(ank/ncs) - Der Schiri-Entscheid in der Partie gegen den FC Basel hat die BSC Young Boys wohl den Sieg gekostet. Nach einem nicht gegebenen Elfmeter steht Ref Studer nun im Kreuzfeuer der Kritik - beteuert aber seine Unschuld. Grund für den nicht gegebenen Penalty war angeblich eine Mikrofon-Panne.

Studers Assistent, Sandro Pozzi, habe das Foul gesehen und "sagte etwas ins Mikrofon, das ich nicht verstanden habe", sagte der Schiri im Gespräch mit "Blick.ch". "Mit 22'000 Fans kann das vorkommen. Leider zeigte er mir das Foul nicht mit der Fahne an." Aus diesem Grund konnte Studer keinen Elfmeter geben - weil er nach eigenen Angaben schlicht und einfach kein Signal bekommen hatte.

Insgesamt lassen die Leistungen der Referees in der aktuellen Runde der Super League zu wünschen übrig: In fünf strittigen Strafraumszenen bleibt der Pfiff aus. Das 1:1 im Kampf der Giganten - YB gegen FCB - verkommt angesichts der aktuellen Debatte zur Nebensache. In der 89. Minute haut Basels Aussenverteidiger Park Joo-ho Stürmer Matias Vitkieviez im Strafraum die Beine weg. Das gesamte Stade de Suisse hält die Luft an, doch Schiri Stephan Studer lässt weiterspielen.

"Sorry, wenn man das nicht sieht ...": Vizekapitän Mario Raimondi machte kurz nach dem Schlusspfiff im Interview seinem Ärger Luft. "Es ist zum Kotzen. Wirklich zum Kotzen. Man sagt immer, wir hätten keine Eier, aber da hat ein anderer keine Eier gehabt."

Es sei müssig, darüber zu reden, ob den Unparteiischen der Mut fehle, gegen den amtierenden Meister einen Elfmeter zu pfeifen - meint jedenfalls Christoph Spycher. "Alle im Stadion und am TV haben gesehen, was leider drei Männer nicht gesehen haben - und einer davon ist sogar daneben gestanden", sagte der YB-Verteidiger gegenüber "20min.ch". "Es war ein glasklarer Penalty. Da muss man gar nicht darüber diskutieren."

Verständnis hat Spycher bei Szenen, bei denen der Schiedsrichter keine freie Sicht hat. In diesem Fall sei der Linienrichter aber zehn Meter entfernt gestanden. "Man diskutiert immer über die Linienrichter, bei was sie eingreifen sollen und wobei nicht - aber heute hat der einfach seinen Job nicht gemacht."

Pfeife bleibt stecken

Im Zürcher Derby kommt GC-Keeper Roman Bürki ebenfalls in der 89. Minute mit einer Schrecksekunde davon. Er knallt mit voller Wucht in seinen Gegenspieler Amine Chermiti; der FC Zürich fordert den Elfmeter, doch Spielleiter Nikolaj Hänni sieht die Sache anders.

Leidtragender ist Chermiti - der Angreifer zieht sich eine Fleischwunde am Oberschenkel zu und muss verletzt ausgewechselt werden. Und auch sein Verein muss büssen: Die gegnerischen Grasshoppers feiern einen 1:0-Sieg.

Handspiel nicht gegeben

Schon in der Anfangsphase im Spiel Lausanne gegen Luzern kommt es zu einer fragwürdigen Szene: LS-Verteidiger Jérôme Sonnerat blockt einen Schuss im eigenen Strafraum - mit der Hand. Der Pfiff bleibt dennoch aus. Wenige Minuten später reisst Lausannes Rodrigo Tomislav Poljić am Trikot um. Wieder sieht Schiri Patrick Graf keinen Grund, den Penalty zu pfeifen. Der FC Lausanne Sports gewinnt mit 1:0.

Auch ohne Elfer unhaltbar

Der FC St. Gallen ist indes auch ohne Schiri-Glück nicht zu stoppen. Beim 2:0 gegen Servette braucht es den Elfmeterpfiff gar nicht. Trotzdem wäre ein Pfiff fällig gewesen, als Servette-Keeper David Gonzalez den St. Galler Stürmer Franck Etoundi im Strafraum auflaufen lässt.

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