Kurz nachdem Beat Feuz seine Saison wegen Anzeichen einer Knieverletzung vorzeitig beenden musste, kommt nun die nächste Schreckensnachricht für das Schweizer Skiteam: Daniel Albrecht verletzte sich beim Training in Lake Louise.

(rs) - Wie Swiss-Ski mitteilte, erlitt der Walliser beim Abfahrtstraining in Kanada eine komplexe Verletzung am linken Knie und leichte Prellungen im Gesicht. Albrecht stürzte im obersten Streckenabschnitt an einer vermeintlich harmlosen Stelle und musste mit dem Helikopter in die Foothills-Klinik in Calgary geflogen werden. Der 29-Jährige war gut ansprechbar und soll in den nächsten Tagen zurück in die Heimat transportiert werden.

Bereits vor knapp vier Jahren hatte Albrecht einen herben Rückschlag einstecken müssen: Bei einem Sturz am Abfahrtstraining in Kitzbühel erlitt Albrecht ein schweres Schädelhirntrauma und massive Lungenquetschungen. Aufgrund der schweren Verletzungen versetzten die Ärzte den Walliser für drei Wochen in künstlichen Tiefschlaf. Doch er kämpfte sich zurück und gab 2010 sein Comeback am Weltcup.

Am zweiten Training in Lake Louise war Albrecht in diesem Jahr mit dem Ziel angetreten, auch wieder ein Abfahrtsrennen zu bestreiten. In der Entscheidung um den letzten Schweizer Startplatz für das Rennen am Samstag hätte er sich gegen Sandro Viletta und Marc Berthod durchsetzen müssen. Für den Riesenslalom in Beaver Creek am übernächsten Wochenende hatte Albrecht eine Startgarantie des Schweizer Verbandes, hätte aufgrund der hohen Startnummer jedoch nur wenig Chancen gehabt.

Um das Verletzungsrisiko zu verringern, hatte der Internationale Skiverband das Reglement im Materialsektor mit dieser Saison verändert. Auf Wunsch der International Ski Federation (FIS) wurden die Ski länger und schmäler - dadurch sollte die Krafteinwirkung in den Kurven besser verteilt und die Belastung für Knie und Rücken reduziert werden. Athleten wiesen jedoch daraufhin, dass das neue Material deutlich mehr Energie und Muskelkraft erfordere, was schliesslich wieder vermehrt zu Stürzen führen könne. Für Albrecht war es wohl die letzte Chance, im Weltcup Fuss zu fassen.