Ein entfesselter Marcel Hirscher gewinnt den Riesenslalom in Garmisch-Partenkirchen. Auf Platz zwei und drei überraschen zwei neue Gesichter.

Marcel Hirscher hat überragend den Rieseltorlauf von Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Der Salzburger siegte mit einem Vorsprung von 1,50 Sekunden vor dem Schweden Matts Olsson. "Es war einer meiner Träume, der heute wahr wird. Ich habe lange und hart dafür gearbeitet", sagte Olsson.

Sensationell Dritter wurde der Deutsche Stefan Luitz (+ 1,95 Sekunden). Alexis Pinturault aus Frankreich leistete sich als Führender nach dem ersten Durchgang im Finale aber einen Fehler zu viel und rutschte zurück auf Rang vier.

Gesamtweltcup praktisch gegessen

Es ist der 100. Weltcup-Sieg im Riesentorlauf für einen ÖSV-Läufer - und Hirschers 43. "Es fühlt sich super an. Wir sind natürlich alle stehend k.o. nach dem ganzen Programm. Aber es könnte nicht besser sein", sagte er.

Aber: "In St. Moritz nützt dir der Sieg gar nichts. Da haben wir ganz andere Bedingungen. Wir sind auf 3.000 Meter Höhe, ganz anderer Schnee." Von 6. bis 19. Februar findet in St. Moritz die Alpine Ski-WM statt.

Im Gesamtweltcup hat Hirscher nun 432 Punkte Vorsprung auf den Norweger Henrik Kristoffersen. Damit dürfte ihm die große Kristallkugel nicht mehr zu nehmen sein - es sind nur noch fünf Technikrennen zu fahren.

Das weiß auch Hirscher: "Es schaut im Gesamtweltcup natürlich gut aus - aber es heißt einfach weitermachen." In Stockholm werde er auf jeden Fall starten: "Da bekommt man ja schon Punkte fürs am Start stehen."

Überraschungs-Dritter Stefan Luitz

Mit Rang drei beim Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen hat der 24-Jährige Stefan Luitz nicht nur seinen Kumpel Felix Neureuther, sondern vor allem sich selbst überrascht. "Wenn Hirscher und Pinturault noch oben stehen, dann muss man davon ausgehen, dass es der Vierte wird. Damit wäre ich auch absolut zufrieden gewesen. Dass es jetzt der Dritte wird - Wahnsinn", sagte Luitz.

Neureuther verdrängte er damit zwar auf Rang sechs, doch auch damit war Deutschlands bester Skirennfahrer angesichts der verletzungsbedingten Umstände zufrieden. "Durch die Situation mit meinem Knie vorher und auch mit dem Fehler trotzdem noch Sechster zu sein ist schon absolut gut", berichtete er im ZDF.

In Schladming hatte er sich bei seinem Einfädler an der Kapsel verletzt und nun in Garmisch im zweiten Durchgang einen weiteren Schlag auf das Gelenk bekommen. Ob er beim Parallel-Slalom am Dienstag in Stockholm antreten könne, "muss man jetzt abwarten". (ank/dpa)