Marcel Hirscher: Eine außergewöhnliche Karriere

Marcel Hirscher ist der erfolgreichste alpine Skirennläufer der Gegenwart. Mit 67 Weltcup-Erfolgen liegt er nur 19 Siege hinter Rekordhalter Ingemar Stenmark. Wir blicken auf seine außergewöhnliche Karriere.

Sein erstes Rennen im alpinen Ski-Weltcup absolvierte Marcel Hirscher im März 2007 im Riesenslalom. Dort durfte er als frisch gebackener Juniorenweltmeister in dieser Disziplin starten.
Am 13. Dezember 2009 gewann Hirscher den Riesenslalom von Val-d’Isère. Es war sein erster Sieg im Profibereich.
Die Saison 2011/12 krönte der Österreicher mit dem Gewinn des Gesamtweltcups sowie dem Gewinn der kleinen Kristallkugel im Riesenslalom. In diesem Winter gewann der damals 23-Jährige insgesamt neun Rennen.
Ein langjähriger Wegbegleiter und Rivale war Felix Neureuther. Der deutsche Ski-Star lieferte sich insbesondere in den Saisons 2012/13 bis 2014/15 enge Duelle mit dem Österreicher, vor allem im Slalom. Neureuther hatte jedoch meist das Nachsehen.
Abseits der Piste entwickelte sich zwischen den beiden eine Freundschaft. Sie schätzten sich, sowohl privat als auch als Rennläufer.
Bei der WM in Schladming 2013 gewann das 1,73 Meter große Kraftpaket seine ersten WM-Medaillen. Gold im Slalom und mit der Mannschaft, Silber im Riesentorlauf. Am Ende der Saison sicherte er sich erneut die große Kristallkugel sowie erstmals die kleine Kugel für den Slalom.
Bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi gewann der ehrgeizige Österreicher Silber im Slalom. Im Riesenslalom fehlten ihm drei Zehntelsekunden auf Platz drei.
Seinen 25. Weltcupsieg feierte Hirscher in Are in der Saison 2014/15.
Bei der WM in Beaver Creek gewann Hirscher wie bereits zwei Jahre zuvor drei Medaillen. Nach einem 30. Platz in der Abfahrt der Kombination, fuhr er im Slalom eine Traumzeit und gewann noch vor dem nach der Abfahrt führenden Kjetil Jansrud (rechts) und Ted Ligety (links). Außerdem siegte er mit Österreich im Teamwettbewerb und gewann Silber im Riesenslalom.
In der Saison 2015/16 gewann Österreichs erfolgreichster Skifahrer zum ersten Mal seit drei Jahren nicht die kleine Kugel im Slalom. Henrik Kristoffersen (rechts) schnappte sich die Trophäe vor Hirscher. Die beiden Athleten lieferten sich fortan enge Duelle - meist mit dem besseren Ausgang für Hirscher.
In Slalom von Adelboden Anfang 2017 fuhr Hirscher zum 101. Mal auf das Podest, wodurch er in der ewigen Bestenliste nur noch hinter dem Schweden Ingemar Stenmark (155 Podestplätze) liegt.
Bei der WM 2017 in St. Moritz jubelte Hirscher erneut über drei Medaillen. Nach Silber in der Kombination gewann er sowohl den Riesenslalom als auch Gold im Slalom vor seinem Teamkollegen Manuel Feller (links) und Felix Neureuther (rechts).
Beim Nachtslalom von Zagreb im Januar 2018 feierte der Ausnahmeathlet seinen 50. Weltcupsieg. Damit zog Hirscher mit dem Italiener Alberto Tomba gleich, den er durch den Sieg im Riesenslalom von Adelboden schließlich überholte.
Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang gewann Hirscher Goldmedaillen in der Kombination und im Riesenslalom. In seiner Paradedisziplin, dem Slalom, schied er aus.
Beim Weltcupfinale in Are gewann Hirscher sein 13. Saisonrennen und hätte mit einem Sieg im abschließenden Slalom eine neue Bestmarke vor Hermann Maier und Ingemar Stenmark setzen können. Doch ein Sturm verhinderte die Austragung des Rennens.
Bei der Weltmeisterschaft in Are 2019 durfte Hirscher nach Silber im Riesentorlauf über Gold im Slalom jubeln und verteidigte damit seinen Titel von 2017.
Am Ende der Saison gewann er neben dem Gesamtweltcup auch die Disziplinwertungen im Slalom und Riesenslalom, die er bereits in den beiden vorherigen Jahren für sich entschieden hatte.
Hirscher stand 140 Mal auf dem Podest. Neben 67 Siegen wurde er 48 Mal Zweiter und 25 Mal Dritter. Er gewann seit der Saison 2011/12 acht Mal in Folge den Gesamtweltcup sowie jeweils sechs Mal die Disziplinwertungen im Slalom und Riesenslalom.
Neben drei olympischen Medaillen (zwei Mal Gold, ein Mal Silber), wurde Hirscher sieben Mal Weltmeister und gewann vier Mal Silber. Damit ist er der erfolgreichste alpine Skirennläufer in der WM-Geschichte.