Es war sicher einer der größten Erfolge von UNICEF direkt nach den Wirbelstürmen Kenneth und Idai: Dank der schnellen Spenden konnten 900.000 Menschen in kurzer Zeit gegen Cholera geimpft werden. Ein größerer Ausbruch und damit eine noch größere Katastrophe konnten so verhindert werden. Nur acht Menschen starben nach den Zyklonen an Cholera – fast ein Wunder. Wie gefährlich die Situation vor sechs Monaten war, wird uns bewusst, als wir das Elendsviertel Playa Nova Zone B in Beira besuchen.

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Dicht an dicht stehen die Hütten der Bewohner. Überall stehen Wasserlachen, in denen sich Krankheiten rasant vermehren können. Die einfachen Behausungen waren dem heftigen Wind schutzlos ausgeliefert und wurden einfach weggeweht.

Neben den materiellen Schäden eine enorme Gefahr für das Leben und die Gesundheit der Kinder. "UNICEF hat in kurzer Zeit eine riesige Menge an Impfstoffen besorgt und die Menschen über die Bedeutung der Impfung informiert", erklärt uns Daniel Timme von UNICEF.

Die Schluckimpfung gegen Cholera muss zweimal verabreicht werden. Der Daumennagel der geimpften Menschen wurde dazu mit Farbe markiert, um im Chaos der Katastrophe den Überblick zu behalten.

Neben den Impfungen wurde auch die Wasserversorgung in der Stadt Beira wiederhergestellt – und es wurden Notzelte für den Schulunterricht aufgebaut: Wir besuchen die Schule "25. Junio" in Beira.

Schulbesuch wichtig für Struktur und Normalität

4.900 Schülerinnen und Schüler werden hier unterrichtet. In Schichten, damit der Platz reicht. Gerade bereiten die Lehrer die Abschlussprüfungen für das zu Ende gehende Schuljahr vor. Fast ein Gefühl von Normalität, wenn da nicht die deutlich sichtbaren Schäden wären.

16 Klassenräume wurden von Zyklon Idai zerstört. Der Unterricht findet zum Teil an der offenen Luft statt. Bald kommt die Regenzeit: UNICEF hat Zelte aufgestellt, damit auch dann der Unterricht weitergehen kann.

Schon 14 Tage nach dem Zyklon konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden, wie uns Joaquim Dique Jaoa, der stellvertretende Schulleiter erzählt. Die Kinder wurden enger zusammengesetzt, immer zwei Klassen in einen Raum. "Damit sie weiter lernen können."

Fortschritt und Wiederaufbau deutlich sichtbar

Wir sehen ein Schulgebäude, das unbeschädigt geblieben ist: Das Dach war nicht nur einfach mit Nägeln befestigt, sondern mit Metall-Armierungen fest im Mauerwerk verankert. Das will man beim Wiederaufbau der zerstörten Klassenräume nun berücksichtigen.

Vor dem Abflug zurück in die Heimat lassen wir unseren Besuch in Mosambik Revue passieren. Die Menschen vor Ort haben uns viel erzählt. Wie es war, als der Zyklon über sie hinwegfegte. Welche Trümmer Idai und Kenneth hinterlassen haben.

Zusammen mit den UNICEF-Mitarbeitern vor Ort konnten wir sehen, welche Fortschritte der Wiederaufbau macht. Durch Impfungen, eine funktionierende Wasserversorgung, den Bau von Brunnen und Latrinen – aber auch durch die Organisation kinderfreundlicher Orte und Notschulen konnte unfassbar viel erreicht werden.

Wir haben eine große Dankbarkeit bei den Menschen gespürt. Unzählige Kinder haben uns immer wieder begeistert und lachend empfangen. Durch Ihre großzügige Hilfe haben Sie diesen Kindern eine Zukunft gegeben. Vielen Dank dafür!

>> Lesen Sie auch Teil 3 unseres Reisetagebuchs. <<

Teaserbild: © UNICEF/UN0312432/Oatway