So läuft die Nothilfe nach Zyklon Idai

Mitte März richtete der Wirbelsturm Idai verheerende Zerstörungen in Malawi, Mosambik und Simbabwe an. Bis zu drei Millionen Menschen, ungefähr die Hälfte davon Kinder, sind von den schweren Überflutungen und Verwüstungen betroffen.

Über zwei Wochen nach Zyklon Idai ist das Wasser noch immer nicht überall zurückgegangen. Dennoch lässt sich mittlerweile das verheerende Ausmaß der Naturkatastrophe erkennen.
Erste Bestandsaufnahmen ergaben, dass allein in Beira, einer Großstadt in Mosambik, über 2.600 Klassenräume zerstört und 39 Gesundheitszentren beschädigt wurden. Über 11.000 Häuser wurden vollständig verwüstet. Viele Gebiete sind schwer oder gar nicht erreichbar, was den Einsatz der Hilfskräfte erschwert.
UNICEF hat gemeinsam mit seinen Partnern bereits mehrere Tonnen Hilfsgüter in die betroffenen Regionen gebracht. Material für Notunterkünfte und sanitäre Anlagen, Medikamente, Hygieneartikel und Nahrungsmittel stellte unter anderem das Warenlager in Kopenhagen bereit.
Neben den Hilfsgütern stehen von UNICEF rund um die Uhr Spezialteams bereit, die innerhalb von wenigen Stunden in Katastrophengebiete reisen können. Diese besonders geschulten Kräfte machen sich vor Ort ein Bild von der Lage und ermitteln den Bedarf an Hilfsgütern.
Deswegen ist eine der wichtigsten Aufgaben der Helfer die Wiederherstellung der Trinkwasserversorung. In Beira gab es beispielsweise tagelang kein Wasser, so dass die Menschen verschmutztes Wasser trinken mussten.
Neben der Reparatur von Brunnen, Wasserwerken und Kläranlagen bringt UNICEF auch Produkte zur Wasserreinigung, Medikamente und saubere Eimer in die Krisenländer. Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat UNICEF die Maßnahmen gegen Cholera nun nochmal verstärkt.
Zu Beginn der Woche trafen 900.000 Impfdosen gegen Cholera in Mosambik ein. Über lokale Radiostationen wird die Bevölkerung über die bevorstehende Impfkampagne informiert. Bisher wurden schon über 1.000 Cholerafälle bestätigt, die Krankheit breitet sich insbesondere in Beira rasant aus.
Die Familien haben oft alles verloren, was sie besaßen, weil sie Hals über Kopf fliehen mussten. Die junge Mutter Annie wachte beispielsweise nachts auf: "Ich schaute nach draußen und sah das Wasser schon auf uns zukommen", erzählt sie. Sie wusste, ihr kleines Haus aus Stroh und Lehmziegeln würde den Wassermassen nicht standhalten. "Ich nahm die Kinder und rannte."
Viele Kinder haben ihr Zuhause und ihre Eltern verloren. In Notunterkünften werden die Bedürftigen erstmal mit dem für das Überleben Wichtigsten versorgt. Neuankömmlinge werden registriert, um sie mit Familienangehörigen wiedervereinen zu können.
"Die Situation ist weiter kritisch. Es gibt keinen elektrischen Strom oder fließendes Wasser. Hunderttausende Kinder brauchen schnell Hilfe. Das Wichtigste ist es, Notunterkünfte, Nahrung, Wasser und Schutz zu geben", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore bei ihrem Besuch in Beira.
Manche Familien konnten noch ein wenig Hab und Gut retten. Sie leben nun, wo sie Platz finden und sich mit Wasser oder Nahrung versorgen können.
Zwei Familien haben beispielsweise in diesen ehemaligen Klassenräumen Unterschlupf gesucht. Doch auch hier hat die Flut ihre Spuren und Schlamm hinterlassen.
Für einen Teil der Geflüchteten konnten auch Zelte zur Verfügung gestellt werden, die sie sich nun mit ihren Familien teilen. Die provisorischen Unterkünfte sind für Tausende momentan ihr einzig verbliebenes Zuhause.
Die Aufräumarbeiten laufen erst schleppend an, da viele Gebiete noch immer unter Wasser stehen. "Die Situation wird noch schlimmer werden, bevor sie sich bessern kann“, sagte UNICEF-Direktorin Henrietta Fore bei ihrem Besuch. Vor allem die Cholera verschärft die Lage momentan.
Ein besonderes Augenmerk der Helfer liegt auf den Kindern. Sie sind in besonderer Gefahr und müssen geschützt und versorgt werden. Hierfür richtet UNICEF kinderfreundliche Zelte ein, in denen die Kinder spielen können und (psychologisch) betreut werden.
Auch unterstützt UNICEF dabei, dass Schulen baldmöglichst ihren Betrieb wieder aufnehmen können oder Notschulen eingerichtet werden. Diese Schule in Manga wurde durch den Zyklon schwer beschädigt, hat aber den Unterricht in einigen wenigen Klassenzimmern bereits wieder aufgenommen.