Die Olympischen Winterspiele 2018 sind eröffnet. Erstmals überträgt der Sender Eurosport die kompletten Wettbewerbe - und will die Übertragungen moderner gestalten. Die Öffentlich-Rechtlichen senden ebenfalls aus Pyeongchang, allerdings zeigen sie nicht alle Sportarten. Wir geben einen Überblick über Rechte und Formate.

Lasset die Spiele beginnen! Millionen Wintersportbegeisterte und Olympiafans werden in den kommenden Tagen bis zum 25. Februar viel Zeit vor dem Fernseher verbringen, um die Athleten anzufeuern. Aber wo läuft Olympia 2018 eigentlich?

Seit sich die Eurosport-Muttergesellschaft Discovery die Olympia-Rechte gesichert hat, herrscht Verwirrung. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF mischen weiterhin mit, allerdings in kleinerem Rahmen. Wir geben einen Überblick, welcher Sender was zeigt.

Wer hat die deutschen Rechte an den Olympischen Spielen?

Der Eurosport-Mutterkonzern Discovery sicherte sich die europäischen Rechte für Olympia bis 2024 für insgesamt 1,3 Milliarden Euro. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, die die Olympischen Spiele in der Vergangenheit übertrugen, verhandelten bis vergangenen August mit Discovery. Sie einigten sich auf eine Sublizenz aller Spiele bis 2024 für rund 220 Millionen Euro – genaue Zahlen sind nicht bekannt.

Welche Sender übertragen?

Discovery zeigt Olympia auf den Sendern Eurosport 1, dem Nischensender TLC und Eurosport 2. Darüber hinaus laufen alle Wettbewerbe im Livestream über den Eurosportplayer.

ARD und ZDF übertragen im täglichen Wechsel, im TV und online über mehrere Livestreams.

Hier finden Sie den Überblick über die Sendezeiten und gezeigten Sportarten bei ARD und ZDF.

Welche Disziplinen werden bei welchen Sendern gezeigt und warum?

Discovery hat ein umfassendes Paket an Sportarten und Wettbewerben den Öffentlich-Rechtlichen überlassen. Das bedeutet, dass viele Sportarten bei ARD und ZDF zu sehen sind, insbesondere die populären Wettbewerbe im Biathlon, Ski alpin und Skispringen.

Von den Snowboard-, Shorttrack- und Eiskunstlauf-Wettbewerben dürfen ARD und ZDF jedoch nur Zusammenfassungen senden. Das olympische Eishockey-Turnier behält Eurosport fast komplett für sich.

Wann wird übertragen?

Aufgrund der achtstündigen Zeitverschiebung finden die Live-Events zwischen 1 Uhr und 15:30 Uhr deutscher Zeit (9 Uhr und 21:30 Uhr Ortszeit in Pyeongchang) statt. Eurosport sendet rund um die Uhr: Der Sender Eurosport 1 überträgt täglich ab 0:45 Uhr live.

Am Abend laufen Wiederholungen. ARD und ZDF übertragen von 2 Uhr bis 17 Uhr. Zur Primetime zwischen 20:15 und 22:15 Uhr darf hier aber kein Olympia laufen.

Welche Sportarten laufen im Free-TV und welche Inhalte sind kostenpflichtig?

Viele Sport-Highlights sind frei empfangbar. Das Eishockey-Turnier etwa ist großteils auf dem kostenpflichtigen Sender Eurosport 2 zu sehen, die deutschen Spiele und das Finale laufen aber auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Im kostenpflichtigen Eurosportplayer werden alle Sportarten gezeigt.

Worin werden sich die Übertragungen von ARD/ZDF und Eurosport unterscheiden?

Erstmals gibt es jede Minute der Olympischen Spiele live zu sehen. Eurosport macht das durch die plattformübergreifende Übertragung möglich: Eurosport 1 sendet 24 Stunden, zusätzlich laufen die Sportarten via Eurosportplayer live.

Eurosport kündigte bereits an, die Übertragungen moderner zu gestalten, um ein jüngeres Publikum anzusprechen. Das geschieht über die Highlight-Sendungen "#TeamD" aus einem Studio vor Ort und über die aus München kommende Sendung mit Studiogästen "zwanzig18 – Die Olympia-Show" um 20:15 Uhr.

Durch die späte Einigung zwischen ARD, ZDF und Discovery sind die öffentlich-rechtlichen Sender mit einem kleineren personellen Aufgebot in Pyeongchang. ARD und ZDF arbeiten enger als bisher zusammen, nutzen die Studios gemeinsam. Darüber hinaus unterscheiden sich die Olympia-Übertragungen auch inhaltlich.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte setzen die privaten und welche die öffentlich-rechtlichen Sender bei ihrer Berichterstattung?

Eurosport erklärt, die Olympischen Spiele "einem breiteren und jüngeren Publikum zugänglich machen" zu wollen. Eurosport will mit multimedialer Berichterstattung klassische TV-Zuschauer und das internetaffine, junge Publikum begeistern.

In die Highlight-Sendungen sollen die sozialen Netzwerke eingebunden werden, um Athleten und Sportarten in den Mittelpunkt zu rücken. Eurosport kündigte an, auch die Sportpolitik nicht vernachlässigen zu wollen. Der freie Sportjournalist Benjamin Best, Experte für Wettbetrug und Manipulation im Spitzensport, soll aus Pyeongchang über Doping und sportpolitische Themen berichten.

Dies wiederum ist Schwerpunkt der Übertragungen der öffentlich-rechtlichen Sender. ZDF-Chefredakteur Peter Frey sagte im Dezember: "Wir nehmen dieses Sportfest zum Anlass, in Berichten, Dokumentationen und Reportagen die Region in Ostasien und die politische Situation in Süd- und Nordkorea zu beleuchten. Darüber hinaus bleibt die kritische Aufarbeitung von Sportpolitik und Doping-Themen wichtig."

Wo wird den Zuschauern mehr geboten – und was wird den Zuschauern überhaupt geboten?

Mit den Liveübertragungen aller Sportarten hat Eurosport das umfassendere Paket. Die Studio-Sendungen bieten zudem einen Mix aus Unterhaltung und Infos.

Wer sich tiefgründige Analysen über Doping und die politische Lage in Süd- und Nordkorea wünscht, kann von ARD und ZDF mehr erwarten. Das Livesport-Angebot zu den Olympia-Highlights ist auch hier umfassend.

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