Wimbledon: Das legendäre "Grand Slam"-Turnier hat auch legendäre Skandale erlebt

Wer am Tennis-Turnier in Wimbledon den Schläger schwingt, hat sich zu benehmen. Das verlangt die Etikette. Doch nicht immer hielten sich die Spieler daran. In der Geschichte des legendären "Grand Slam"-Turniers gingen am Platz nicht selten die Wogen hoch.

1995 explodiert US-Tennisprofi Jeff Tarango in seiner Partie gegen den Deutschen Alexander Mronz. Er fühlt sich ungerecht behandelt, beschimpft das Publikum und bezeichnet Stuhlschiedsrichter Bruno Rebeuh als "korruptesten Schiedsrichter im Tenniszirkus". Dem nicht genug, verpasst auch noch Tarangos Ehefrau Benedictine dem Unparteiischen zwei Ohrfeigen.
Im selben Jahr vergisst sich auch der an sich als Gentleman bekannte Brite Tim Henman. Verärgert über einen Punkteverlust im Doppel feuert Henman den Ball weg und trifft dabei ein Ballmädchen am Kopf, das umgehend in Tränen ausbricht. Die Partie wird vom Schiedsrichter abgebrochen.
Auch Frauen lieferten in Wimbledon den einen oder anderen Skandal. So wird etwa Martina Hingis 1997 positiv auf Kokain getestet.
Auch abseits des Platzes gab es Wimbledon-Aufreger. 1999 lernt Boris Becker im Restaurant "Nobu" Angela Ermakova kennen. Auf den Stufen zwischen den Toiletten - und nicht in der Besenkammer, wie oft behauptet wird - produzieren die beiden neues Leben, die gemeinsame Tochter Anna. "Der Akt hat fünf Sekunden gedauert", wird Becker später sagen.
Wimbledon 2003: Der Lokalmatador Greg Rusedski fühlt sich von einem "Out"-Zwischenruf aus dem Publikum gestört. Seine darauf folgenden Worte, darunter ein sattes "Wichser", werden live auf BBC übertragen. "Er hat Schande über das britische Tennis gebracht", schreibt die "Daily Mail" am nächsten Tag.
2007 wird ein BBC-Mitarbeiter, der für die Hawk-Eye-Cam zuständig ist, mit fünf Gramm Cannabis erwischt. Der zugeknallte Kroate muss daraufhin heimfliegen.
Der Rumäne Victor Hanescu beleidigt 2010 die Fans seines Gegners Daniel Brands und spuckt in deren Richtung. Wenig später gibt er im 4. Satz wegen angeblicher muskulärer Probleme auf. Zuvor serviert er noch mehrere Doppelfehler. Nicht ganz unabsichtlich, wie viele Zuseher meinen.
Der Uruguayer Pablo Cuevas muss 2016 während seiner Doppelpartie mit Partner Marcel Granollers dringend auf die Toilette, was ihm Stuhlschiedsrichterin Aurélie Tourte verwehrt. Cuevas droht daraufhin, in eine Balldose zu urinieren, wofür er eine Verwarnung erntet. Nach einem Punkteabzug, den es für das Wegschießen eines Balles gibt, hält das Doppel vor dem Matchball ihrer Gegner noch einen über fünfminütigen Sitzprotest ab.
Für den letzten Skandal in Wimbledon zeichnet der Russe Daniil Medvedev im vergangenen verantwortlich. Nach seiner Niederlage wirft er der Stuhlschiedsrichterin Münzen hin, um zum Ausdruck zu bringen, dass diese bestechlich sei.
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