(jfi/mac) - Eine Spezialeinheit der US-Polizei zur Bekämpfung von Kinderpornographie hat das Haus von NBA-Profi Chris Anderson von den Denver Nuggets durchsucht, wie US-Medien berichten. Der Spieler wurde jedoch nicht festgenommen oder angeklagt. Trotzdem wurde der Ersatz-Center von seinem Team vorläufig freigestellt, um "seine Aufmerksamkeit den Ermittlungen widmen zu können".

Die Meldungen über die Hausdurchsuchung drohen einen Schatten auf die erfolgreiche Saison des Basketballteams aus Denver zu werfen. Die Nuggets siegten im sechsten Playoff-Spiel gegen die Los Angeles Lakers in überzeugender Manier und haben eine realistische Chance, den vielfachen Champion am Samstag aus den Playoffs zu werfen. Jetzt ist fraglich, wie das junge Team mit den Vorwürfen gegen einen ihrer Publikumslieblinge umgehen wird.

Die Ermittler interessierten sich seit Februar für Andersons Aktivitäten im Internet, nachdem eine Strafverfolgungsbehörde in Kalifornien sie über möglicherweise verdächtiges Material im Besitz des NBA-Spielers informiert hatte. Obwohl die Behörden nach der Hausdurchsuchung keine weiteren Angaben machen wollten, ist davon auszugehen, dass die Beamten in Andersons Haus Computer, Festplatten sowie weitere Datenträger konfisziert haben. Die Auswertung der gefundenen Daten dauert üblicherweise mehrere Wochen bis zu einem Monat, so der Sprecher der örtlichen Strafverfolgungsbehörde.

Chris Anderson steht nicht das erste Mal mit dem Gesetz in Konflikt: Seine Karriere als Profi-Basketballer schien nach mehreren Verstößen gegen die Anti-Drogen-Politik der NBA bereits beendet. Die Liga sperrte den hochtalentierten und extrem athletischen Spieler, der aufgrund seiner hohen Sprungkraft von den Fans "Birdman" genannt wird, im Jahr 2006 für mehr als zwei Jahre. Wider Erwarten gelang dem heute 33-Jährigen nach seiner Sperre ein Comeback in der NBA und er unterzeichnete im Jahr 2009 einen Fünfjahresvertrag mit den Nuggets über 26 Millionen Dollar.

Ist der "Birdman" nun wieder aktenkundig geworden, weil es auf dem Spielfeld derzeit nicht so gut läuft? Zumindest scheint Nuggets-Trainer George Karl ein schlechtes Gewissen zu haben, weil er den Center in der laufenden Saison nur noch selten einsetzt: "Ich bin schlecht mit ihm umgegangen". Anderson gilt als Opfer der Erneuerung des Nuggets-Kaders, weil George Karl auf deutlich jüngere Spieler setzt und dem Publikumsliebling in der laufenden Saison nur noch rund 15 Minuten Einsatzzeit pro Spiel gibt. Trotzdem glaubt sein Trainer aber, dass Anderson auch seine jüngste persönliche Krise überwinden wird und die Vorwürfe gegen ihn ausräumen kann: "Ich vertraue dem Birdman. Ich glaube, er wird es überstehen", sagte Karl der Nachrichtenagentur AP.