Die Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark ist das erste große Sportereignis des Jahres. Wir verraten Ihnen, was Sie über die Stars der deutschen Nationalmannschaft wissen müssen.

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Am 10. Januar startet die Heim-WM: Deutschland und Dänemark sind die Gastgeber - und greifen beide nach dem Titel. Wir stellen Ihnen die Stars der deutschen Nationalmannschaft vor.

Handball-Legende spricht über Stärken der deutschen Handballer.

Andreas Wolff: Die Mauer

Der Torwart wurde bei der siegreichen Europameisterschaft 2016 zum Gesicht des deutschen Handballs und ist seitdem ein Medienstar. Ob bei "Schlag den Star" oder der Quiz-Show "Wer weiß denn sowas?": Der 27-jährige ist mit seinem lockeren Mundwerk überall ein gern gesehener TV-Gast.

Bundestrainer Christian Prokop hatte sich bereits im Dezember festgelegt, dass der Schlussmann des Rekordmeisters THW Kiel als Nummer 1 in die WM gehen wird. Somit erhält er den Vorzug gegenüber Silvio Heinevetter.

Mattias Andersson, Wolffs Torwarttrainer beim THW Kiel, erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion die Stärken seines Schützlings: "Andreas arbeitet gut mit seiner Größe (Wolff misst 1,98 Meter, Anm. d. Red.), agiert spektakulär, ist unglaublich schnell bei den Hüftbeugen, setzt seine langen Beinen gut ein und macht Bewegungen, die nicht jeder Torwart macht."

Uwe Gensheimer: Der Schlüsselspieler

Uwe Gensheimer spielt bei Paris Saint-Germain, dem wahrscheinlich wertvollste Handballverein der Welt. Mit seinem Jahresgehalt von geschätzten 500.000 Euro ist er der bestbezahlte Handballspieler Deutschlands.

Und das aus gutem Grund: Der treffsichere Linksaußen gilt als der beste Handballspieler des Landes und führt die deutsche Nationalmannschaft als Kapitän auf das Feld.

Bei der Europameisterschaft 2017 erlitt er eine Formkrise, vergab reihenweise Großchancen und leistete sich unnötige Ballverluste. Auch deshalb landete Deutschland auf einem enttäuschenden 9. Platz. Zuletzt hat sich der 32-Jährige allerdings wieder in Bestform präsentiert.

Finn Lemke: Der Gigant

2,10 Meter groß, 115 Kilogramm schwer: Finn Lemke ist ein echter Abwehr-Koloss. Bei der siegreichen Europameisterschaft 2016 zählte er zu den Shooting-Stars. Umso größer war die Überraschung, als Bundestrainer Christian Prokop ihn vor der EM 2018 aus dem Aufgebot strich.

Großer Fehler: Ohne Lemke wies die Verteidigung der deutschen Nationalmannschaft große Lücken auf. Das musste damals auch Prokop erkennen, der Lemke während des Turniers nachnominierte.

Diesmal dürfte Lemke als Abwehrchef gesetzt sein. Zumal der 26-Jährige mittlerweile auch Führungsqualitäten mitbringt: Bei seinem Bundesliga-Verein MT Melsungen übernahm er vergangenen Sommer das Kapitänsamt.

Martin Strobel: Der Spielmacher

Er fällt oft gar nicht groß auf, wenn er auf dem Spielfeld steht. Fehlt er aber, fällt dieses Defizit umso mehr auf: Martin Strobel ist als Spielmacher der Ideengeber im Spiel der deutschen Nationalmannschaft.

Bundestrainer Prokop erklärte im ZDF: "Ist er nicht auf dem Parkett, kommt uns etwas Struktur abhanden." Genau das war in den vergangenen beiden Jahren festzustellen, als Strobel eine Pause in der Nationalmannschaft einlegte.

Der 32-Jährige ist kein Torjäger, hat dafür aber eine gute Spielsteuerung und taktische Auffassungsgabe. Der Rückraumspieler des HBW Balingen-Weilstetten genießt in der Nationalmannschaft eine hohe Wertschätzung.

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Steffen Weinhold: Der Shooter

Wenn dieser Mann zum Wurf ansetzt, könnte einem als Torwart angst und bange werden. Der linke Arm von Steffen Weinhold ist eine echte Wurfgewalt! Die Bälle aus seiner Hand erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h.

Es wäre allerdings ein Fehler, den rechten Rückraumspieler des THW Kiel nur auf seine Würfe zu reduzieren. Der 32-Jährige bringt Erfahrung aus knapp elf Jahren Nationalmannschaft mit, ist flexibel einsetzbar und kann auch als Spielmacher in der Mitte fungieren.

Prokop sagt über diese Option: "Das ist eine unorthodoxe Lösung, weil man einen Linkshänder seltener sieht auf der zentralen Schaltstelle." Umso schwieriger für den Gegner, sich darauf einzustellen.

Fabian Böhm: Der Krieger

Der Schock war groß, als sich Julius Kühn Ende Oktober 2018 das Kreuzband riss - und somit für die Heim-WM ausfällt. Doch des einen Leid ist des anderen Freud: Fabian Böhm hat sich seither im linken Rückraum in den Vordergrund gespielt.

"Wir haben mit Fabian Böhm einen absoluten Krieger auf der Position", lobt Bundestrainer Prokop. Der 1,98 Meter große Spieler vom TSV Hannover-Burgdorf hat einen guten Wurf, ist stark in den Eins-gegen-Eins-Duellen, verteidigt gut und gilt zudem als ein emotionaler Leader.

Silvio Heinevetter: Der Stellvertreter

Silvio Heinevetter geht zwar nur als Torwart Nummer zwei in das Turnier, könnte mit seiner Erfahrung und seiner Emotionalität aber dennoch ein wichtiger Baustein für die Weltmeisterschaft werden.

Anders als im Fußball ist die Torhüter-Reihenfolge im Handball nicht zementiert. Im Verlauf eines Spiels kann es mehrfache Wechsel geben.

"Wir brauchen das Gespann", sagt Prokop. "Silvio Heinevetter hat eine Schwächephase durch, hat sich aber peu à peu gesteigert und macht auch hier einen sehr fokussierten, professionellen Eindruck."

Der 34-jährige Heinevetter macht bisweilen auch mit seinem Privatleben Schlagzeilen, da er seit 2009 mit der 19 Jahre älteren Schauspielerin Simone Thomalla (unter anderem "Tatort") liiert ist.

Verwendete Quellen:

  • zdf.de: Prokop: "Ein wahnsinniges Highlight"
  • Mattias Andersson, Torwarttrainer des THW Kiel
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Die Handball-WM 2019 findet vom 10. bis zum 27. Januar in Deutschland und Dänemark statt. Bundestrainer Christian Prokop musste den ursprünglich 28 Mann starken Kader auf 16 Spieler reduzieren. Wer im Trikot des DHB dabei ist.