Große Überraschung aus dem Xbox-Lager: Microsoft will zur Einführung der neuen Xbox-Konsole Ende des Jahres auf Exklusiv-Titel verzichten. Stattdessen sollen "Halo Infinite" & Co. auch auf der Xbox One laufen.

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Schon seit einigen Jahren hält sich Microsoft zurück, wenn es darum geht, detaillierte Verkaufszahlen seiner Xbox-Konsolen zu nennen. Verwunderlich ist das kaum: Nach der erfolgreich Xbox 360 gilt der Nachfolger Xbox One eher als Problemkind der Geräte-Reihe.

Die Veröffentlichung des Systems Ende 2013 war von massiver Kritik überschattet und läutete schließlich die Verabschiedung des ehemaligen Sparten-Chefs Don Mattrick ein. Durch die Veröffentlichung des stärkeren "Xbox One X"-Modells bemühte sich der Hersteller Ende 2017 darum, verlorenen Boden zurückzugewinnen - trotzdem beschränkt sich Microsoft nach wie vor darauf, anstelle von Verkaufs- nur Nutzer-Zahlen bekanntzugeben, für die man Windows- und Xbox-User meist in einen Topf wirft.

Nun zeichnen sich erste Hinweise darauf ab, dass der Konzern auch bei der nächsten Konsolengeneration - der "Xbox Series X" - noch mehr auf Nutzerzahlen (und -zufriedenheit) als auf reine Hardware-Verkäufe zu setzen scheint: Eigenen Angaben zufolge will man nämlich im ersten Jahr nach Einführung des neuen Modells keinerlei Exklusivspiele dafür veröffentlichen. Stattdessen sollen geplante Blockbuster wie "Halo Infinite" oder "Hellblade 2" auch noch auf der ursprünglichen Xbox One, insbesondere aber dem stärkeren "X"-Modell laufen. Auf diese Weise will der Hersteller den Übergang zwischen den Generationen "fließender" gestalten und vor allem Käufer der erst vor zwei Jahren erschienenen "One X" gnädig stimmen.

Riskante Strategie

Bekommt zur Markteinführung Ende des Jahres keine Exklusivspiele: das "Series X"-Modell der neuen Xbox-Produktreihe.

Gut möglich außerdem, dass die Entwicklung der nächsten Xbox-Exklusivtitel noch mit der "One" im Hinterkopf gestartet wurde und der technische Abstand dem Hersteller deshalb nicht deutlich genug erscheint. So gibt Microsoft tatsächlich an, dass man die technischen Möglichkeiten der neuen Konsole zum Beginn noch nicht ausschöpfen würde.

Xbox-Studio-Chef Matt Booty sagte dazu im Interview mit dem Branchenmagazin "MCV": "Wir müssen sicherstellen, dass wir die Qualitätsmesslatte hochhalten. Wir sollten exklusive Spiele erst dann veröffentlichen, wenn wir und die Fans auch wirklich stolz darauf sein können." Zudem wolle Microsoft allen, die "zwischen jetzt und dem Start von Series X in eine Xbox investieren, das Gefühl geben, einen guten Kauf zu tätigen".

Die Strategie als solche ist zwar Konsumenten-freundlich ehrlich, könnte aber auch dazu führen, dass die Series-X-Verkäufe Ende 2020 nicht so eindrucksvoll ausfallen wie erhofft und Microsoft beim Duell mit Sony und seiner PlayStation5 abermals ins Hintertreffen gerät. Die PS4 ist aktuell mit über 105 Millionen abgesetzten Geräten und 1,15 Milliarden verkauften Spielen das klar dominante System auf dem Markt.

(tsch/rb)

Das Remake von "Final Fantasy 7" könnte schon 2021 auch für andere Konsolen fernab der PS4 erscheinen, zudem will Sony seine "MLB: The Show"-Serie ab 2021 für Konkurrenz-Systeme zugänglich machen: Rücken Konsolen- und Spiele-Hersteller künftig immer stärker von der etablierten Exklusiv-Strategie ab?