Im Achtelfinale der WM 2014 gegen Algerien hat sich die deutsche Mannschaft nicht mit Ruhm bekleckert. Das ist auch Thomas Müller bewusst. Dennoch findet der Toptorjäger der deutschen Nationalmannschaft die Kritik am Team überzogen.

"Die inhaltliche Kritik nehmen wir gerne an. Wir haben Fehler gemacht auf dem Platz", sagt Thomas Müller zu "bild.de". "Aber wir haben uns gegen Algerien 120 Minuten den Arsch aufgerissen. Wir haben ein Spiel, das eng war, gewonnen. Ich denke, es hatte viel damit zu tun, dass der Name des Gegners nicht so groß war. Aber das war keine Karnevalstruppe."

Thomas Müller schiebt aber ein, dass die DFB-Elf einen Gegner wie Algerien besiegen muss: "Natürlich ist es unser Anspruch, gegen Algerien zu gewinnen. Das haben wir auch getan – auch wenn es über Umwege war. Aber man sollte sich nicht nach einem Sieg, für den wir uns alle den Arsch aufgerissen haben, entschuldigen müssen."

Auch Per Mertesacker, der nach seinem grantigen Interview mit dem ZDF im Anschluss an das Spiel gegen Algerien für Aufsehen gesorgt hatte, kann Müller absolut verstehen: "Das war die Wahrheit. Per hat so geantwortet, wie er sich gefühlt hat. Er hat es auf den Punkt gebracht."

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We call it a Klassiker

Gegen Frankreich, den deutschen Gegner im Viertelfinale der WM 2014 in Brasilien gab es bereits einige emotionale Duelle.

Thomas Müller: "Das sind Drecksäcke"

Für den weiteren Turnierverlauf wünscht sich Müller etwas mehr Verständnis für die Spielweise der deutschen Nationalmannschaft: Bei anderen Mannschaften würde man diese als clever bezeichnen, meint er. "Da schwärmt man dann noch: Das sind Dreckssäcke, die gewinnen so Spiele eben auch mal dreckig. Ich will nicht Weltmeister werden und mich danach hinstellen müssen und sagen: Sorry, dass wir das Finale nur mit einem Tor Unterschied gewonnen haben."

Am Freitag gegen Frankreich erwartet Müller "ein anderes Spiel als gegen Algerien". Freiwillig werden die Franzosen den Ball nicht hergeben, sagt er. Aber: "Sie werden Respekt vor uns haben, aber auch genug Spieler, die sich unwohl fühlen würden, wenn sie uns erst in ihrer Hälfte attackieren. Ich glaube, es wird ein offeneres Spiel werden als die anderen."

(ska)