Der kauzige Detektiv sitzt am Tisch in seinem Antiquariat und bastelt ein Papierschiffchen, dazu malt er ein Kreuz daneben. Kriminalkommissarin Anna Springer (Rita Russek) schaut Georg Wilsberg (Leonard Lansink) dabei zu und rätselt so lange, bis sie drauf kommt: Er schenkt ihr zum Geburtstag eine Kreuzfahrt.

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Das nötige Geld hat der notorisch klamme Privatschnüffler aus Münster zusammengespart, aufbewahrt in einem Briefumschlag. Dummerweise legt er ihn in seiner Kasse ab, die ziemlich nah am Ladeneingang steht. Wenig später wird bei ihm eingebrochen, und das ganze Geld ist weg.

Doch nicht nur Wilsberg macht in der TV-Wiederholung "Schutzengel" aus dem Jahr 2019 am kommenden Samstag (20.15 Uhr im ZDF) unnötige Fehler: Kommissar Overbeck (Roland Jankowsky) will bei einem Überfall den Täter stellen, überwältigt jedoch das Opfer, während der wahre Räuber seine Waffe mitnimmt.

Damit nicht genug: Die Personalrätin bei der Kripo, die das unvermeidliche Disziplinarverfahren gegen Overbeck überprüft, wird in ihrer Wohnung erschossen, und Anna auf ihrem Fahrrad von einem Auto überfahren.

Nostalgie pur: Beziehung von Springer und Wilsberg wird in Rückschau erzählt

Der Fall ist unerwartet emotional und nostalgisch und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Die private Beziehung von Springer und Wilsberg wird in einer hübschen Rückschau erzählt, Wilsberg sitzt später in Erinnerungen schwelgend an ihrem Krankenbett.

Aber humorvoll ist diese Geschichte ebenfalls, denn der eigentliche Star dieser Folge ist Overbeck, der in geradezu haarsträubende Situationen gerät und vor allem von seiner Chefin ziemlich viel Spott ertragen muss ("Würstchen mit Sonnenbrille"). Was ihn nicht dran hindert, sich selbst über den grünen Klee zu loben und die Verleihung der "Goldenen Handschelle" vom Innenminister zu erwähnen.

Jubiläumsfolge ist rundum gelungen

Autor Eckehard Ziedrich ("Ein Fall für zwei") und Regisseur Martin Enlen ("Ich war eine glückliche Frau") haben schon mehrere "Wilsberg"-Filme inszeniert, allerdings noch keinen gemeinsam. Die Jubiläumsfolge ist ihnen durchweg gelungen - sie ist unterhaltsam, logisch aufgebaut, hat witzige Dialoge mit einigen Giftpfeilen darin und bietet so manche falsche Fährte und unverhoffte Wendung. Die wahren Gauner sehen völlig harmlos aus und sitzen sogar in Amtsstuben. Ohne einen ganz speziellen Kugelschreiber aber wäre der ziemlich vertrackte Fall nicht zu lösen gewesen.

Die Schlussszene ist ausgesprochen hübsch geraten. Der Schutzengel hat in dieser Folge wahrlich viel zu tun, und er möge auch weiterhin seine Hand über dieser beliebten Krimireihe halten, die regelmäßig gute Einschaltquoten einfährt. (dpa/dh)

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