Wer sich gewundert hat, warum Marcel Hirscher bei Olympia auch die Kombination fährt, hat nun seine Antwort. Die könnte Ski-Fans aber nicht gefallen.

Marcel Hirscher geht davon aus, dass die Olympischen Spiele in Pyeongchang seine letzten sind. Das hat der Salzburger auf einer Pressekonferenz in Südkorea klargestellt.

"Ich habe hier drei Chancen auf Gold, und es sind meine letzten, denn bei den nächsten Spielen werde ich nicht mehr fahren", sagte der 28-Jährige am Sonntag.

Marcel Hirscher beantwortete damit indirekt die Frage, weshalb er auch in der Kombination - am Dienstag um 3:30 Uhr (Abfahrt) und 7:00 Uhr (Slalom) - startet, statt sich auf Slalom und Riesentorlauf zu konzentrieren. Eine Olympia-Goldene ist die einzige Medaille, die in der Sammlung des sechsfachen Gesamtweltcupsiegers noch feht.

Der Druck auf Hirscher ist groß

Er sei sich im Klaren darüber, dass daheim jeder zumindest eine Goldmedaille erwarte, erklärte Hirscher. "Im Internet habe ich eine Studie aus den USA gesehen, wonach Österreich bei diesen Olympischen Spielen fünf Goldmedaillen holt – und drei davon ich."

"Wenn ich das hernehme, kann ich nur verlieren", sagte der Kombi-Weltmeister von 2015. Wenn es schon am Dienstag mit einer Medaille klappen würde, dann wäre der große Druck weg.

Als Favorit für die Kombination sehe er sich jedenfalls nicht, betonte Hirscher. Die besten Chancen hätten die beiden Franzosen Alexis Pinturault und Wengen-Sieger Victor Muffat-Jeandet oder auch Landsmann Marco Schwarz: "Der kann hier Großes leisten."

Hirscher fehlten im Training 3,66 Sekunden auf Teamkollege Vincent Kriechmayr, den Schnellsten im Abschlusstraining. Noch besorgniserregender fand er aber, "dass die anderen Techniker eine Sekunde schneller sind. Ich hatte gehofft, mithalten zu können."

Marcel Hirscher, der Meister des Understatement

Ob Pyeongchang für Hirscher tatsächlich die letzten Spiele sind, bleibt freilich abzuwarten. Der 28-Jährige ist schließlich der Meister der Tiefstapelei.

Nach seinem Knöchelbruch im vergangenen Jahr hatte er sich trotz veränderter Radien bei den Riesentorlauf-Ski innerhalb kürzester Zeit zurück an die Weltspitze gekämpft und steht nun vor seinem siebten Gesamtweltcupsieg - in Folge!

Wenn Hirscher bis 2022 seine Karriere noch nicht beendet hat, könnte er also durchaus auch in Peking noch einmal um Medaillen mitfahren. Vor allem, sollte es in Pyeongchang noch nicht mit einer Goldenen klappen. (ank)