• Eileen Gu hat sich auch in der Halfpipe Gold gesichert.
  • Chinas Freestyle-Superstar hat in den vergangenen beiden Wochen die Chinesen begeistert und einige Amerikaner verärgert.
  • Nun geht es für sie zurück in die USA und dort droht ihr ein frostiger Empfang.

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Ihre finale Kür wurde für Eileen Gu zum Schaulaufen. Schon am Starttor liefen ein paar Tränchen über ihr Gesicht, sie wusste: Ihre zweite Goldmedaille war ihr nicht mehr zu nehmen.

Und so schlug sie vor ihrem letzten Auftritt die Hände über den Kopf und fiel ihren Trainern in die Arme. Dann cruiste der Freestyle-Star mit ein paar Showeinlagen die Halfpipe hinunter und ließ sich ein letztes Mal von den begeisterten Chinesen feiern.

"Mein Leben hat sich für immer verändert", sagte sie nach den "intensivsten zwei Wochen" ihres Lebens, voller Erwartungen und gigantischem Druck. Nach zwei Olympiasiegen und einmal Silber für China genoss die gebürtige US-Amerikanerin den vorerst letzten Auftritt auf der großen Bühne im Heimatland ihrer Mutter in vollen Zügen.

Frostiger Empfang in den USA droht

Zurück in den USA wird vieles anders sein. Dort wuchs das 18 Jahre alte Teilzeit-Model auf und will ab Herbst an der kalifornischen Elite-Universität Stanford studieren. Statt Jubelstürmen droht ihr ein Empfang, der ähnlich frostig wie die Temperaturen im Genting Snow Park ausfallen könnte.

"Eileen Gu, die Verräterin" war nach ihrem ersten Triumph in Peking als Hashtag getrendet, die Sozialen Medien füllten sich mit Hasskommentaren aus den USA. Gu blieb nach außen cool und lieferte ab.

Auf Big-Air-Gold folgten Silber im Slopestyle und Gold in ihrer Spezialdisziplin - sehr zur Freude der Partei von Staatschef Xi Jinping, die sie zum omnipräsenten Postergirl und Propagandawerkzeug gemacht hatte.

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Gu mit Schaulaufen bei der Presskonferenz

Am Freitag ging das Schaulaufen bei der Pressekonferenz weiter, die Gu unter Applaus mit ulkiger Pandamütze auf dem Kopf und Blumenstrauß in der Hand betrat. Höflich beantwortete sie über eine halbe Stunde lang Fragen im gewohnt fließenden Mandarin. Wieder sprach sie von ihrer Freude darüber, "so viele junge Mädchen in China" zu inspirieren.

Gu, als erste Freestylerin mit Olympiamedaillen in drei verschiedenen Disziplinen dekoriert, will weitere Rekorde brechen - zunächst widmet sie sich aber anderen Themen. "Ich gehe jetzt erst mal aufs College", verkündete sie.

Und die nächsten Wettkämpfe? "Keine Ahnung. Das hängt auch davon ab, wie viel Zeit ich habe."

Ihr letzter Auftritt endete für Gu, wie er begonnen hatte: mit Applaus. Ein letztes Schaulaufen auf Chinas Olympia-Bühne. (dpa/ska)

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