Konstantin II. wird 80: Der letzte König einer gescheiterten griechischen Monarchie

Am 2. Juni feiert Konstantin II., der letzte König von Griechenland, seinen 80. Geburtstag. 1967 floh er nach einem gescheiterten Gegenputsch ins Exil nach Rom, später nach London. Der Untergang der griechischen Monarchie hatte sich bereits häufiger in der Geschichte angekündigt. Ein Rückblick in Bildern. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Der erste König der Hellenen war Otto I. Er regierte das Königreich Griechenland von 1832 bis 1862. Anschließend kehrte er mit seiner Frau infolge eines Militärputschs in seine bayerische Heimat zurück.
Im Anschluss wurde Prinz Wilhelm von Dänemark 1863 als Georg I. zum Monarchen. Sein Vater war der spätere dänische König Christian IX. Das Bild zeigt Georg I. und seine Familie bei der Eröffnung der ersten neuzeitlichen Olympischen Sommerspiele 1896 in Athen.
Konstantin I., der Sohn von Georg I., war ein wahres "Stehaufmännchen". Nachdem das Land unter seiner Führung 1915 in zwei Teile gespaltet worden war, verließ er Griechenland und sein Sohn Alexander folgte ihm auf den Thron. Als der allerdings 1920 verstarb, wünschte sich das Volk in einer Abstimmung Konstantin I. zurück. 1922 vertrieb ihn ein Putsch vom Thron.
Gleich zweimal regierte König Georg II., der Sohn des ersten Konstantin, Griechenland als Monarch. Während seiner ersten Amtszeit wurde 1924 die Abschaffung der Monarchie beschlossen, 1935 erneuerte er sie. Das Foto zeigt ihn und seine Frau, Prinzessin Elisabeth von Rumänien, im Jahr 1922.
Nach seinem Tod wurde sein Bruder Paul, der Vater von Konstantin II., 1947 König. Das Foto zeigt ihn mit seiner Frau, Königin Frederica, im Jahr 1957.
König Pauls Sohn Konstantin II. regierte das Königreich offiziell ab 1964. Sein Status war allerdings stets instabil, mit Ministerpräsident Georgios Papandreou verstand er sich nicht. 1967 putschte das Militär gegen ihn. Seit dem Jahr seiner Krönung ist Konstantin II. mit Anne-Marie, der ehemaligen Prinzessin von Dänemark, verheiratet (Foto). Die beiden haben heute fünf Kinder und neun Enkel.
Noch bevor er König wurde, glänzte Konstantin II. als Athlet. Bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom gewann er als Segler mit seinem Team die Goldmedaille. Das Foto zeigt ihn (2.v.r.) 2016 mit den griechischen Seglern Panagiotis Mantis und Pavlos Kagialis, die in Rio de Janeiro die Bronzemedaille im Segeln gewannen.
Nachdem Konstantin II. 1967 erst nach Rom und anschließend nach London ins Exil geflohen war, bestand die griechische Monarchie noch sechs Jahre fort. 1973 wurde sie durch die Militärjunta in Athen abgeschafft. Bei einer Volksabstimmung sprachen sich später 70 Prozent gegen eine neue Monarchie aus. Das Bild zeigt den König 1972 während der Kieler Woche.
Der Ex-König blieb stark verbunden mit den europäischen Königshäusern. Seine Frau, Königin Anne-Marie (l.), entstammt der dänischen Monarchie, seine Schwester Sophia (r.) heiratete 1962 König Juan Carlos von Spanien. Seine zweite Schwester Prinzessin Irene (2.v.r.) blieb unverheiratet und lebt heute bei ihrer Schwester in Madrid.
Zur weiteren Verwandtschaft von Konstantin II. gehört außerdem Prinz Philip (r.), der Ehemann der britischen Queen Elizabeth II. Er wurde 1921 als Prinz Philip von Griechenland und Dänemark im Schloss Mon Repos auf Korfu geboren. Er ist der Enkel von König Georg I. von Griechenland und der Neffe von Konstantin I. - dem Opa von Konstantin II. Das Foto zeigt die beiden 1964.
Heute bezeichnet sich der ehemalige Monarch als König Konstantin - ähnlich seines früheren Titels Konstantin, König der Hellenen. Eine Rückkehr zur Macht strebt der nunmehr 80-Jährige aufgrund seines fortgeschrittenen Alters heute nicht mehr an, weshalb er bei den Griechen wieder an Popularität gewonnen hat.