Manuel Neuer fordert eine gemeinsame Linie des Fußball-Weltmeisters. Eine "Spaltung" der Mannschaft sieht der Kapitän nicht. Vor der Abreise nach Sotschi zum K.o.-Spiel gegen Schweden gibt es viel Redebedarf. Neuer verrät, wen er besonders in der Pflicht sieht.

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Kapitän Manuel Neuer hat vor dem K.o.-Spiel bei der WM gegen Schweden alle deutschen Nationalspieler zu einer gemeinsamen Linie und zum bedingungslosen Einsatz bei der Fußball-Weltmeisterschaft aufgefordert. "Wir haben ab jetzt nur noch Finals. Jetzt muss von uns Spielern was kommen. Wir müssen das zeigen, was uns in der Vergangenheit so stark gemacht hat", sagte der 32 Jahre alte Bayern-Keeper am Dienstagmittag in Watutinki.

Er sehe alle, aber vor allem die erfahrenen Spieler in der Verantwortung, betonte Neuer: "Wichtig ist, das wir alle an einem Strang ziehen und nach einem Muster spielen und zu 100 Prozent die Vorgaben umsetzen."

Krisensitzung beim DFB-Team

Die Mannschaft hatte sich zuvor in einer langen Teamsitzung über die Defizite beim misslungenen WM-Start gegen Mexiko (0:1) und mögliche Lösungen für das nächste Gruppenspiel gegen die Skandinavier ausgetauscht. "Wir sind unsere schärfsten Kritiker", erklärte Neuer. Wegen der langen Sitzung erschien der Welttorhüter fast eine Stunde verspätet zur Pressekonferenz. "Wir haben viel geredet, was wir machen müssen." Und weiter: "Wir haben uns die Meinung gesagt und kein Blatt vor den Mund genommen."

Entschlossen verneinte der Kapitän die Frage nach einer Spaltung im Team zwischen Weltmeistern und Confed-Cup-Siegern. "Die Zweiteilung gibt es nicht. Wir sind eine Mannschaft, und es gibt auch keine Spaltung", sagte der Bayern-Kapitän.

Nach langer Verletzungspause war er rechtzeitig zum WM-Start wieder fit geworden und zeigte gegen Mexiko eine tadellose Leistung.

Eine Trainingseinheit auf dem Platz hatte Bundestrainer Joachim Löw am Dienstag nicht angesetzt. Es war Regenerationstraining im Teamquartier angesagt. Dafür wurde umso mehr gesprochen.

Das sei ein "sehr befreiendes Gefühl", sagte Neuer. "Wir nehmen kein Blatt vor den Mund, arbeiten daran, dass es besser wird. So stark war unsere Kommunikation noch nie wie nach dem Mexiko-Spiel."

Neuer fordert hundertprozentige Bereitschaft

Neuer warnte allerdings vor dem Glauben, dass man mal eben so den Hebel umlegen könne. "Das ist nicht so einfach, wir müssen daran arbeiten, uns auch außerhalb des Platzes damit auseinandersetzen und uns auch Sachen ehrlich ins Gesicht sagen."

Ob der Bundestrainer personelle Veränderungen vornehmen werde, sei für ihn nicht entscheidend. "Für mich geht es eher darum: Habe ich die Bereitschaft, das Turnier hundertprozentig anzugehen?", sagte Neuer. "Diese Bereitschaft war beim ersten Gruppenspiel nicht so 100 Prozent da, wie man es aus den anderen Turnieren kannte."

Zuvor hatte der in der Kritik stehende Mesut Özil sein Schweigen gebrochen und sich entschlossen im Hinblick auf das Spiel gegen die Schweden gezeigt. "Wir müssen uns jetzt verbessern", erklärt Özil mit Blick auf das nächste Spiel.

Der Offensivspieler stand nach dem Auftaktmatch im Zentrum der Kritik. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus monierte die fehlende Körpersprache Özils, Matthäus' Ex-Kollege Mario Basler verglich diese gar mit der eines toten Froschs. (ms/dpa)

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