Welche Rolle spielt es eigentlich für die Thronfolge, ob das "Royal Baby" ein Junge oder ein Mädchen wird? Keine! Doch das war nicht immer so. Wird der Nachwuchs von William und Kate allerdings ein Mädchen, wird königliche Geschichte geschrieben.

Das royale Baby ist endlich da! Und danach ging es Schlag auf Schlag: Am Montag kam der kleine Prinz zur Welt, am Dienstag zeigte sich die junge Familie erstmals der Öffentlichkeit und am Mittwoch wurde der Name des Kleinen bekannt gegeben. Die neuesten Meldungen zum "Royal Baby" finden Sie immer in unserem Baby-Ticker.

Bis vor wenigen Jahren wäre klar gewesen: Wenn Kates Baby eine kleine Prinzessin wird, hätte sie nur dann irgendwann einmal Königin werden können, wenn ihr keine Brüder mehr gefolgt wären. So wollte es die sogenannte Primogenitur. Erst seit dem Jahr 2011 ist das anders.

Mädchen sind in der Thronfolge jetzt gleichberechtigt

Im Oktober jenen Jahres dachten sich die Teilnehmer der Commonwealth-Konferenz im australischen Perth, dass die jahrhundertealte Erbfolge-Regelung vielleicht doch ein wenig angestaubt sein könnte. Die sah vor, dass nur männliche Nachkommen des erstgeborenen Thronerben die Krone auch tragen durften. Deren Schwestern hatten in jedem Fall das Nachsehen, auch wenn sie zuerst geboren wurden.

Es sei denn, es kamen eine Menge Zufälle zusammen, wie bei Queen Elizabeth II. Die hat es nur deswegen auf den Thron geschafft, weil ihr Onkel König Edward VIII. 1936 abgedankt und ihr Vater George VI. (der Stotterer aus "The King's Speech") dessen Nachfolge angetreten hatte. Und weil sie keine Brüder hatte. Man sieht, das mit der Thronfolge kann kompliziert werden. Fans der US-Serie "Game of Thrones" können ein Lied (von Eis und Feuer) davon singen.

Die 16 Commonwealth-Staaten, deren Staatsoberhaupt die Queen ist, beschlossen daraufhin im Oktober 2011, diese Regel wenigstens ein bisschen zu vereinfachen und im Sinne der Geschlechtergleichberechtigung gerechter zu machen. Das hatte mittlerweile auch Premierminister David Cameron gefordert. Heraus kam dabei das Gesetz "Succession to the Crown Act 2013", das im April diesen Jahres in Kraft trat. Sollte Kate ein Mädchen bekommen, würde sie auf jeden Fall an Platz drei der Thronfolge rücken (hinter Opa Charles und Papa William) und auch dort bleiben, selbst wenn sie noch das eine oder andere Brüderchen bekommen sollte. Das hat es in der Geschichte der britischen Monarchie noch nicht gegeben.

So ganz sind Ungleichheiten damit aber noch nicht ausgeräumt. Den Titel Herzog (oder in ihrem Fall Herzogin) von Cornwall samt den dazugehörigen millionenschweren Ländereien wird sie nämlich nicht erben. Diese Ehre wird weiterhin dem erstgeborenen Sohn zuteil.

Allerdings dürfte es tatsächlich noch eine Weile dauern, bis die kleine Prinzessin tatsächlich Königin wird, denn wie erwähnt stehen Opa und Papa noch immer vor ihr in der "Line of Succession". Es wird zwar seit Jahren spekuliert, dass Charles zugunsten seines Sohnes verzichten könnte. So ein paar Jährchen als "King Charles" - oder "King George VII., wie er sich auch nennen könnte - will er sich vielleicht ja aber doch noch gönnen. Und dass William früher abdankt, ist wohl auch eher unwahrscheinlich.

Rückwirkend gilt das neue Gesetz allerdings nicht. Prinzessin Anne, die Schwester von Charles, muss also auf verdammt viele Zufälle hoffen, damit sie es noch zur Königin bringt. (cze)