Tennislegende Boris Becker hat den Stellenwert des Fußballs in Deutschland kritisiert. Seiner Ansicht verdrängt der Volkssport andere Sportarten im Fernsehen zu deutlich. Aber auch an den Olympia-Ausrichtern in Rio de Janeiro hat Becker einiges auszusetzen.

Boris Becker darf sich seit gestern "Lichtgestalt des Jahres" nennen. Der ehemalige Weltklasse-Tennisspieler wurde in Köln durch die Zeitung "Express" für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Seine Dankesrede nutzte er zu einem Rundumschlag gegen den Fußball und die Olympischen Spiele in Rio.

Im Fernsehen sei viel zu viel auf den Fußball ausgerichtet, sagte Becker: "Olympia hat das gezeigt. Es läuft meines Erachtens zu viel Fußball."

Doch auch seine Erfahrungen als Trainer des Tennisstars Novak Djokovic bei Olympia 2016 in Rio sorgen immer noch für Zornesfalten beim 48-Jährigen. Die Zustände im Olympischen Dorf beschrieb Becker so: "Die Toilette im Dorf ging vielleicht jeden zweiten Tag. Das Wasser in der Dusche kam aus der Wand. Das Essen in der Mensa - erst war man begeistert, aber nach drei Tagen kann man es nicht mehr sehen."

Insgesamt stünden die Sportler bei Olympia zu wenig im Mittelpunkt der Bemühungen, fuhr Becker fort: "Vielleicht sollte man das bei den nächsten Spielen mal berücksichtigen. Es geht nicht um die Sponsoren, es geht um die Sportler."