Alexander Zverev wird auch bei seinen deutschen Tennis-Kollegen noch Buße tun müssen. In verschiedenen Interviews hat die Chefin des deutschen Damentennis, Barbara Rittner, sehr deutliche Kritik am Verhalten des Profis geübt. Zverev hatte wiederholt gegen Coronaauflagen verstoßen. Zuletzt war er bei einer Party in der Nähe von Monaco gefilmt worden.

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Bei der Adria-Tour war Alexander Zverev noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen. Während unter anderem seine Tennis-Kollegen Novak Djokovic, Grigor Dimitrov und Viktor Troicki positiv auf das Coronavirus getestet wurden, war Zverev negativ und gelobte prompt Besserung: Er wolle sich nun vorsichtshalber in Quarantäne begeben und entschuldige sich bei allen, die er potentiell gefährdet habe.

Von diesen Worten bleibt nicht viel mehr als heiße Luft zurück, denn ein aktuelles Video zeigt den deutschen Tennisprofi auf einer Party. Es soll laut "Spiegel"-Informationen nur sechs Tage nach Zverevs Beteuerungen entstanden sein.

Zverev äußert sich nicht zu "Corona-Party"

Zverev selbst wollte sich bislang nicht dazu äußern, dafür macht Damentennis-Chefin Barbara Rittner nur allzu deutlich, was sie vom Verhalten des deutschen Tenniszugpferds hält: "Sascha hat anscheinend irgendwas nicht verstanden in Sachen Verantwortungsgefühl und Vorbildfunktion. Er fügt dem gesamten Tennis einen Image-Schaden zu. Solche Aktionen bedeuten auch für ihn einen großen Image-Verlust in Deutschland wie international. Das ist traurig. Ich war schockiert von dem Video", erklärt sie gegenüber der "Bild".

Rittner: "Er muss sich bei uns an die Regeln halten"

Und auch im "Morgenmagazin "von ARD und ZDF kritisiert Rittner Zverev deutlich. Sie sei nicht dafür zuständig, dass Zverev bestrafte werde, er bestrafe sich jedoch selbst, indem er sich unglaubwürdig mache, glaubt Rittner. Bei den Berliner Tennis-Turnieren Mitte Juli soll Zverev dennoch dabei sein. "Wir werden ihn nicht ausschließen, aber er wird heute noch einmal getestet und sich dann in Isolation begeben und in Ruhe trainieren, hoffe ich", sagte Rittner. "Er muss sich bei uns an die Regeln halten".

Zverev sei "ein guter Junge mit Ecken und Kanten. Hier hat er sich - und das verurteile ich auch ganz klar - aber völlig falsch verhalten. Er hat damit der ganzen Tennis-Szene einen Bärendienst erwiesen. Denn dadurch kommt alles ins Wackeln, die Turniere werden jetzt immer fragwürdiger. Und wenn wir positive Fälle haben, bricht das ganze Konstrukt zusammen", fürchtet die Turnierchefin.

Berlin-Turniere vor Zuschauern

Die Turniere in Berlin dürfen vor 1.000 Zuschauern stattfinden. Das verkündete Rittner am Dienstagmorgen. Doch diese Freigabe wird es nur solange geben, wie sich alle an die strengen Regeln halten.

Das "extreme Hygienekonzept" sieht laut Rittner vor, dass jeder Zuschauer zunächst Fieber messen und dann durch eine Hygiene-Tunnel gehen müsse, "in dem man nicht mit Feuchtigkeit, sondern mit Luft bestrahlt" würde. "Wir werden alle Spieler vorher testen, die Anreisepflicht zwei Tage vor dem Event haben", berichtete sie.

"Es wird leider keine Autogramme geben, und auch keinen Kontakt von Spielern und Spielerinnen zu Kindern oder zu Fans" Und was noch wichtiger ist: keine Partys. Besonders nicht für Alexander Zverev. "Wenn er das tut, würden wir ihn ausschließen", kündigte Rittner an. Noch einen Fehler in der Coronakrise darf sich Zverev nicht erlauben. (ska/dpa)

Nick Kyrgios knöpft sich Quarantäne-Verletzer Alexander Zverev vor: "Wie egoistisch kannst du sein?"

Alexander Zverevs Egoismus kotze ihn an, nimmt ein Tenniskollege des besten deutschen Tennisspielers kein Blatt vor den Mund. Nick Kyrgios gilt auf dem Court als ebenso talentiert wie schwierig und lieferte sich mit Zverev bereits während der Australian Open eine offene Kontroverse. © ProSiebenSat.1