Gegen Peter Seisenbacher ist ein weltweiter Haftbefehl erlassen worden. Der Judo-Doppel-Olympiasieger soll in einem Wiener Verein zwei unmündige Mädchen sexuell missbraucht haben. Bei dem Prozess im Jänner war Seisenbacher nicht aufgetaucht – seither fehlt von ihm jede Spur.

Der weltweite Haftbefehl gegen Peter Seisenbacher sei bereits am 19. Dezember erlassen worden, teilte das Wiener Straflandesgericht in einer Aussendung mit. An jenem Tag war der Judo-Doppel-Olympiasieger unentschuldigt nicht zu seiner Verhandlung vor Gericht erschienen. Der Haftgrund sei Fluchtgefahr.

"Aus kriminaltaktischen Gründen und um die Fahndung nicht zu behindern, wurde von einer Information der Medien und Öffentlichkeit vorerst Abstand genommen", schreibt das Straflandesgericht weiter.

Seisenbacher wird vorgeworfen, sich während seiner Vereins-Tätigkeit als Trainer Anfang der 2000er-Jahre an mehreren Mädchen vergangen zu haben. Zuletzt war der 56-jährige Trainer der Judo-Herren-Nationalmannschaft in Aserbaidschan. Für Seisenbacher, der sich zu den gegen ihn gerichteten Vorwürfen bisher nicht öffentlich geäußert hat, gilt die Unschuldsvermutung. (rs)