Die Basketball-Nationalmannschaft rechnet sich dank der deutschen NBA-Power Medaillen-Chancen bei der Weltmeisterschaft aus. Selbst Dirk Nowitzki ist vom deutschen Team begeistert.

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Dirk Nowitzki gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er über die deutsche Basketball-Nationalmannschaft spricht. "Ich glaube, wir haben so eine tiefe Mannschaft wie noch nie", sagt die zurückgetretene Basketball-Legende im Gespräch mit Sport1.

"Wir haben so viele Talente dabei. Wir haben gute Führungsspieler mit Dennis Schröder, Maximilian Kleber, Daniel Theis und wie sie alle heißen. Von daher glaube ich schon, dass wir eine super Truppe am Start haben."

Starke Worte eines der größten Basketballer aller Zeiten. Ist die deutsche Basketball-Nationalmannschaft wirklich gut genug, um bei der Weltmeisterschaft in China (31. August bis 15. September) mit der Weltspitze zu konkurrieren? Der dritte Platz bei der Weltmeisterschaft 2002 ist bislang das beste WM-Ergebnis einer deutschen DBB-Nationalmannschaft.

Damals zählte Dirk Nowitzki zu den aufstrebenden Top-Stars des Basketballs. Heute gibt es zwar keinen Nowitzki mehr im Kader, dafür aber eine ganze Reihe potenzieller Top-Spieler. "So eine Mannschaft hat es in Deutschland bisher noch nicht gegeben. Wir haben mehrere NBA-Spieler im Training", sagt auch der heutige Starspieler der deutschen Mannschaft, Dennis Schröder.

Drei aktuelle NBA-Stars im deutschen Kader

Genau genommen sind es drei aktuelle NBA-Stars, die im aktuellen WM-Aufgebot stehen. Dennis Schröder spielt für die Oklahoma City Thunder, Maximilian Kleber für die Dallas Mavericks und Daniel Theis für die Boston Celtics. Hinzu kommt unter anderem Paul Zipser, der bereits für die legendären Chicago Bulls gespielt hat und nun beim FC Bayern München unter Vertrag steht.

In Isaac Bonga und Moritz Wagner von den Washington Wizzards gab es zwei NBA-Stars, die zwar die Turniervorbereitung mitmachten, allerdings nicht den Sprung in den endgültigen Kader geschafft haben – auch das sagt viel über die Qualität der Mannschaft aus.

Schröder gilt als der Eckpfeiler dieser Mannschaft. Im Basketball-Land USA würde man ihn als "go-to-guy" bezeichnen. Das bedeutet: Er ist der entscheidende Mann auf dem Spielfeld. "Mit Dennis Schröder auf der Point Guard Position haben wir jemanden, der das Spiel für uns komplett organisieren kann. Das macht es für die Mitspieler leichter", sagt sein Mitspieler Kleber.

Auch Bundestrainer Rödl lobt die Entwicklung des 25-jährigen Schröder und sagt im Gespräch mit unserer Redaktion: "Er hat spielerisch und physisch einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Es war für ihn eine besondere Erfahrung, in Oklahoma an der Seite von den Top-Stars Russell Westbrook und Paul George zu spielen. Er hat viel für sich mitgenommen. Er arbeitet jetzt noch konzentrierter."

Sorgte Schröder in den vergangenen Jahren vor allem aufgrund seines protzigen Lebensstils mit teuren Autos und schicken Uhren für Aufmerksamkeit, so präsentiert er sich als frisch gebackener Vater völlig anders. Er ist zurückhaltender und fokussiert sich auf seine Rolle als Führungsspieler.

"Ich versuche, immer für mein Team da zu sein. Ich will führen. Meine Teamkameraden wissen das und stehen voll hinter mir", sagt Schröder, der in der Öffentlichkeit und auch bei der WM kaum noch ohne Ehefrau und Baby anzutreffen ist.

Der Familienmensch schöpft daraus Motivation und fühlt sich noch stärker: "Wenn du Familie hast, gibst du für sie im Training noch mehr Gas."

Mehr Top-Spieler als nur Dennis Schröder

Doch die gegnerischen Mannschaften können sich eben nicht nur auf Schröder konzentrieren. Allrounder wie Kleber und Theis können das Spiel genauso prägen. "Beide sind sehr vielseitig, können ihrer Mannschaft in der Offensive wie auch in der Defensive helfen und sind gute Typen", so der Bundestrainer.

Die Aufgaben bei der Weltmeisterschaft haben es allerdings in sich. Auftaktgegner Frankreich (Sonntag, 14:30 Uhr) zählt zu den Geheimfavoriten und rückt ebenfalls mit vielen NBA-Stars an. "Frankreich ist der Top-Gegner in unserer Gruppe", sagt Kleber. Und wie beurteilt er die weiteren Aufgaben Dominikanische Republik und Jordanien? "Das sind Gegner, gegen die wir einfach gewinnen müssen", antwortet er.

Die beiden Gruppenbesten qualifizieren sich für die zweite Gruppenphase. Was letztendlich für die DBB-Auswahl möglich ist? "Eine Medaille wäre geil. Wie realistisch das ist, sehen wir dann", sagt Kleber.

Zumindest die Olympischen Sommerspiele 2020 sind ein realistisches Ziel für die deutsche Nationalmannschaft. Sieben Teams qualifizieren sich bei der WM direkt für Olympia. Das wären die beiden bestplatzierten Teams aus Europa und aus der sogenannten "America Zone" sowie jeweils das bestplatzierte Team aus Afrika, Asien und Ozeanien.

Die 16 nächstbesten platzierten Teams der WM wahren die Chance, sich über Qualifikationsturniere ein Ticket für Tokio zu sichern.

Top-Favorit USA?

Doch wer holt nun WM-Gold? Die USA, die die beiden vergangenen Weltmeisterschaften gewann, zählt erneut zu den Top-Favoriten auf den Titel, muss allerdings ohne die absoluten Top-Stars wie LeBron James oder Stephen Curry auskommen.

Bundestrainer Rödl bezeichnet die USA zwar als Mitfavorit, sieht aber auch Chancen für andere Nationen: "Die Weltmeisterschaft ist so ausgeglichen wie noch nie. Ob nun Litauen, Kanada, Australien, Frankreich, Serbien, Spanien oder wir – es gibt viele Medaillenanwärter."

Verwendete Quellen:

  • Sport1.de: Basketball-Legende Dirk Nowitzki über die NBA, die WM und die EM in Deutschland
  • Interview mit Henrik Rödl
  • Gespräche beim Medientraining der deutschen Nationalmannschaft in Hamburg am 15. August 2019
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