Naruhito: Spannende Fakten zu Japans neuem Kaiser

Naruhito ist am 1. Mai der neue Kaiser von Japan geworden. Damit folgt er seinem Vater Akihito nach. Am 22. Oktober wird Naruhito gekrönt. Bis dahin muss er noch einige Zeremonien durchlaufen. © spot on news

Am 1. Mai wurde aus dem Kronprinzen Naruhito der neue Kaiser oder auch Tennō von Japan. Er folgt seinem Vater Kaiser Akihito nach, der das Amt 30 Jahre lang inne hatte.
Naruhito ist 59 Jahre alt. Er ist der älteste Sohn von Akihito (85) und dessen Gemahlin Michiko (84).
Kaiser Naruhito ist verheiratet mit Kaiserin Masako. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter: Prinzessin Aiko ist 17 Jahre alt. Als Frau wird sie in der japanischen Thronfolge nicht berücksichtigt.
Als Kaiser von Japan hat Naruhito keine staatliche Gewalt, sondern gilt laut der japanischen Verfassung als "das Symbol des Staates und der Einheit des Volkes". Aus religiöser Sicht hat er eine hohe Bedeutung: Er gilt als der oberste Priester der Shintō-Religion.
Damit Naruhito offiziell Kaiser wird, muss er mehrere Zeremonien durchlaufen. Der erste Schritt fand am 30. April statt: An diesem Datum hat Kaiser Akihito abgedankt. Ein halbes Jahr vor der offiziellen Krönung seines Nachfolgers legte er sein Amt nieder.
Am Tag danach fand die Kenji-to-Shokei-no-Gi-Zeremonie statt: Naruhito bekam am 1. Mai die drei japanischen Throninsignien überreicht. Dazu gehören ein Schwert für Tapferkeit, ein Juwel für Willen zum richtigen Handeln und ein Spiegel für Weisheit.
Nur der Kaiser und einige Priester wissen, wie die Insignien aussehen. Für Wissenschaft und Öffentlichkeit sind sie nicht zugänglich. Es existieren nicht einmal Beschreibungen oder Abbildungen.
Der Kern-Zeremonie wohnen neben Naruhito nur zwei andere Mitglieder der Kaiserfamilie bei: sein Bruder Prinz Fumihito (Bild) und sein Onkel Prinz Hitachi.
Prinz Fumihito steht nach Naruhito auf Platz zwei der Thronfolge. Ihm folgt sein Sohn Prinz Hisahito. Er darf bei der Zeremonie nicht dabei sein: Mit 12 Jahren ist er noch nicht erwachsen.
Die Frauen der Kaiserfamilie dürfen an der Kern-Zeremonie nicht teilnehmen.
Bei der anschließenden Sokuigo-Choken-no-Gi-Zeremonie trifft der neue Kaiser erstmals die über 300 Volksvertreter, darunter Regierungschefs und Vertreter von Kommunalverwaltungen.