Kinderschutz in der Demokratischen Republik Kongo

Gabriel Vockel arbeitet seit drei Jahren als Kinderschutzexperte für UNICEF in der Demokratischen Republik Kongo. Schwelende Konflikte und neue Brandherde lassen das Land nicht zur Ruhe kommen.

Aktuell ist die Lage dort schwierig. Verschiedene alte Konflikte im Osten und Süden des Landes schwelen weiter oder haben sich in den letzten zwei Jahren intensiviert.
Zudem ist seit Ende 2016 ein neuer Brandherd in der zentralen Kasaï-Region entstanden.
Daher hat sich seit Januar 2017 die Zahl der Binnenvertriebenen auf nun etwa 4,1 Millionen mehr als verdoppelt – das ist die höchste Zahl in ganz Afrika.
Insgesamt sind 13,1 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen ...
... davon 7,8 Millionen Kinder. Gabriel Vockel, UNICEF und die anderen Organisationen vor Ort sehen sich daher vielen Aufgaben und Herausforderungen gegenüber.
Als Kinderschutzexperte kümmert er sich um die verwundbarsten Kinder. Dazu gehören Mädchen und Jungen, die sexueller Gewalt ausgesetzt wurden ...
... oder von bewaffneten Gruppen als Soldaten oder in anderer Weise im Konflikt eingesetzt wurden.
Zu seinen Aufgaben gehört aber auch, sich mit Vertretern der Regierung oder anderer humanitärer Organisationen zu treffen, um Informationen auszutauschen, zu verhandeln, zu überzeugen, zu koordinieren.
So oft es geht fährt er mit seinem Team in die verschiedenen Provinzen des Landes, um direkte Eindrück zu bekommen und vor Ort zu unterstützen.
Eine der großen Herausforderungen für die Hilfsorganisationen ist die Infrastruktur des Landes.
Selbst mit guten Autos sind manche Regionen erst nach tagelanger Autofahrt zu erreichen – auf einer deutschen Autobahn wären es nur ein paar Stunden.
Ehemalige Kindersoldaten durchlaufen ein mehrstufiges Programm, um wieder in die Gesellschaft integriert werden zu können.
Viele Kinder wurden auf der Flucht auch von ihren Eltern getrennt ...
... oder sind durch die brutalen Konflikte als Waisen zurückgeblieben.
Um den Kindern, die oft verletzt und traumatisiert sind eine Zukunft zu bieten, ist es wichtig, dass sie weiter zur Schule gehen können ...
... Schutz und Nahrung erhalten sowie medizinisch versorgt werden.
Dank des unermüdlichen Einsatzes gibt es seit 2009 ein nationales Gesetz zum Kinderschutz. Das Familiengesetzbuch wurde gerade überarbeitet und bietet besseren Schutz vor sexueller Gewalt. In den letzten drei Jahren wurden außerdem in elf Provinzen 22 spezialisierte Kinder- und Jugendgerichte gebaut.
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