Der "Kannibale" Luis Suarez hat wieder zugeschlagen: Im WM-Spiel gegen Italien gruben sich die Zähne des Beißers in die Schulter des italienischen Verteidigers Giorgio Chiellini. Verletzungen wie diese können hochgefährlich sein.

Die Beißttacke bei der WM 2014 ist die dritte in der Karriere des Uruguay-Stars Luis Suarez. Erst im vergangenem Jahr musste der Stürmer wegen eines Bisses in den Arm von Branislav Ivanovic vom FC Chelsea zehn Spiele aussetzen. Nun gruben sich seine Zähne in die linke Schulter von Italiens Verteidiger Giorgio Chiellini. Der protestierte und zeigte seine Verletzung. Uruguays Kapitän Diego Lugano nimmt seinen Stürmerkollegen in Schutz, spielt den Vorfall herunter. Beiß-Opfer Chiellini sei eine Heulsuse, sagte der Verteidiger.

Die Sängerin zeigt sich mit den frischgekürten Weltmeistern.

Doch ein Menschenbiss kann gefährlich sein und sogar schlimmere Folgen haben als ein Hundebiss, schreiben die Experten vom "Deutschen Ärzteblatt". Als Grund geben die Mediziner höhere Infektionsraten an: In 50 Prozent der Fälle infizieren sich die Opfer. Je tiefer die Wunde ist, desto größer ist das Infektionsrisiko.

Hohes Infektionsrisiko

Der menschliche Speichel enthält zahlreiche Keime und häufig ungewöhnliche Krankheitserreger. Studien haben gezeigt, dass zirka 85 Prozent aller Wunden krankmachende Bakterien enthalten: Streptokokken, Staphylococcus aureus, Haemophilus spec., Anaerobier und Eikenella corrodens kommen am häufigsten vor – wobei letzter Erreger besonders gefährlich ist. Keine große Rolle spielen den Wissenschaftlern zufolge Infektionen durch Viren, obwohl Einzelfälle einer Übertragung von Hepatitis B und HIV bei Menschenbissen vorgekommen sind.

Um die Keimzahl zu mindern, muss die Wunde immer gereinigt werden – meist über einen längeren Zeitraum. Ärzte spülen mit desinfizierenden Lösungen und entfernen abgestorbenes Gewebe chirurgisch. Bei Wunden, die nicht älter als acht Stunden alt sind und keine Auffälligkeiten zeigen, brauchen Betroffene in der Regel keine Antibiotika einnehmen, schreiben die Experten. Ebenso wenig bei Verletzungen, die nach 24 Stunden noch nicht infiziert erscheinen. Allerdings gibt es auch andere Auffassungen: So empfehlen Mediziner für alle Bissverletzungen des Kopfes und Nackens eine zehntägige Antibiotikatherapie – und zwar unabhängig vom Infektionsstatus zu Therapiebeginn.

Bakteriologische Untersuchungen

Infizierte Wunden sind ein Fall für Infektionsspezialisten und sollten immer bakteriologisch untersucht werden. Die Experten empfehlen zudem "bei Fieber und Schüttelfrost, Blutkulturen vor Beginn oder Fortsetzung einer Antibiotikatherapie" anzulegen. Ob eine Bissverletzung genäht werden muss oder offen versorgt wird, entscheidet der Arzt.

(far)