Laura Dahlmeier wusste schon als Kind, was sie wollte: Olympiasiegerin werden. Das hat Deutschlands Biathlon-Königin mit 24 Jahren nun gleich zweimal geschafft. Nun nährt sie selbst Gerüchte um ein mögliches Karriere-Aus.

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Bei den Olympischen Spielen von Pyeongchang hat Laura Dahlmeier drei Medaillen gewonnen, zwei goldene und eine bronzene. Auch wenn es in den Staffel-Wettbewerben nicht zu Edelmetall gereicht hat, so ist die Biathletin dennoch zufrieden. Schon vor Olympia hatte es immer wieder Gerüchte um ein mögliches Karriereende der 24-Jährigen. Nun nährt sie im Interview diese Gerüchte.

Als Kind wollten Sie Olympiasiegerin oder Hüttenwirtin werden. Olympiasiegerin sind Sie jetzt. Werden Sie nun Hüttenwirtin?

Laura Dahlmeier: Schauen wir mal. Ich glaube nicht, dass ich mich da so gut machen würde.

Geht Ihr Blick schon Richtung Olympia 2022 in Peking?

Mein Plan war bis hier, bis zu Olympia in Pyeongchang. Da habe ich meine großen Ziele gehabt. Was danach kommt, wie es weitergeht, das kann ich jetzt noch nicht so genau sagen. Es ist alles offen.

Geht man ins stille Kämmerlein, geht man in die Berge, um so eine Entscheidung zu treffen?

Ich habe ja noch keinen Plan. Jetzt bin ich erst einmal eine Woche daheim, Kraft tanken. Dann stehen drei Wochen mit Weltcups an. Danach muss man sich mal in Ruhe zusammensetzen. Nach Olympia ist erfahrungsgemäß immer ein wenig ein Wechsel da - in der Mannschaft, was Betreuer betrifft und so weiter. Da sind wir einfach mal gespannt, was passieren wird.

Sie sind 24 Jahre alt. Normalerweise redet eine Sportlerin so, wenn sie 29, 30 ist. Wie kommt es, dass Sie jetzt schon zögern?

Ich mache Biathlon, seit ich neun bin. Und ich habe jeden Tag immer alles dafür gegeben. Mein Ziel war es, in den Weltcup zu kommen. Ich wollte irgendwann einmal den Gesamtweltcup gewinnen, bei der WM eine Goldmedaille. Und das größte Ziel war der Olympiasieg. Das habe ich die letzten vier Jahre geschafft. Dann fragt man sich als Sportler schon: Geht es noch besser? Kann ich noch besser werden? Ich hinterfrage mich schon, was noch möglich ist. Aber ich möchte jetzt auch nicht zu viel über irgendein Karriereende nachdenken oder reden. Es kommt, wie es kommt.

War das Leben als Olympiasiegerin bei Olympia so traumhaft, wie Sie sich das vorgestellt haben, damals auf dem Stockbett jubelnd?

Nein, nicht ganz. Aber so ist es ja immer, dass man sich Sachen eigentlich toller vorstellt, als sie dann letztendlich sind. Der Sprint-Sieg war sicher ein Wahnsinnstag, das war wirklich phänomenal. Aber das ganze Drumherum ist natürlich doch ein bisschen anders, als man es sich vorstellt. Es sind mehr Termine, es ist mehr Drumherum zu erledigen. Was das Besondere ist: Erfolge kann man gemeinsam feiern, mit anderen Sportlern. Das macht schon den besonderen Reiz aus. Das beflügelt, das sind die besonderen Emotionen. Das ist das Schöne an Olympia.  © dpa

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