Zwei Tage nach seinem Sieg gegen Alexander Zverev wirft der Südkoreaner Chung Hyeon auch den sechsmaligen Australian-Open-Champion Novak Djokovic aus dem Turnier. Im Viertelfinale kommt es nun zu einem Überraschungs-Duell.

Der ehemalige Weltranglisten-Erste Novak Djokovic ist bei seinem Grand-Slam-Comeback nach sechsmonatiger Verletzungspause im Achtelfinale der Australian Open ausgeschieden.

Gegen das südkoreanische Super-Talent Chung Hyeon verlor der sechsmalige Melbourne-Sieger aus Serbien am Montag in seinem 950. Match auf der Tennis-Tour 6:7 (4:7), 5:7, 6:7 (3:7). Chung Hyeon hatte in der dritten Runde den Hamburger Alexander Zverev bezwungen und steht erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier im Viertelfinale.

Chung Hyeon schlägt sein Idol

Hyeon Chung jubelt.

"Ich kann es nicht glauben, ein Traum ist wahr geworden. Ich bin einfach nur glücklich. Als ich jung war, habe ich immer versucht, Novak zu kopieren, weil er mein Idol ist", sagte der 21-Jährige.

Am Mittwoch trifft er in einem Überraschungs-Duell auf Tennys Sandgren. Zwei Tage nach seinem Sieg gegen den Nürnberger Maximilian Marterer rang der US-Amerikaner den an Nummer fünf gesetzten Österreicher Dominic Thiem 6:2, 4:6, 7:6 (7:4), 6:7 (7:9), 6:3 nieder. Auch Sandgren steht zum ersten Mal bei einem Major-Turnier unter den besten Acht.

Deutlich weniger Mühe hatte Titelverteidiger Roger Federer bei seinem 6:4, 7:6 (7:3), 6:2 gegen den Ungarn Marton Fucsovics. Der 19-malige Grand-Slam-Sieger bekommt es nun mit dem Tschechen Tomas Berdych zu tun.

Eine Neuauflage des Vorjahres-Endspiels zwischen Federer und Rafael Nadal rückt damit immer näher. Der Spanier hat am Dienstag (9.00 Uhr MEZ/Eurosport) gegen den an Nummer sechs gesetzten Kroaten Marin Cilic die Chance auf den Einzug in das Halbfinale.

Generationenwechsel kündigt sich an

Für Djokovic dagegen endete das erste Grand-Slam-Turnier seit Wimbledon 2017 mit einer Enttäuschung. Wegen einer hartnäckigen Ellbogenverletzung hatte der 30-Jährige ein halbes Jahr ausgesetzt und vor den Australian Open kein Turnier bestritten.

Auch gegen Chung Hyeon wirkte er zwischenzeitlich körperlich angeschlagen, musste sich nach 3:21 Stunden geschlagen geben und seine Hoffnung auf den siebten Titel nach 2008, 2011, 2012, 2013, 2015 und 2016 begraben.

Chung hatte am Ende der vergangenen Saison die ATP-Finals der besten Nachwuchsspieler in Mailand gewonnen und gilt als eines der vielversprechendsten Talente für die Zeit nach Federer, Nadal, Djokovic und Co.

"Wenn er so weiterspielt, bin ich sehr gespannt, wo er am Ende des Jahres steht", hatte Zverev nach seinem Aus gesagt.  © dpa