UNICEF: Kinder weiter Opfer aggressiver Kriegsführung

Die neue UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore fordert eine Einhaltung des Kriegsrechts. Auch in den ersten vier Monaten des Jahres gingen die Attacken auf Kinder mit unverminderter Härte weiter. Angriffe auf Schulen, Krankenhäuser und andere zivile Infrastruktur sind dabei nur ein Aspekt.

"Ohne jede Einsicht und noch weniger Verantwortung missachten Konfliktparteien eine der grundlegenden Regeln in Kriegszeiten: den Schutz von Kindern", kommentiert Henrietta Fore das Kriegsgeschehen weltweit.
Im Jemen wurden seit Januar mindestens 220 Kinder getötet. Ein Ende des Konfliktes ist nicht in Sicht. Über vier Millionen Kinder haben zudem zu wenig zu essen. Mit Beginn der Regenzeit und den bestehenden hygienischen Verhältnissen drohen erneut Durchfallerkrankungen.
Auch Syrien kommt im siebten Kriegsjahr nicht zur Ruhe. So kam es im ersten Vierteljahr allein zu 70 Angriffen auf Krankenhäuser und Gesundheitsstationen.
Im jüngsten Land der Erde, dem Südsudan, sind die Kinder vor allem durch Mangelernährung und Zwangsrekrutierung in Gefahr. Etwa 19.000 Kinder dienen als Kämpfer, Boten, Wächter, Köche und Sex-Sklaven in bewaffneten Gruppen.
Schätzungen zufolge werden bis zu 250.000 Mädchen und Jungen als Kindersoldaten missbraucht. Die seelischen Wunden reichen meist noch wesentlich tiefer als die körperlichen.
Eine sichere Kindheit in Afghanistan ist noch in weiter Ferne. 150 tote und 400 verletzte Kinder zählte das Kinderhilfswerk in den ersten drei Monaten.
Die Situation für die Kinder in der Zentralafrikanischen Republik ist hart. Immer wieder kommt es in dem politisch sehr instabilen Land zu heftigen Ausbrüchen von Gewalt. Mehr als eine Million Menschen sind auf der Flucht - das entspricht einer von vier Familien des Landes.
Trotz dieser weltweiten Krisenlage gibt sich Fore kämpferisch. UNICEF ist mit seinen Partnern vor Ort und versucht die Not der Kinder zu lindern.
Ihr Statement ist jedoch deutlich: "Humanitäre Hilfe allein ist nicht genug. Kinder brauchen zu jeder Zeit Frieden und Schutz. Das Kriegsrecht verbietet gezielte Angriffe auf Zivilisten, Angriffe auf Schulen oder Krankenhäuser, den Einsatz, die Rekrutierung und Inhaftierung von Kindern und die Verweigerung von humanitärer Hilfe."
"Wenn Konflikte ausbrechen müssen diese Regeln respektiert werden – und diejenigen, die sie brechen zur Verantwortung gezogen werden. Genug ist genug. Stoppt Angriffe auf Kinder", fordert Fore.