Kinder auf der Flucht: Das gibt ihnen Hoffnung

Als Kinder hatten die meisten von uns einen besonders wertvollen Besitz - etwas, das nur uns gehört hat und auf das wir ganz besonders Acht gegeben haben. Ein Teddybär, ein rotes Auto oder einen Lieblingspullover. Welche Rolle würden solche Gegenstände für uns auf einer Flucht vor Armut, Gewalt und Krieg spielen? Und was müssten wir zurücklassen?

"Uprooted journeys: The role of an object" zeigt eindrucksvoll, welche Rolle selbst winzige Gegenstände auf einer Flucht spielen können. Harold (17) floh von Venezuela nach Peru und konnte nur mitnehmen, was in seinen Rucksack passte. Eine Medaille seiner Highschool erinnert ihn daran, was er alles erreichen kann.
Gerade für junge Flüchtende bedeuten diese Gegenstände Heimat, Stärke, Hoffnung und Mut. So auch für die 14-jährige Rohingya Tasmin. Sie hält ihr Lieblingsbuch mit Gedichten ihrer Heimat in der Hand.
Ein Leben im Zug? Für diese Mädchen und ihren Spielzeughund Realität. Ihre Heimatstadt Uglehorsk wurden von Minen zerstört. Nun ist diese Zugabteil in der Ostukraine ihr neues Zuhause.
Valentina (10) verteidigt spielerisch eine kleine Puppe mit roten Haaren. Sie ist mit ihrer Mutter auf der Flucht von Venezuela nach Peru. Dort hofft sie, ihren Vater wiederzufinden.
Die 17-jährige Agnes hält eine gestrickte Babymütze in den Händen. Diese ist die einzige Erinnerung an ihren Sohn, mit dem sie aus dem Südsudan fliehen musste. Auf ihrer Flucht erkrankte der Säugling und starb wenige Tage nach der Ankunft im sicheren Uganda.
Ofen oder Stuhl? Die sechsjährige Nyaboth trägt jeden Tag den kleinen Ofen ihrer Familie in die Schule - so hat sie wenigstens einen Platz zum Sitzen. Sie floh mit ihrer Familie im Südsudan in das Schutzcamp von Bentiu.
Oft passen die letzten Besitztümer in eine Tüte. Eliasa (15) flieht, wie eine steigende Zahl Kinder und Familien aus El Salvador, Honduras und Guatemala, in die USA. Er hofft, dort der allgegenwärtigen Ganggewalt und Armut zu entkommen.
Sajad Al-Faraji (16) hat in Wien mit Bogenschießen ein neues Hobby gefunden, das ihn einen Moment alle Sorgen vergessen lässt. Er floh im Rollstuhl aus dem Irak nach Österreich.
Mit 17 floh Ideeya wegen extremer Armut aus Somalia um im Jemen Arbeit zu finden. Sie musste dafür sogar ihr Baby zurücklassen. Ohne Wasser und Nahrung sah sie sich Vergewaltigung und Missbrauch gegenüber.
"Das Foto ist Teil meiner Kindheit", sagt der 13-jährige Yahya aus Syrien. "Ich bin glücklick, dass ich eine Erinnerung an die Zeit habe, als ich als Junge in Syrien lebte." Momentan wohnt er in Jordanien in einem Flüchtlingscamp.
Ein kleines Mädchen sitzt mit ihrem Teddybär am Boden und wartet darauf, dass sie ihre Flucht fortsetzen können. Gerade Kinder und Jugendliche, die ihre Heimat verlassen müssen, sind großen Belastungen und Gefahren ausgesetzt.
Oft bleibt nichts als warten und ablenken. Die beiden jungen Flüchtlinge in Italien spielen gemeinsam, während sie darauf warten, wie über ihre Zukunft entschieden wird.
Mohammed (10) musste aus einem Dorf in Myanmar fliehen, als es gewaltsam vom Militär überfallen wurde. Auf der Flucht verlor er seine Tasche mit Kleidung. Zwei Bücher sind das einzige, das ihm geblieben ist.