• Großbritannien trauert um Queen Elizabeth II.
  • Deutschland besuchte die britische Königin viermal bei einem offiziellen Staatsbesuch und neunmal insgesamt.
  • Diese besonderen Momente erlebte die Queen hierzulande.

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Die britische Königin Elizabeth II. war mehrmals in Deutschland. Einige besondere Momente:

Der erste Besuch in Deutschland war "ein tief bewegendes Erlebnis" für die Queen

1965 kam Elizabeth II. zum ersten Mal. Im damals noch geteilten Berlin hatte der royale Konvoi mitunter Mühe, sich einen Weg durch die jubelnden Massen zu bahnen. Zum ersten Mal sahen die Queen und ihr Gemahl Prinz Philip die Sperranlagen mitten in der Stadt. In langsamer Fahrt fuhr ihr Wagen nahe an der Mauer vorbei. Vor dem Rathaus Schöneberg, wo sich etwa 100.000 Menschen versammelt hatten, nannte die Monarchin ihren Berlin-Aufenthalt "ein tief bewegendes Erlebnis".

Koenigin Elizabeth II und Prinz Philip auf Staatsbesuch in Berlin. Am 27.05.1965 jubelten den Royals im offenen Mercedes 600 in der Innenstadt zahlreiche Schaulustigen zu.

Damals erhielt die Monarchin auch einen unmittelbaren Eindruck von der deutschen Arbeitswelt. Eine Besichtigung des Hüttenwerkes Huckingen der Mannesmann AG in Duisburg stand auf dem Programm. Nach einer Rundfahrt im Wagen über staubige und rußige Werkstraßen stieg sie die eisernen Stufen zu der Hochofenbühne empor, um einen Ofenabstich mitzuerleben. Wie alle anderen trug auch sie einen Schutzhelm.

Der Besuch endete mit einer glanzvollen Schiffsparade. Die königliche Jacht "Britannia" legte von der Hamburger Überseebrücke zur Fahrt nach England ab - begleitet von vier Kriegsschiffen und Booten der Wasserschutzpolizei. Zehntausende Schaulustige säumten das Elbufer, um die Ausfahrt des königlichen Besuchs zu erleben. An der Schiffsbegrüßungsanlage bei Wedel explodierten statt eines Gruß-Saluts am nächtlichen Himmel bunte Raketen.

Besuch in Ostdeutschland

1992 galt ihr besonderes Interesse dem Osten des wiedervereinigten Landes. In Dresden setzte sie mit ihrem Besuch fast 50 Jahre nach dem vernichtenden Bombenangriff alliierter Flugzeuge auf die Stadt ein Zeichen der Versöhnung. In Leipzig begab sie sich auf die Spuren der friedlichen Revolution in der DDR Ende der 1980er Jahre. Am Brandenburger Tor in Berlin hatte sie erstmals ostdeutschen Boden betreten.

Premiere bei Botschaftseröffnung

Als erste amtierende Monarchin in der Geschichte des Königreichs eröffnete Elizabeth II. im Jahr 2000 eine britische Botschaft. Der Neubau in der Nähe des Brandenburger Tors wurde an der Stelle errichtet, an der die im Zweiten Weltkrieg zerstörte alte Vertretung gestanden hatte.

Die Queen fährt mit der S-Bahn

Zu ihrem Staatsbesuch 2004 hatte sich das Protokoll etwas besonderes ausgedacht: eine Fahrt mit der Berliner S-Bahn. Im Panoramazug konnte sich die Queen auf dem Weg nach Potsdam ein Bild vom Wandel der einst geteilten Stadt machen.

Amüsiert bei einer Modenschau

Sichtlich "amused" war die Königin von einer Modenschau deutsch-englischer Designer, die 2004 das Festmenü der Düsseldorfer Landesregierung auflockerte. Insbesondere die frechen Schöpfungen der Modemacherin Anja Gockel erheiterten die Monarchin.

2015 war ihr letzter Staatsbesuch in Deutschland

70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs betrat die Queen 2015 zum ersten Mal ein ehemaliges Konzentrationslager. Es war ihr persönlicher Wunsch, in der Gedenkstätte Bergen-Belsen (Niedersachsen) einen Kranz zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus niederzulegen und mit Holocaust-Überlebenden und Veteranen der britischen Armee zu sprechen. Elizabeth II. war noch eine junge Prinzessin, als die Briten 1945 Bergen-Belsen befreiten.

Beim 5. Staatsbesuch von Queen Elizabeth II. im Juni 2015 machte die Queen eine Bootsfahrt auf der Spree mit Bundespräsident Joachim Gauck.
2015 zeigte die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel Queen Elizabeth II. das Kanzleramt in Berlin.

Ein Gemälde als Gastgeschenk

Bundespräsident Joachim Gauck überreichte der Queen 2015 ein Gemälde der Künstlerin Nicole Leidenfrost: "Pferd in Royalblau". Es zeigt Elizabeth als Mädchen auf einem blauen Pony. Zu sehen ist auch ihr Vater George VI. in einem gelben Sakko. Der Kommentar der Königin: "Das ist eine lustige Farbe für ein Pferd". Sie bemerkte aber auch: "Soll das mein Vater sein?" Die britische Presse hatte wenig übrig für das Geschenk. "Ist es Bad Painting oder einfach nur schlecht gemalt?", fragte der Kunstkritiker Mark Hudson. Leidenfrost war sich sicher: "Der Königin hat mein Bild gefallen".  © dpa

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