• Für die vier verbliebenen Teams ist es das letzte Spiel vor dem möglichen Einzug in den Super Bowl.
  • Während in der NFC mit Tom Brady und Aaron Rodgers zwei NFL-Legenden um das Finale kämpfen, ist der Einsatz des Star-Quarterbacks Patrick Mahomes im AFC-Endspiel unklar.
  • Spielt Mahomes gegen die Bills, steht er vor der Titelverteidigung.

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Ein Rekordmann und sein potentieller Nachfolger auf den Bestenlisten. Tom Brady gegen Patrick Mahomes, das Duell der beiden Top-Quarterbacks, im Super Bowl – nein, so leicht sollte man es sich nicht machen.

Angesichts der Performance in den vergangenen Jahren liegt diese Annahme zwar nahe. Doch gleich mehrere Faktoren sprechen gegen ein Aufeinandertreffen der Tampa Bay Buccaneers und der Kansas City Chiefs im Endspiel um die Meisterschaft der National Football League (NFL).

Tampa Bay Buccaneers bei den Green Bay Packers: Brady gegen Rodgers – das Gigantenduell

In ungewohntem Dress ist Tom Brady in dieser NFL-Saison zu sehen. Nach 19 Jahren und sechs Super-Bowl-Ringen verließ der von vielen als GOAT – greatest of all time, also Größter aller Zeiten – bezeichnete Quarterback die New England Patriots und schloss sich den Tampa Bay Buccaneers an.

Gleich in seinem ersten Jahr in Florida führte er das Team in die Playoffs – zum ersten Mal seit 2007. Brady bewies, dass er auch in einem anderen Team für den Unterschied sorgen kann. Zusammen mit Rob Gronkowski, seinem jahrelang kongenialen Tight End bei den Patriots, und Wide Receiver Mike Evans, wies er zuletzt die New Orleans Saints um Drew Brees in die Schranken – ebenfalls Super-Bowl-Champion, 13-facher Pro-Bowl-Teilnehmer, Unterschiedsspieler, Quarterback-Legende.

Im Conference Championship der NFC treffen die Bucs nun auf die Green Bay Packers um Aaron Rodgers, der sich in die Auswahl rekordverdächtiger Quarterbacks mühelos einreiht. Zumal der 37-Jährige in der aktuellen Spielzeit auf dem Niveau eines MVP (Most Valuable Player), also des wertvollsten Spielers der Saison, agiert und gute Chancen hat, in diesem Jahr mit diesem Titel ausgezeichnet zu werden. Den direkten Vergleich in Woche sechs gewann Brady eindeutig: mit einem 38:10 spielten die Bucs die Packers in Rodgers‘ schwächstem Saisonspiel an die Wand.

Im Championship-Spiel der NFC trifft mit den Bucs die beste Laufdefensive der Liga auf die beste Offensive der Liga, die der Packers. "Ich fühle überhaupt keinen extra Druck", sagte Rodgers vor dem Duell der Giganten.

Prognose: Aaron Rodgers steht mit seinen Green Bay Packers zum fünften Mal im Conference Championship Game, erst einmal gewann er – und triumphierte anschließend auch im Super Bowl (2011). Die anderen Male konnte der Quarterback nie überzeugen. Ausgerechnet jetzt kommt mit Quarterback-Superstar Brady der erfolgreichste aller Teilnehmer der Conference Championships, 14 Mal war er dabei, neunmal gewann er. Die Bucs kämpfen zwar um den Heim-Super-Bowl – das Endspiel findet in diesem Jahr tatsächlich in Tampa Bay statt – doch den Heimvorteil am Sonntag haben die Packers. Und im Lambeau Field, im Stadion der Green Bay Packers, wird es eisig. Daran müssen sich Floridianer auch erst einmal gewöhnen.

Ziehen die Packers ihr Offensivspiel durch, sind sie kaum zu stoppen – zumal die Bucs zuletzt Schwierigkeiten hatten, sich an andere Mannschaften anzupassen. Zeigen die Packers defensiv Schwächen, schlagen die Bucs gnadenlos zu. Brady wird alles dafür tun, den Gegner psychisch unter Druck zu setzen, was in Woche sechs gelang. Sind die Packers bei hundert Prozent, gewinnen sie das Spiel.

Buffalo Bills bei den Kansas City Chiefs: (Fast) alles hängt an Mahomes

Gegen das "Concussion Protocol" kann auch Andy Reid, der Erfolgstrainer der Kansas City Chiefs, nichts tun. "Für mich als Trainer ist das ein Selbstläufer", sagte er nach dem Spiel seines Teams gegen die Cleveland Browns am vergangenen Wochenende. "Es gibt eben dieses ganz genaue Protokoll." Eben jenes Protokoll könnte entscheidend dazu beitragen, ob die Chiefs den Super Bowl erreichen – und Chancen auf die Titelverteidigung haben.

Im Spiel der Chiefs gegen die Browns bekam Chiefs-Quarterback Patrick Mahomes im dritten Viertel einen Schlag auf den Hinterkopf, musste benommen vom Feld und zeigte Symptome einer Gehirnerschütterung.

Die NFL ist sehr vorsichtig im Umgang mit Kopfverletzungen. Wer auf dem "Concussion Protocol" steht, muss erst fünf Stufen durchlaufen, bevor er wieder spielen darf. Schon direkt nach der Partie gaben die Chiefs Entwarnung, am Mittwoch trainierte er auch schon wieder. Ob er es rechtzeitig vor dem Conference Championship Game am Sonntag gegen die Buffalo Bills von der Liste schafft, ist noch nicht klar.

Dafür ist aber klar: Die Chiefs sind abhängig von Mahomes. Mit 38 Touchdowns und lediglich sechs Interceptions lief der 25-Jährige nach dem Super-Bowl-Gewinn auch in der aktuellen Saison wieder zur Höchstform auf. Im Duell der beiden Teams in der regulären Spielzeit setzten sich die Chiefs mit 26:17 durch.

Die Buffalo Bills sind aktuell aber nicht mehr mit den Bills der Regular Season vergleichbar. Quarterback Josh Allen, 24, entwickelte sich vom Durchschnittsquarterback zum Top-Quarterback – und die Bills zum Top-Team, das zum ersten Mal seit 1994 wieder in den Super Bowl einziehen könnte.

Prognose: Sollte Mahomes es nicht rechtzeitig schaffen, das Concussion Protocol zu verlassen, ist der Offensive der Bills zuzutrauen, den amtierenden Champion zu knacken. Denn obwohl auch Ersatzquarterback Chad Henne in guter Form eine ordentliche Performance liefert: Die Bills steigerten sich nicht umsonst innerhalb weniger Monate zum absoluten Spitzenteam der NFL.

Verwendete Quellen:

  • CBS Sports: Patrick Mahomes remains in concussion protocol, but is reportedly expected to practice Wednesday
  • Pressekonferenz mit Aaron Rodgers: Aaron Rodgers on fifth championship game: 'I don't feel any extra pressure'
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