Im Endspiel gegen Europameister Portugal ist die Nati nur eine halbe Stunde auf der Höhe. Durch die erste und einzige Niederlage ist die direkte Qualifikation verpasst. Es bleiben die beiden Playoffspiele im November.

  • Die Schweiz muss in die Relegation
  • 0:2 (0:1) beim Europameister
  • Djourous Eigentor ist der Knackpunkt
  • Nati verliert ein einziges Spiel und wird nur Zweiter

Die Highlights des Spiels

32.: Aus einer etwas unübersichtlichen Szene kommt plötzlich Bernardo Silva im Strafraum völlig frei zum Schuss. Aber Sommer pariert den Ball aufs kurze Eck stark.

39.: Ronaldo fummelt im Strafraum, Rodriguez nimmt bei der Abwehr den Arm zur Hilfe. Der Schiedsrichter sieht’s nicht.

41.,1:0, Djourou (Eigentor): Eliseu flankt von der linken Seite. Am Fünfer rauschen Joao Mario und die Schweizer Sommer, Schär und Djourou zum Ball. Von Djourous Schienbein kullert der Ball aus vier Metern über die Linie.

51.: Freistoß Shaqiri aus dem rechten Halbfeld, ca. 30 Meter Torentfernung. Shaqiri macht’s direkt, aber kein Problem für Patricio.

56., 2:0, Andre Silva: Moutinho überragend in die Tiefe auf Bernardo Silva. Der schiebt den Ball quer zum Fünfer auf Andre Silva. Die Probleme bei der Ballannahme können den aber nicht vom 2:0 abhalten.

67.: Shaqiri endlich mal mit Tempo, zieht aus 25 Metern satt ab. Seferovic ist noch leicht dran, lenkt den Ball aber knapp am Pfosten vorbei.

79.: Konter Portugal. Ronaldo völlig frei durch, ganz alleine vor Sommer. Will den ausspielen und bleibt dann hängen.

Der Star des Spiels

Joao Moutinho legte keinen Gala-Auftritt hin, war aber an fast allen gefährlichen Schweizer Angriffen beteiligt und mit seinem guten Passspiel ein Garant dafür, dass Portugal die Partie in der zweiten Hälfte dominierte.

Wie er das vorentscheidende 2:0 vorbereitete, war dazu noch weltklasse.

Die Szene des Spiels

Eigentore sind in der Regel immer unglücklich. Aber das von Johan Djourou – in dieser Szene, in diesem Spiel – war schon ganz besonders ärgerlich.

Der Innenverteidiger schien seine Slapstickeinlagen in der letzten Zeit etwas besser in den Griff bekommen zu haben und er hatte tatsächlich auch Pech, wie ihm der Ball da einfach gegen das Bein prallte.

Aber wenn einem so ein Eigentor unterlaufen konnte, dann wohl am ehesten Djourou. Es war der Knackpunkt aus Sicht der Nati…

Das kleine Island rockt die Sportwelt - die Gründe für den Erfolg sind simpel.

Die Lehren des Spiels

Die Schweiz spielte vor 50.000 frenetischen Portugiesen in der ersten halben Stunde ein tolles Auswärtsspiel: unaufgeregt, souverän, jeder Zeit Herr der Lage.

Die Nati ließ Portugals nicht immer zusammenhängendes Pressing permanent ins Leere laufen, spielte ruhig und sicher von hinten raus und hatte den Gastgeber so voll im Griff.

Portugal enttäuschte bis zum Eigentor, der Europameister entwickelte keine Ideen in der Offensive und brachte Superstar Ronaldo kein einziges Mal in Stellung.

Die Flanken waren nicht brauchbar, Abschlüsse aus der zweiten Reihe gab es auch keine.

Die Schweiz zeigte sogar die bessere Spielanlage und kam vor allem über die linke Seite immer wieder hinter die gegnerische Abwehr.

Dann fehlte es aber an der Präzision beim letzten Pass. Und: Die Standards waren ganz schwach, die wäre deutlich mehr drin gewesen.

Portugal verstärkte sein Pressing und Gegenpressing in der zweiten Halbzeit und schnürte die Schweiz teilweise ein.

Nach und nach verdiente sich die Mannschaft die Führung und baute diese dann fast folgerichtig auch aus.

Darum werden wir die Holländer bei der WM ganz arg vermissen.

Die Schweiz wusste mit dem Rückstand überhaupt nicht umzugehen. Quasi minütlich schrumpfte die anfängliche Souveränität, das Offensivspiel war kaum noch existent und auch von der Bank konnte Coach Vladimir Petkovic keine Impulse mehr setzen.

Jetzt bleibt nach nur einer einzigen Niederlage der Umweg über die Relegation. In diesen beiden Do-or-die-Spielen muss eine andere Leistung her als gegen keinesfalls überzeugende Portugiesen.

Sonst wirft die Mannschaft die starke Arbeit von 15 Monaten einfach so weg.

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