Kein gewöhnlicher Staatsbesuch: Donald Trump zu Gast bei der Queen

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Donald Trump ist zu Gast bei der Queen. Für Großbritannien ist das nicht irgendein Staatsbesuch: Der US-Präsident macht mit Beleidigungen von sich reden. Demonstranten stören das Bild. Und die Monarchin wählt ungewöhnlich politische Worte.

Am Montagabend waren US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania zum Staatsbankett bei der Queen eingeladen.
Zu den knapp 150 geladenen Gästen zählte auch Großbritanniens Noch-Premierministerin Theresa May. Sie wurde von Prinz William an ihren Platz geleitet. Im Hintergrund sieht man schon ...
... Herzogin Kate, die ganz aufgerüscht mal wieder einen bezaubernden Auftritt hinlegte.
Im Ballsaal des Palasts wurde Lamm mit Frühlingsgemüse, Heilbutt-Filet mit Spargelspitzen und Erdbeertörtchen serviert. Im Gegensatz zum Essen dürften Donald Trump die Worte der Queen aber gar nicht geschmeckt haben ...
"Obwohl sich die Welt verändert hat, sind wir uns der ursprünglichen Bestimmung dieser Strukturen bewusst: Völker arbeiten zusammen, um einen hart erkämpften Frieden zu bewahren", sagte die 93-Jährige - an den Mann gerichtet, der die NATO, die Vereinten Nationen und die Europäische Union immer wieder kritisiert und diskreditiert und den Brexit ausdrücklich befürwortet.
Worauf genau die beiden anstießen, ist nicht bekannt. Nicht geheim blieb dagegen, dass Trump sich zum Ende seiner eigenen Rede noch einen Fauxpas leistete: Er legte der Queen die Hand auf den Rücken - dabei verbietet es das Protokoll, sie zu berühren.
Ob es angesichts der Spannungen zwischen den Ländern angemessen ist, Donald Trump zu einem Staatsbesuch zu empfangen, ist in Großbritannien höchst umstritten. Am Montagnachmittag versammelten sich Hunderte Demonstranten vor dem Buckingham Palace, um gegen den Besuch und Trumps Politik zu demonstrieren.
Deutlich heftigere Proteste mit bis zu 250.000 Teilnehmern werden am heutigen Dienstag erwartet. Auf dem Trafalgar Square im Zentrum Londons haben Aktivisten eine Trump-Statue aufgebaut, die auf einer goldenen Toilettenschüssel sitzt. Oppositionsführer Jeremy Corbyn hat sich als Redner angekündigt.
Wasser auf die Mühlen seiner Gegner hatte Trump schon am Montag gegossen. Bevor er und seine Frau Melania am Londoner Flughafen Stansted gelandet waren, hatte der US-Präsident Herzogin Meghan als "fies"bezeichnet und noch aus dem Flugzeug heraus über Londons Bürgermeister Sadiq Khan getwittert, der sei "dumm und inkompetent".
Nichtsdestotrotz wurde Trump mit Kanonenfeuer vor dem Tower of London und der Tower Bridge in London begrüßt.
Prinz Charles nahm Donald Trump in Empfang. Anschließend geleiteten er und seine Ehefrau, Herzogin Camilla, das Präsidentenpaar zum Eingang des Buckingham Palace, wo ...
... Queen Elizabeth II. höchstpersönlich ihre Gäste begrüßte. Beim Handschlag mit dem US-Präsidenten gab es sogar ein herzliches Lächeln von Seiten Ihrer Majestät. Und das, obwohl Trump, wie bereits 2018, die Verbeugung vergaß.