Super-G der Damen bei Olympia 2018: Gold für Ester Ledecka - Ein Drama in acht Akten

Großer Sport, große Überraschung, große Emotionen: Der olympische Super-G von Pyeongchang hatte alles zu bieten, was das Sportler-Herz höher schlagen lässt. Ein Rückblick auf acht Akte eines denkwürdigen Rennens.

Erster Akt: Lindsey Vonn (Startnummer 1) - Der US-Superstar eröffnet das Rennen und brennt bis wenige Tore vor dem Ziel eine überragende Fahrt in die Piste. Dann aber begeht sie einen folgenschweren Fehler, der sie viel Zeit kostet.
Im Ziel schlägt Vonn die Hände über dem Kopf zusammen. Der 33-Jährigen ist sofort bewusst, dass sie mit dem Fauxpas ihren zweiten Olympiasieg leichtfertig verschenkt hat. Am Ende reicht es nur für Rang sechs.
Zweiter Akt: Lara Gut (Startnummer 5) - Die Schweizerin wird zur tragischen Figur dieses denkwürdigen Rennens. Die 26-Jährige hat im Weltcup bereits 24 Wettkämpfe gewonnen. Bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften aber wartet die Gesamtweltcupsiegerin von 2015/16 noch immer auf den ersten Titel.
Ihre Seuchen-Serie geht auch 2018 in Pyeongchang weiter. Den Olympiasieg verpasst Gut nur um zwölf Hundertstelsekunden. Besonders tragisch: Ihre tolle Leistung reicht nicht mal für eine Medaille. Auf Bronze fehlen am Ende 0,01 Sekunden.
Dritter Akt: Tina Weirather (Startnummer 7) - Schuld am Drama um Lara Gut trägt in erster Linie die Liechtensteinerin Tina Weirather. Sie startet kurz nach der Schweizerin und nimmt ihr mit dem Minimalvorsprung vorübergehend die Führung ab.
In der Endabrechnung darf die 28-Jährige über die Bronzemedaille jubeln. Es ist das erste olympische Edelmetall überhaupt für Weirather.
Vierter Akt: Tiffany Gauthier (Startnummer 10) - Das Abschneiden der Französin macht deutlich, wie eng und spannend es in diesem Super-G zugeht. Mit 1,45 Sekunden Rückstand landet die 24-Jährige im Endergebnis auf Rang 22. Zum Vergleich: Mit dem gleichen Zeitabstand wurde der US-Amerikaner Ted Ligety in der Alpinen Kombination von Pyeongchang Fünfter.
Fünfter Akt: Sofia Goggia (Startnummer 13) - Die Italienerin geht als eine der Top-Favoritinnen ins Rennen und liegt lange auf Gold-Kurs. Sie riskiert Kopf und Kragen und kann im Mittelteil der Strecke nur knapp einen schlimmen Sturz verhindern. Sie verliert aufgrund des Malheurs viel Zeit und wird am Ende Elfte.
Sechster Akt: Viktoria Rebensburg (Startnummer 14) - Die große Hoffnung des Deutschen Skiverbands zeigt eine gute Vorstellung und verliert auf die spätere Siegerin nur 0,51 Sekunden. Zu wenig Risiko im unteren Streckenabschnitt verhindert ein besseres Resultat als Rang zehn.
Siebter Akt: Anna Veith (Startnummer 15) - Nach einer langen verletzungsbedingten Leidenszeit war die Österreicherin erst zur aktuellen Saison wieder richtig in den Weltcup zurückgekehrt. Bei Olympia findet die dreifache Weltmeisterin endgültig zurück zu alter Stärke und setzt sich vorübergehend an die Spitze.
Schließlich reicht es um Millimeter nicht zum ganz großen Märchen in Rot-Weiß-Rot. Anna Veith gewinnt mit einer Hundertstelsekunde Rückstand "nur" Silber. Schuld daran ist eine junge Tschechin, die dem Super-G-Drama mit ihrem Fabel-Lauf die Krone aufsetzt.
Achter Akt: Ester Ledecka (Startnummer 26) - Anna Veith nimmt bereits Glückwünsche entgegen, als die 22-Jährige zur sensationellen Siegesfahrt aufbricht. Das Spezielle: Einen Namen machte sich Ledecka als Snowboarderin. Im Parallel-Riesenslalom ist sie amtierende Weltmeisterin. Auch in Pyeongchang wird sie mit dem Board noch als aussichtsreiche Medaillenkandidatin an den Start gehen.
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