Am 5. August startet auf Disney+ mit "Prey" der neueste Ableger der Predator-Franchise. Der Alien-Jäger hat es diesmal auf die Ureinwohner Amerikas abgesehen. Der gewohnte Mix aus Action, Science-Fiction und Horror funktioniert gut wie lange nicht, nebenbei liefert der Film authentische Eindrücke aus dem Leben der Comanchen vor 300 Jahren.

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Eine Kritik
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Naru (Amber Midthunder) merkt als erste, dass etwas nicht stimmt. Ein Donnern über den Baumgipfeln verscheucht einen Hirsch, den die angehende Jägerin vom Stamm der Comanchen gerade erlegen wollte. Sie verfolgt das Tier bis zum Rande des Waldes und hört das Donnern erneut.

Schließlich sieht sie am Himmel ein von Blitzen umgebenes Flugobjekt, das eine breite Spur durch die Wolken zieht. Wenig später findet Naru eine leuchtend grüne Flüssigkeit auf einem Baumstumpf.
Fans der Predator-Franchise wissen natürlich sofort, worum es sich dabei handelt.

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Der Film "Prey", der am 5. August auf Disney+ startet, ist der mittlerweile siebte Film der legendären Actionreihe. In gewisser Weise ist "Prey" aber auch der erste Film der Reihe, denn die Handlung spielt im Jahr 1719. Der unerbittliche Jäger aus den Tiefen des Weltalls hat es diesmal auf die Ureinwohner Nordamerikas abgesehen, die sich mit Pfeil, Bogen und Tomahawks zur Wehr setzen.

Nachdem die letzten Filme, vor allem "Predator - Upgrade" aus dem Jahr 2018, die Fans nicht begeistern konnten und schlechte Kritiken bekamen, fühlt sich "Prey" wie ein gelungener Neustart für das Franchise an. Der Film vergisst dabei aber nicht seine Wurzeln und verweist nicht nur mit seinen spektakulär inszenierten und ultrabrutalen Actionszenen mehrfach direkt auf das Schwarzenegger-Original aus dem Jahr 1987, einen der ikonischsten Actionfilme überhaupt.

Der Cast von "Prey" ist fast ausschließlich mit indigenen Schauspielern besetzt

Amber Midthunder, die zehn Jahre nach dem Kinostart von "Predator" zur Welt kam, sah das Original das erste Mal gemeinsam mit ihren Eltern und hat den Kultfilm seitdem immer wieder angeschaut. Nun tritt sie selbst in die Fußstapfen von Arnold Schwarzenegger und stellt sich dem Alien-Jäger entgegen. "Das fühlt sich für mich immer noch völlig verrückt an und ich muss das wirklich erst noch verarbeiten", sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion.

Midthunder ist indigener Herkunft und Mitglied des Fort Peck Sioux Tribe. Es ist eine Besonderheit von "Prey", dass praktisch der ganze Cast mit indigenen Schauspielerinnen und Schauspielern besetzt wurde. Regisseur Dan Trachtenberg und Produzentin Jhane Myers, die selbst dem Volk der Comanchen angehört, achteten sehr darauf, dass die Lebensumstände und Gewohnheiten der amerikanischen Ureinwohner authentisch inszeniert wurden.

Die Ureinwohner Amerikas werden in Filmen und Serien sichtbarer

Die indigene Bevölkerung Amerikas kämpft in den USA nach wie vor um ihre Rechte und ihre Sichtbarkeit. Jahrzehntelang wurden nur wenige Rollen mit indigenen Schauspielern besetzt. In den klassischen Western wurden Indianer oft als Wilde und bösartige Gegenspieler der Cowboys gezeigt. Erst in den letzten Jahren und mit dem Entstehen der Streamingdienste, die sehr auf eine diverse Besetzung ihrer Produktionen achten, entstanden Serien wie "Reservation Dogs", "Rutherford Falls" oder "Dark Winds".

"Die Natives werden mittlerweile in Filmen und Serien sehr vielfältig dargestellt. Ich hoffe, dass wir davon in Zukunft noch mehr sehen werden", sagt Midthunder: "Unser Film ist ein weiterer, großartiger Schritt und ich bin sehr stolz darauf. Mir bedeutet es sehr, sehr viel mit einem fast ausschließlich indigenen Cast zu arbeiten."

"Prey" zeigt das Leben der Comanchen vor 300 Jahren, ihre Lager und Zelte, ihren achtsamen Umgang mit der Natur und ihre Jagdtechniken. Der Film wird somit ein Stück weit auch zu einer Geschichtsstunde. Gedreht wurde unter anderem in Kanada im Gebiet der Stoney Nakoda First Nation im Westen Calgarys. Die raue, schöne und eindrucksvoll in Szene gesetzte Natur trägt zur Atmosphäre des Films maßgeblich bei.

"Prey" ist der beste Predator-Film seit dem Original

Getragen wird der Film aber von Amber Midthunder in der Rolle der Naru, die eine Jägerin sein will und um die Anerkennung der männlichen Krieger kämpft. Sie versucht ihren Stamm vor dem Yautja, wie sich die Predators selbst nennen, zu schützen.

Schnell entwickelt sich ein blutiges Katz-und-Maus-Spiel, das Action, Horror und Science-Fiction in bekannter Predator-Tradition vermischt. Und tatsächlich gelingt das "Prey" so gut wie keinem der Sequels seit dem 1987er-Original.

Der Neustart der Predator-Reihe ist somit gelungen und dürfte alte Fans genauso ansprechen wie jüngere, die vielleicht noch nicht alle Filme gesehen haben. Dass es weitere Fortsetzungen gibt und der Predator andere Epochen der Menschheitsgeschichte unsicher macht, scheint nicht ausgeschlossen. Reizvoll wäre das allemal.

Verwendete Quellen:

  • Zoom-Interview mit Schauspielerin Amber Midthunder
  • Vorabsichtung von "Prey"
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