• Die Zeit des Konsolen-Übergangs scheint vorbei.
  • Spieler waren bisher gewohnt, dass sie nach dem Kauf eines PS4- oder Xbox-One-Titels später kostenlosen Zugriff auf ein Next-Gen-Upgrade erhalten.
  • Bei "FIFA 22" wird das nur noch bedingt funktionieren. Allein Käufern der teuren "Ultimate Edition" soll die PS5- und Series-X/S-Update-Option vorbehalten sein

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Dem von Geräte-Knappheit und Unsicherheit geprägten Generationen-Wechsel im Konsolenlager haben die Spielehersteller auf clevere Weise den Schrecken genommen. Der Clou: Titel, die zunächst für PS4 oder Xbox One gekauft werden, lassen sich später kostenlos auf die PS5- und Series-X/S-Versionen upgraden.

Doch damit könnte irgendwann Schluss sein, wie der aktuelle Vorstoß von EA beweist: Zwar sollen sowohl das für Oktober angekündigte "FIFA 22" als auch "Madden 22" ein Next-Gen-Upgrade bekommen.

Allerdings bleibt das nur Käufern der rund 100 Euro teuren "Ultimate"- beziehungsweise "MVP"-Editionen der Sportsimulationen vorbehalten. Bei "FIFA" kommt eine weitere Hürde hinzu: Das Upgrade wird nur in der digitalen Version geboten - die physischen Datenträger werden mit dem Service nicht bedacht.

Konkret bedeutet dies: Wer die Upgrade-Möglichkeit will, muss für "FIFA" die "Ultimate Edition" als Download erwerben.

Spieler rufen zum Boykott von FIFA auf

Dieser Schritt wird bereits jetzt von der Community kritisch gesehen, weil die neuen Konsolen nach wie vor nur schwer zu bekommen sind. Auch der Einzelhandel dürfte wenig begeistert sein, denn mit dem Anreiz für die digitale Version macht EA die Datenträger im Laden weniger attraktiv - zumindest für Besitzer der alten und neuen Konsolengeneration, die sich entscheiden müssen oder einen Aufpreis in Kauf nehmen sollen.

So mancher Nutzer bei Reddit fürchtet: "Das wird noch Mode werden auf Konsolen. Spielekonsolen sind heute Geldeinsauger, keine echten Spaßmaschinen mehr." Unter entsprechenden Threads liest man zudem Boykott-Aufrufe: "Zeit, sich von FIFA zu distanzieren - genug ist genug, EA!"

Auch das auf digitales Entertainment spezialisierte Medium Slashgear.com nimmt kein Blatt vor den Mund und verortet EAs Entscheidung "an der Grenze zur Beleidigung".

"FIFA 22": Frühstart und Boni gegen Aufpreis

Andere Nutzer sehen das Preismodell deutlich gelassener: "Dank jährlicher Release-Zyklen kann man dann man ja umsteigen, wenn man die neue Kiste im Haus hat." Ein anderer blickt ganz objektiv auf die Vorteile der "Ultimate"-Editionen: "Bin ich der Einzige, der denkt, EA hat jedes Recht dazu? Du kannst beide Versionen bekommen, ohne für zwei Spiele den vollen Preis zu bezahlen. Und obendrein gibt es auch noch die Zusatzinhalte."

Gemeint sind diverse Boni, darunter 4.600 sogenannte "FIFA"-Points, mit denen sich etwa neue Packs für den "FUT"-Sammelkarten-Modus kaufen lassen, eine FUT-Helden-Karte sowie eine Ones-to-Watch-Karte.

Für Ungeduldige das wichtigste Argument: "UItimate Edition"-Besitzer dürfen vier Tage vor den anderen auf den virtuellen Rasen - bereits am 27. September. Die 70 bis 80 Euro teure Standard Edition erlaubt das Kicken erst ab dem 1. Oktober.

Allein ist EA mit seiner Preispolitik für Upgrades übrigens nicht: Konsolenhersteller Sony handhabt es ähnlich bei Updates älterer Titel, die für die PS5 aufgehübscht werden. Die "Director's Cut" genannten Upgrades für die aktuelle Konsole kosten einen Aufpreis von zehn Euro.   © 1&1 Mail & Media/teleschau

Teaserbild: © EA