Als er aufstand, ärgerte er sich sichtlich, und das war ein gutes Zeichen. Dem Polen Piotr Zyla ging es nach seinem schweren Sturz gegen Ende des ersten Durchgang des heimischen Weltcup-Springens in Wisla besser, als es die Bilder vermuten ließen.

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Piotr Zyla zählt seit Jahren zu den besten Skispringern der Welt. Der Pole gehörte dem Team bereits unter dem legendären Adam Malysz an und sammelte bei Weltmeisterschaften bereits vier Medaillen ein, drei davon allerdings im Team. 2016/17 belegte Zyla bei der berühmten Vierschanzentournee Platz 2.

Fraglos war der 32-Jährige Routinier zum Auftakt der Weltcup-Saison im heimischen Wisla bis in die Haarspitzen motiviert. Zyla saß im ersten Durchgang als viertletzter von 50 Springern oben auf dem Balken.

Piotr Zyla kracht nach der Landung mit dem Gesicht auf den Hang

Sein Flug endete bei 119 Metern. Bei der Landung verkantete Zyla mit seinen Skiern. Mit hoher Geschwindigkeit krachte er auf die harte und raue Kunstschneeunterlage, fatalerweise mit dem Gesicht zuerst.

Den Zuschauern stockte beim Anblick des Sturzes der Atem. Helfer eilten zu Zyla, der zunächst ohne Regung im Schnee lag.

Dann erhob er sich. Wieder stockte den Menschen der Atem, denn im Gesicht Zylas war viel Blut zu erkennen.

Polens Lokalmatador Piotr Zyla verlässt in Wisla nach seinem spektakulären Sturz im ersten Durchgang des Einzel-Wettbewerbs im Weltcup selbstsändig den Hang.

Keine schwerwiegenden Verletzungen bei Zyla

Zyla aber ging es offensichtlich nicht zu schlecht, denn er wehrte alle helfenden Hände aus Ärger über sein Missgeschick ab.

Der polnische Mannschaftsarzt Aleksander Winiarski bestätigte nach dem Wettbewerb den Eindruck, dass schwerwiegende Verletzungen ausgeblieben waren. "Er kann sich an alles erinnern und fühlt sich den Umständen entsprechend gut", sagte Winiarski nach der Information von skispringen.com gegenüber polnischen Medienvertretern.

Zylas Sprung wurde gewertet

Zylas Sprung ging trotz des Sturzes in die Wertung ein. Zur Teilnahme am zweiten Durchgang der besten 30 aber reichte Platz 35 nicht. Tröstlicherweise landete mit Zylas Team-Kollegen Kamil Stoch ein Pole als Dritter auf dem Podium.

Wenige Stunden nach dem schmerzhaften Auftritt im ersten Weltcup-Einzel-Wettbewerb der Saison hatte Zyla seinen Humor wiedergefunden und postete den Satz: "Es geht doch nichts über einen klassischen Telemark auf meiner Nase."

Der sogenannte Telemark ist die elegante und bevorzugte Landung der Skispringer, bei der ein Bein beim Aufkommen auf dem Boden im rechten Winkel nach vorne geschoben wird.


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