Carl XVI. Gustaf wird 75: Das Leben des am längsten regierenden Schwedenkönigs in Bildern

Am 30. April feiert König Carl XVI. Gustaf, der seit dem 15. September 1973 auf dem schwedischen Thron sitzt, seinen 75. Geburtstag. Grund genug, um auf sein ungewöhnliches Leben und seine Zeit als Monarch des Königshauses Bernadotte zurückzublicken. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Carl Gustaf Folke Hubertus Bernadotte erblickte am 30. April 1946 auf Schloss Haga bei Stockholm das Licht der Welt. Er ist das jüngste Kind und der einziger Sohn von Prinz Gustaf Adolf und der deutschen Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg und Gotha.
Früh erlebte der junge Royal einen schweren Schicksalsschlag: Als er gerade einmal neun Monate alt war, starb sein Vater (Bild) bei einem Flugzeugabsturz, womit Carl Gustaf nach seinem Großvater an zweite Stelle in der Thronfolge rückte. Er wuchs von nun an mit seiner Mutter, seinen vier älteren Schwestern und dem Großvater, Kronprinz Gustav VI. Adolf, auf.
1950 bestieg sein Großvater den Thron. Carl Gustaf war so bereits im Alter von gerade einmal vier Jahren Kronprinz. Über den Tod seines Vaters wurde innerhalb der Familie nicht gesprochen, erinnerte er sich später.
Es folgten Jahre der akademischen und praktischen Vorbereitung auf seine Rolle als Monarch. Er absolvierte nach dem Abitur 1966 neben Studien in Geschichte, Nationalökonomie, Staatskunde und Soziologie auch eine Ausbildung in der schwedischen Marine, Luftwaffe und Armee.
Vor seinem Amtsantritt galt Carl Gustaf als "Partyprinz". Seine Vorliebe für das Feiern, Frauen und Autos wurde belächelt. Aufgrund seiner erst spät bekannt gewordenen Dyslexie galt der angehende Monarch gleichzeitig als schüchtern. Eine Eigenschaft, die von Kritikern mit mangelnder Intelligenz gleichgesetzt wurde.
So hatte er es nicht leicht, als er 1973 mit gerade einmal 27 Jahren den schwedischen Thron bestieg. Er war zu dieser Zeit der jüngste Monarch der Welt. Zwei Jahre später entzog eine Verfassungsreform dem König fast alle politischen Mitwirkungsrechte. Zuvor hatte er beispielsweise den Staatsminister ernennen können.
Auch die geplante Hochzeit mit einer Bürgerlichen wurde anfangs kritisch beäugt: Am 12. März 1976 fand die offizielle Verlobung mit der Deutschen Silvia Sommerlath statt. Carl XVI. Gustaf hatte sie vier Jahre zuvor bei den Olympischen Sommerspielen in München kennengelernt.
Die Hochzeit folgte am 19. Juni. Zu Ehren des königlichen Paares präsentierte die Band ABBA (Foto) am Abend vor der Eheschließung zum ersten Mal ihren Song "Dancing Queen" im schwedischen Fernsehen.
Das Königspaar hat drei Kinder: Kronprinzessin Victoria (r.), die 1977 rund ein Jahr nach der Hochzeit zur Welt kam, Prinz Carl Philip (2.v.r., geb. 1979) und Prinzessin Madeleine (M. unten, geb. 1982). Aufgrund des 1980 verabschiedeten Thronfolgegesetzes wird Victoria ihrem Vater einmal als Monarchin folgen. Der König selbst war allerdings dagegen: Die Aufgabe sei "für ein Mädchen zu schwer", befand er.
Mit den Jahren wurde Carl XVI. Gustaf zunehmend beliebter. Dafür verantwortlich war sicher auch die sympathische Königin Silvia, die zusammen mit dem Nachwuchs die Herzen des Volkes eroberte.
Aufgrund seines Krisenmanagements nach der Tsunami-Katastrophe an Weihnachten 2004 und einer darauffolgenden emotionalen Rede konnte Carl XVI. Gustaf das Volk endgültig von seiner Fähigkeit als König überzeugen. In der Ansprache sprach der Royal erstmals über den Tod seines Vaters.
Wenige Monate später folgten aber Negativschlagzeilen. Der Auto-Enthusiast war in einen Verkehrsunfall verwickelt. Zwar kam dabei niemand zu Schaden, allerdings war der Vorfall über mehrere Monate Thema in den Medien.
2010 zogen zudem zur Zeit der Hochzeit von Prinzessin Victoria mit Daniel Westling (Foto) Wolken über dem Königshaus auf. Das Skandalbuch "Der widerwillige Monarch" streute wilde Gerüchte über das royale Familienoberhaupt.
Ihm wurden Beziehungen zum Rotlicht-Milieu und eine Affäre mit der schwedischen Sängerin Camilla Henemark nachgesagt. Sie trat später sogar in der Talkshow von Markus Lanz auf (Foto). Auch wenn sich Aussagen aus dem Buch später widerlegen ließen, hinterließen sie einen bleibenden Image-Schaden.
Zu viel für die jüngste Tochter des Schwedenkönigs. Prinzessin Madeleine floh nach New York City. Zuvor hatte ihr Vater von ihr gefordert, die 2009 geschlossene Verlobung mit Jonas Bergström wegen dessen Affäre mit einer Sportlerin aufzulösen. In den USA fand Madeleine dann ihr Glück mit Geschäftsmann Christopher O'Neill (Foto).
Die königliche Familie konnte sich über die Jahre von ihrem Image-Schaden erholen und ihre Beliebtheit im schwedischen Volk erneut steigern. Grund dafür ist sicher auch der royale Nachwuchs, im besonderen Kronprinzessin Victoria und ihre Familie (Foto). Die älteste Tochter von Carl XVI. Gustaf und künftige Königin gilt seit vielen Jahren als das beliebteste Familienmitglied.
Für den König scheint ein vorzeitiges Abdanken - wie teilweise vom Volk gewünscht - nicht in Frage zu kommen. Seit Jahren betont er immer wieder, dass er weiter regieren wolle. In einem Interview anlässlich seines 75. Geburtstages antwortete er kürzlich auf die Frage, ob seine Tochter (r.) bereit für den Thron sei: "Ist man jemals bereit dazu?"
Ende des Jahres 2020 hatte sich Carl XVI. Gustaf, der sich normalerweise aus der schwedischen Politik heraushält, kritisch über das Coronavirus-Management seines Landes geäußert. "Ich glaube, wir haben versagt", sagte er in einer Ansprache zu seinem Volk.
Durch seine lange Amtszeit konnte er bereits einen Rekord aufstellen: Seit dem 26. April 2018 gilt er offiziell als der am längsten regierende König der schwedischen Geschichte. In der Pandemie sei es ihm laut eigenen Aussagen erstmals möglich gewesen, diese lange Zeit als König auch zu reflektieren.
Der schwedischen Zeitung "Svensk Damtidning" sagte er: "Ich habe das Rentenalter schon vor langer Zeit überschritten... Aber ich habe meine Aktivitäten deswegen nicht verlangsamt, außer jetzt, wegen der Pandemie, leider. Dies war das ruhigste Jahr, das ich erlebt habe."