Er zählt zu den großen Hoffnungsträgern im deutschen Biathlon. Erik Lesser möchte bei den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang seinen Traum von der Gold-Medaille erfüllen. Sein Motto hat er von seinem Lieblings-Fußballverein übernommen – einem abstiegsbedrohten Zweitligisten.

"Wir haben Gold verdient!" Diese Worte stammen von Erik Lesser, einem der erfolgreichsten Biathleten Deutschlands. Vor vier Jahren, bei den Olympischen Winterspielen 2014, gewann er gleich zwei Mal Silber – einmal im Einzel, einmal in der Staffel.

In Pyeongchang soll die Erfolgsgeschichte weitergeschrieben werden. Experten prognostizieren ihm gute Chancen - und der Start im Sprint war schon mal vielversprechend. Beim Sieg seines Landsmanns Arnd Peiffer landete Lesser auf einem beachtlichen elften Rang und scheint für die kommenden Wettkämpfe gut gerüstet.

Der 29-Jährige hat beachtliche Erfolge vorzuweisen. Bei Weltmeisterschaften gewann er zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze. Er holte fünf Siege im Weltcup, davon zwei im Einzel. Und dann wären da eben noch die beiden olympischen Silbermedaillen, die sein großer Stolz sind.

Ein echter Teamplayer

Im Gesamtweltcup steht er zwar "nur" auf Rang 16. Einige Ausreißer nach oben inklusive Podestplätzen stimmen dennoch zuversichtlich. "Mein Ziel ist auf alle Fälle Staffel-Gold", verriet er im Interview mit unserer Redaktion.

Er ist Doppel-Weltmeister und hat bei Olympischen Spielen schon zwei Silbermedaillen im Biathlon erringen können. Auch für Pyeongchang 2018 hat Erik Lesser große Ziele. Welche, hat er uns im Interview verraten.

Lesser ist eben ein echter Teamplayer. Die Staffel hat für ihn eine größere Bedeutung als der Einzelwettbewerb.

Das ändert allerdings nichts daran, dass er sich auch in den Einzelwettbewerben konkurrenzfähig sieht. "Aber ob es dann wie vor vier Jahren zu einer Einzelmedaille reicht, ist schwierig zu sagen. Gerade auch, weil unser Feld bei den Männern extrem eng ist."

Talent vom Großvater geerbt

Das Talent liegt offenbar in der Familie. Sein Großvater Axel Lesser war ein erfolgreicher Skilangläufer. Erik bezeichnet ihn noch heute als sein größtes Vorbild. Kein Wunder also, dass auch Erik zunächst im Langlauf seine Erfahrungen sammelte. Mit 13 Jahren wechselte er zum Biathlon und ging direkt auf ein Sportinternat in Oberhof.

Als Sportsoldat konnte er sich voll auf den Sport konzentrieren und sammelte fleißig Erfolge. 2009 wurde sein Talent erstmals richtig sichtbar, als er bei den Junioren-Weltmeisterschaften im Sommer und im Winter insgesamt drei Goldmedaillen und eine Silber-Medaille gewann.

Heute zählt er zu den prominentesten Wintersportlern Deutschlands. Fernsehauftritte sind für ihn längst Gewohnheit. Und das nicht nur im "Aktuellen Sportstudio", sondern gerne auch im Unterhaltungsbereich. Im Jahr 2016 nahm er beispielsweise an der "Großen ProSieben Völkerball-Meisterschaft" teil.

Videospiel-Wochenenden mit der Freundin

Privat ist er seit dem Jahr 2011 mit seiner Freundin Nadine, einer selbstständigen Lichtplanerin, liiert. Sie hat zum Sport eher ein distanziertes Verhältnis. "Ich bin nicht so verrückt und sitze dann mit Fahne und Schal vorm TV", verriet sie einst der "Bild am Sonntag".

Ein Beispiel: Als Erik WM-Gold gewann, lief das Rennen nur nebenbei im TV. "Als er dann im Ziel war, habe ich auch gemerkt, dass er gewonnen hat", berichtete sie.

Dafür teilen sie fernab des Sports viele gemeinsame Hobbys – so zum Beispiel Videospiele. "Meine Freundin und ich haben das Ding auch schon mal Freitag angemacht und Sonntag ausgeschaltet", erzählt der Biathlet. Kinder haben die beiden noch nicht, dafür aber einen Dalmatiner.

Vom gleichen Schlag wie Erzgebirge Aue

Auch der Fußball spielt in seinem Leben eine große Rolle. Erik Lesser ist ein glühender Fan des Zweitligisten FC Erzgebirge Aue. Das ist auch der Grund für den Bergmannsgruß, den er bei der Zieleinfahrt gerne zum Besten gibt.

Grund für die Vereinsliebe ist nicht nur, dass seine Freundin aus dem Erzgebirge stammt. Die Mentalität dieser Fußballmannschaft sagt ihm ebenfalls zu. "Die kämpfen bis zum Umfallen," verrät er.

Damit könne er sich gut identifizieren – es ist praktisch sein eigenes Motto. Schließlich wird er in Pyeongchang genau das tun.