurch zu verharmlosen beziehungsweise zu glorifizieren.
Mit "Shining" drehte Kubrick 1980 die wohl bis heute bekannteste Verfilmung eines Stephen-King-Romans. Die Handlung des Films dreht sich um den von Jack Nicholson gespielten Autor Nick Torrance. Zusammen mit seiner Frau Wendy (Shelley Duvall) und seinem Sohn Danny (Danny Lloyd) zieht er als Hausverwalter in ein über den Winter geschlossenes Hotel.
Dort verfällt Torrance mehr und mehr dem Wahnsinn und macht schließlich Jagd auf seine Familie. King selbst äußerte sich sehr enttäuscht von Kubricks Umsetzung. Dem Erfolg des Films schadete diese Kritik aber nicht.
Legendär ist bis heute die Szene, in der Torrance eine Tür mit einer Axt einschlägt und seine dahinter verängstigt kauernde Frau mit den Worten "Hier ist Jacky" begrüßt.