Nach über sechs Jahren im Beta-Stadium (anfangs noch als "Nvidia Grid") startete vor Kurzem Nvidias Streaming-Dienst "Geforce Now" offiziell - und hat nach nur wenigen Tagen mit einer handfesten Krise zu kämpfen.

Eigentlich wirbt der Service des Grafikkarten-Herstellers damit, sich problemlos mit den Online-Vertriebsplattformen Steam, Origin, Uplay, Epic Games Store oder Battle.net zu verbinden. "GeForce Now"-Nutzer können ihre dort gekauften Titel dann in bestmöglicher Qualität über die Cloud spielen - auch auf leistungsschwachen Laptops oder dem Smartphone, solange die Internetverbindung ausreichend schnell ist.

Jetzt hat ActivisionBlizzard allerdings einen Rückzieher gemacht und sein Portfolio komplett entfernen lassen. Obwohl Nividias Angebot immer noch Zugriff auf mehr als 1.500 Games von anderen Herstellern und Entwicklern bietet, ist der Wegfall der Battle.net-Titel ein herber Schlag für den Dienst. Immerhin gehören Hits wie "World of Warcraft", "Overwatch", "Call of Duty" und "Diablo 3" zu den beliebtesten und meist gespielten PC-Spielen überhaupt.

Zuversicht und Ärger

Mit Nvidias Cloud-Dienst GeForce Now lassen sich Spiele auf PC, Macs und Smartphones streamen, die der User zuvor über digitale Vertriebsplattformen wie Steam oder den Epic-Store erworben hat.

Über die Gründe lässt sich nur spekulieren: Zwar untersagt Blizzard in den Nutzungsbedingungen seiner Games den Zugriff über Spielestreaming-Dienste, weshalb beispielsweise auch der Anbieter Shadow Blade schon seit Jahren keinen Zugriff auf "Warcraft" und Co. hat. Dennoch sind die "GeForce Now"-User verwundert bis verärgert, dass Nvidia offenbar keine wasserdichte Vereinbarung mit dem Publisher geschlossen hat und nun eiskalt überrascht wurde. Nicht wenige behaupten in Sozialen Medien, sogar nur wegen der Battle.net-Anbindung ein "GeForce Now" Abo abgeschlossen zu haben.

Eine offizielle Stellungnahme des Publishers steht noch aus. Allerdings gibt sich Nvidia zuversichtlich: "Wir hoffen, mit ActivisionBlizzard zusammenzuarbeiten, um diese und weitere Spiele in Zukunft wieder zu aktivieren."

(tsch/rb)  © 1&1 Mail & Media/teleschau