• Erstmals seit seinem Wimbledon-Viertelfinale 2014 kann Tennisrüpel Nicholas "Nick" Kyrgios wieder sein Potenzial abrufen.
  • Der Australier spielt derzeit das Tennis seines Lebens, konnte Anfang 2022 bereits den Australian Open Doppeltitel gewinnen und stand kürzlich bei Wimbledon im Finale.
  • Gelingt ihm bei den US Open jetzt der große Coup?

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Zahlreiche Skandale schmücken die Vergangenheit von Nick Kyrgios, denn anstatt mit seinem imposanten Aufschlag oder seinen spektakulären Trickshots fiel der Australier in den letzten Jahren hauptsächlich durch sein rüpelhaftes Verhalten auf.

Kommentare, die unter die Gürtellinie gehen - Stan Wawrinka kann ein Lied davon singen. Spiele absichtlich verlieren, wie beispielsweise bei den Shanghai Masters. Beleidigungen in Richtung der Schiedsrichter. Die meisten Strafen auf der ATP-Tour und die höchste Strafe, die je verhängt wurde (90.000 Pfund bei den Cincinnati Masters). Auch abseits des Tennisplatzes sorgte der Profi aus Down-Under immer wieder für Furore. Vor wichtigen Spielen ging er beispielsweise gerne ein paar Bier trinken, die Nächte schlug er sich gerne im Pub um die Ohren.

Doch auch das sind Facetten des 27-Jährigen: Ein Tennisprofi, der Tabu-Themen wie Depressionen anspricht und sich auch nicht davor scheut, berühmte Kollegen bei Fehlverhalten zu kritisieren. Selbst wenn diese Novak Djokovic oder Alexander Zverev heißen.

Nick Kyrgios: "Ich mache, was ich will"

Zu 100 Prozent anpassen wird sich Nick Kyrgios wahrscheinlich nie. Selbst als er in Anwesenheit der Duchess of Cambridge Kate im Juli seine Trophäe als Wimbledon-Finalist entgegennahm, musste er ein Statement setzen. Der 27-Jährige missachtete die Etikette des Turniers, die besagt, dass Spieler ganz in Weiß gekleidet sein sollen. Stattdessen zog er sich seine knallrote Basketball Cap über. "Ich mache, was ich will", nach diesem Motto lebt der Australier bis heute.

Doch wie kommt es, dass der Bad-Boy wieder sein bestes Tennis abrufen kann? Kyrgios nannte den Grund für sein Leistungshoch: "Endlich habe ich Menschen gefunden, die hinter mir stehen, mit denen ich gerne Zeit verbringe und die mich dazu bringen, ein besserer Mensch und ein besserer Tennisspieler werden zu wollen."

Freundin Costeen spielt in seiner Entwicklung eine entscheidende Rolle, die Australiern begleitet ihren Nick auf Turniere durch die ganze Welt. Selbst während Wimbledon, wo Kyrgios früher gerne Party gemacht hat, punktete der Profi in diesem Jahr durch seine gute Ernährung, ausreichend Schlaf und ruhige Abende im Hotel, wie er später in einer Pressekonferenz erzählte. Und es zahlte sich aus: erstmals stand der 1,93-Meter-Mann im Einzelfinale eines Grand Slams - unterlag dort dem aktuellen Rasen-König Novak Djokovic.

Tennisstar Kyrgios muss sich mehrfach vor Gericht verantworten

Auch bei den US Open muss man Nick Kyrgios als einen Mitfavoriten auf dem Zettel haben. In Abwesenheit von Novak Djokovic und Alexander Zverev könnte der Australier sein erfolgreiches Jahr mit einem Grand-Slam-Titel krönen. Mit seinem gefährlichen Aufschlag, den spektakulären Winkeln, sowie zahlreichen Assen hat der groß gewachsene Profi derzeit eine der attraktivsten und effektivsten Spielweisen der Männertour. Allerdings nur, wenn er sich nicht wieder selbst im Weg steht.

Mental wirkt er gefestigter, wenngleich es immer noch Aussetzer gibt. Eine heftige Auseinandersetzung mit einer Zuschauerin beim Wimbledon-Finale sorgte jetzt für eine Klage wegen Verleumdung. Und auch in seiner Heimat muss sich Kyrgios im Oktober noch vor Gericht verantworten. Seine Ex-Freundin wirft dem Tennisprofi einen tätlichen Übergriff vor, es geht um einen Vorfall aus dem Jahr 2021.

Verwendete Quellen:

  • Marca.com: Kyrgios prepared for Nadal by going out for drinks in London
  • Youtube.com: Nick Kyrgios Fourth Round Press Conference | Wimbledon 2022
  • Youtube.com: Nick Kyrgios Post-Final Press Conference | Wimbledon 2022
  • Sport1.de: Nächste Klage für Kyrgios?
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Tennisstar Nick Kyrgios coacht sich lieber selbst

Der australische Tennisspieler Nick Kyrgios ist einer der wenigen Topspieler, der ohne Trainer auskommt. Denn der exzentrische Australier habe eine "manische Routine" entwickelt, schreibt "Tennisworldusa". Die Nummer 28 der Weltrangliste betonte, dass es für ihn immer funktioniert habe, ohne Trainer zu spielen.